Polizei ermittelt Zurich-Finanzchef tot aufgefunden

Einen Monat nach dem Tod eines Manager des Telekommunikationskonzerns Swisscom erschüttert ein zweiter Todesfall die Schweiz. Der Finanzchef des Versicherungskonzerns Zurich, Pierre Wauthier, ist tot in seinem Haus aufgefunden worden - die Polizei ermittelt.

Bankenviertel in Zürich: Zweiter Managertod in einem Monat
REUTERS

Bankenviertel in Zürich: Zweiter Managertod in einem Monat


Zürich - Zum zweiten Mal in kurzer Zeit ist ein Top-Manager eines Schweizer Konzerns im Alter von um die 50 gestorben. Der Finanzchef des Versicherers Zurich Insurance Group, Pierre Wauthier, wurde am Montagmorgen tot in seiner Wohnung aufgefunden, wie der Konzern am Montagabend mitteilte. Die Polizei ermittle die Umstände seines Todes. Aus Rücksicht auf seine Familie würden keine weiteren Einzelheiten bekanntgegeben.

Der Franzose, der auch einen britischen Pass besaß, wurde 53 Jahre alt. Er hatte an der Sorbonne in Paris studiert und arbeitete zunächst für den Finanzkonzern KPMG, die Investmentbank JP Morgan und das französische Außenministerium, bevor er 1996 zu Zurich kam. Nach verschiedenen Stationen unter anderem bei der amerikanischen Tochterfirma Farmers Group wurde er im Oktober 2011 zum Finanzchef ernannt.

Zurich-Manager zeigten sich schockiert über den plötzlichen Tod des offenbar beliebten Finanzvorstands: "Verwaltungsrat, Konzernleitung und alle Mitarbeitenden sind zutiefst betroffen und sprechen seiner Familie und den Angehörigen ihr Mitgefühl aus", sagt Zurich-CEO Martin Senn. Vibhu Sharma, Group Controller, wird die Funktion des Group CFO übergangsweise übernehmen. Vorsitzender des Verwaltungsrats der Zurich ist der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann.

Vor einem Monat wurde Carsten Schloter, der Chef des Schweizer Telekommunikationskonzerns Swisscom, ebenfalls am Morgen tot in seiner Wohnung gefunden. Schloter hatte sich in seiner Wohnung das Leben genommen, er wurde 49 Jahre alt. Schweizer Medien zufolge ist mittlerweile ein Abschiedsbrief aufgetaucht, in dem Schloter ausschließlich private Gründe für den Selbstmord nannte.

nck/AFP/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
mimija 26.08.2013
1. Unsere Gesellschaft
hat eine Moral hervor gebracht, die Menschen dazu zwingt ihre Grenzen dauerhaft zu überschreiten. Meist trifft es Menschen, die eigene Moralvorstellungen haben, aber die zT menschenverachtenden Vorstellungen ihres Arbeitgebers vertreten müssen. Dieser Konflikt reibt Menschen auf. Soziale Zwänge verhindern, dass diese Menschen vorher den Absprung schaffen. Auch die Zunahme der Burn Out-Fälle in Deutschland hat hier ihre Ursachen.
aus_dem_off 26.08.2013
2. optional
`der isch woohl he´ hätte mein schwäbischer Großvater gesagt
z_beeblebrox 26.08.2013
3.
Zitat von mimijahat eine Moral hervor gebracht, die Menschen dazu zwingt ihre Grenzen dauerhaft zu überschreiten. Meist trifft es Menschen, die eigene Moralvorstellungen haben, aber die zT menschenverachtenden Vorstellungen ihres Arbeitgebers vertreten müssen. Dieser Konflikt reibt Menschen auf. Soziale Zwänge verhindern, dass diese Menschen vorher den Absprung schaffen. Auch die Zunahme der Burn Out-Fälle in Deutschland hat hier ihre Ursachen.
Da haben Sie wohl leider recht. Auch dieser Fall gehört wohl dazu: Banken in London: Arbeitete sich deutscher Praktikant zu Tode? - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/banken-in-london-arbeitete-sich-deutscher-praktikant-zu-tode-a-917788.html) Immer schneller, höher und weiter ist beim Menschen, selbst den sogenannten "Eliten" eben einfach nicht drin.
Reichenbach 26.08.2013
4. Ist es Zufall, dass im Land der Nummernkonten ...
... und so manches Geschäft auch zum Tode führen kann? Barschel würde vielleicht sein Ehrenwort darauf geben.
Reichenbach 26.08.2013
5. Ist es Zufall, dass im Land der Nummernkonten ...
... so manches Geschäft auch zum Tode führen kann? Barschel würde vielleicht sein Ehrenwort darauf geben.
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