Mögliche Übernahme Finanzinvestor Cerberus wittert Chance bei Blackberry

Einst galt Blackberry als Smartphone-Pionier, heute lockt das angeschlagene Unternehmen Schnäppchenjäger an: Laut US-Zeitungsberichten ist der Finanzinvestor Cerberus an einer Übernahme interessiert. Sollte er zum Zuge kommen, könnte dies das Ende des Blackberry-Konzerns sein.

Blackberry-Zentrale in Waterloo: Futter für den Höllenhund?
REUTERS

Blackberry-Zentrale in Waterloo: Futter für den Höllenhund?


Waterloo/New York - Der angeschlagene Smartphone-Pionier Blackberry ist ins Visier von Finanzinvestoren geraten. Unter anderem wolle die US-Gesellschaft Cerberus einen Blick in die Bücher werfen, berichten das "Wall Street Journal" und die "New York Times" unter Berufung auf eingeweihte Personen.

Cerberus hat sich auf den Kauf von Unternehmen spezialisiert, die in Schieflage geraten sind. In der Regel saniert der Investor das Unternehmen mit harten Einschnitten oder zerlegt es in Einzelteile, um diese gewinnbringend weiter zu verkaufen. Cerberus war durch die mehrheitliche Übernahme des US-Autobauers Chrysler von Daimler Chart zeigen im Jahr 2007 bekanntgeworden. Benannt ist die Gesellschaft nach dem gleichnamigen Höllenhund aus der griechischen Mythologie.

Es gebe noch mindestens einen weiteren Investoren, der um Blackberry "herumschleiche", schreibt das "Wall Street Journal". Der Name sei aber unbekannt. Auch der Blackberry-Mitgründer und langjährige Co-Chef Mike Lazaridis, der noch 5,7 Prozent halte, erwäge ein Angebot.

Eigentlich will der Großaktionär Fairfax den Smartphone-Hersteller ganz übernehmen und 4,7 Milliarden Dollar dafür zahlen. Allerdings ist das Geschäft noch nicht in trockenen Tüchern.

Blackberry leidet unter der Konkurrenz durch Android-Smartphones und Apples iPhone. Das kanadische Unternehmen hatte zuletzt einen Quartalsverlust von fast einer Milliarden Dollar geschrieben und baut Tausende Arbeitsplätze ab. Zudem droht auch noch ein Auftragsfertiger abzuspringen. Die renommierte IT-Analysefirma Gartner forderte Blackberry-Kunden auf, sich Notfallpläne zurechtzulegen.

Blackberry hat bereits mehrere Sparrunden hinter sich. Der aus Deutschland stammende Konzernchef Thorsten Heins streicht aktuell weitere 4500 Stellen, womit noch 7000 Mitarbeiter übrigbleiben. Geräte mit dem als Hoffnungsträger gestarteten neuen Betriebssystem Blackberry 10 bleiben in den Regalen liegen.

stk/dpa

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.