Rom - Vergangene Woche talkte er noch unbehelligt im ZDF bei Peter Hahne, aus dem berühmten Kunstmuseum in Florenz ließen ihn die Ermittler jedoch nicht entkommen: Der mutmaßliche Millionenbetrüger und ehemalige Hedgefonds-Manager Florian Homm sitzt nach fünf Jahren Flucht in Italien in Haft. Der 53-Jährige sei am Freitag bei einem Besuch der Uffizien festgenommen worden, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Samstag.
Homm war ein Gesicht des kalten Finanzkapitalismus. 2007 tauchte der Hedgefonds-Manager mit einem Millionenvermögen unter. Ihm wird Betrug bei Wertpapiergeschäften in großem Stil vorgeworfen. Die US-Börsenaufsicht SEC verlangt von ihm rund 56 Millionen Dollar (44 Millionen Euro).
Homm soll für Verluste von Investoren in Höhe von 200 Millionen Dollar verantwortlich sein. Die Geschädigten sollen in die von ihm gegründete Hedgefonds-Gesellschaft Absolute Capital Management investiert haben. In Los Angeles liegt eine Strafanzeige gegen ihn vor, ihm werden Verschwörung und Betrug vorgeworfen. Mit einem ausgefeilten Betrugssystem soll er den Wert von eigentlich wertlosen Aktien künstlich in die Höhe getrieben haben. Bei einer Verurteilung drohen ihm in den USA bis zu 75 Jahre Haft.
Auslieferung an die USA erwartet
Der Hinweis, der zur Festnahme des Deutschen führte, kam aus den USA: Ein FBI-Beamter habe das US-Konsulat in Mailand informiert. Der 53-Jährige soll das Museum zusammen mit seiner Ex-Frau und seinem Sohn besucht haben. Es wird erwartet, dass ihn die italienischen Behörden an die USA ausliefern.
Homm war 2004 bekanntgeworden, als er in die damals marode Borussia Dortmund investierte. Mit mehr als 25 Prozent stieg er in den Fußballclub ein.
Noch vergangene Woche diskutierte der Großneffe des Versandhändlers Josef Neckermann entspannt mit der Linken-Vorsitzenden Sahra Wagenknecht in der Talkshow von Peter Hahne im ZDF. Das Studio konnte der ehemalige Hedgefonds-Manager anschließend offenbar unbehelligt verlassen.
Zuletzt hatte Homm im November 2012 mit der Veröffentlichung seines Buchs "Kopf, Geld, Jagd" große mediale Aufmerksamkeit bekommen und in Interviews von Flucht und Abenteuersucht erzählt. Sein Buch erzählte auch davon, dass er stets an den Grenzen der Legalität entlangschrammte und die der Moral regelmäßig überschritt. Sein Wunsch sei aber eigentlich gewesen, in ein normales Leben zurückzukehren.
sun/dpa/AP
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