Schuhhersteller Finanzinvestor kauft Kultmarke Dr. Martens

Heuschrecke mit Punk-Stiefeln: Der Finanzinvestor Permira, Mutter des deutschen Modelabels Hugo Boss, übernimmt den Hersteller der britischen Schuhmarke Dr. Martens. Der Preis für die Kulttreter beträgt 300 Millionen Pfund.

Dr.-Martens-Schuhe: Für große und kleine Punkrocker
DPA

Dr.-Martens-Schuhe: Für große und kleine Punkrocker


London - Der Hersteller der britischen Kultstiefelmarke Dr. Martens gehört künftig einem Finanzinvestor. Die Beteiligungsgesellschaft Permira kauft die R. Griggs Group mit Sitz im britischen Northampton für 300 Millionen Pfund. Die Transaktion soll im Januar abgeschlossen werden.

Dr.-Martens-Schuhe sind seit den sechziger Jahren ein Markenzeichen verschiedener Subkulturen. Berühmt machte sie unter anderem der Gitarrist der britischen Rockband The Who, Pete Townshend. Später waren die auch Docs genannten Schuhe auch in der Punk-Szene sehr beliebt.

Die Stiefel erleben derzeit erneut ein modisches Hoch und sind regelmäßig an den Füßen von Prominenten wie der Schauspielerin Emma Watson und der Sängerin Miley Cyrus zu sehen.

Der Käufer Permira steht dagegen so gar nicht für Subkultur. Die Beteiligungsgesellschaft, in Deutschland als "Heuschrecke" verschrien, setzt im Modebereich bisher eher auf das gehobene Segment. So gehört ihr unter anderem die Mehrheit am deutschen Label Hugo Boss.

Auch die Wurzeln von Dr. Martens liegen in Deutschland. Die typische Luftpolstersohle wurde um 1945 am Starnberger See von Militärarzt Dr. Klaus Märtens erfunden. Zusammen mit seinem Freund Herbert Funck verwendete er unter anderem Gummi von Flugplätzen der Luftwaffe für die Herstellung. Später tat sich Märtens mit der englischen Schuhfabrikantenfamilie Griggs zusammen. 1960 gingen die Schuhe in England in Großproduktion. Im vergangenen Jahr vermeldete das Unternehmen einen Umsatz von 110 Millionen Pfund und einen Vorsteuergewinn von 13,3 Millionen Pfund.

Dr.-Martens-Chef David Suddens sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Familie habe aus persönlichen Gründen entschieden, die Firma zu verkaufen. Der neue Eigentümer werde dazu beitragen, die Kultur des Unternehmens zu bewahren.

stk/Reuters/dpa

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insgesamt 28 Beiträge
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Hank_Chinaski 24.10.2013
1. optional
Docs wurden vor allem und zu erst durch Skinheads bekannt. Warum muss man da so verschwurbelt was von Subkultur, The Clash und Miley Cyrus daherlabern?
duhastauchrecht 24.10.2013
2. Welche Kultur
Da stellt sich mir doch die Frage: wie man von Kultur im Zusammenhang einer Übernahme durch eine Investmentfirms sprechen kann?
stefansaa 24.10.2013
3.
Bei den Preisen für die Teile, sind die schon lange keine "Subkultur" mehr. Zumal die meisten ihre wieder abgeben mit dem weinerlichen Kommentar: meine Füße tun darin so weh. Man sagte aber nicht umsonst, dass in echten Docs Blut geflossen sein muss, bis diese gut passen. Ist doch genau das gleiche wie mit Ben Sherman oder Fred Perry. Alles ehemalige Subkultur Klamotten und heute alles Kommerz zum so tun als wäre man alternativ.
sonichmeinfreund 24.10.2013
4. Solovair finde ich besser
Viele Leute, mich eingeschlossen, kaufen Doc Martens seit der Produktionsverlagerung nach Asien nicht mehr. Lieber die baugleichen Schuhe von "Solovair" nehmen. Angeblich "Made in England", hat nicht jeder, wird hoffentlich nicht von Miley getragen.
lufkin 24.10.2013
5. Subkultur
@Hank_Chinaski weil der deutsche Durchschnitts-Depp bei "Skinheads" direkt wieder an Nazis denkt, auch wenn die ursprüngliche Skinheadbewegung links und nicht rechts war. Allg. waren Docs bei allen Subkulturen beliebt, die der engl. Arbeiterschaft und Arbeiterbewegung nahe standen, denn ursprünglichen waren Docs als Arbeitsschuhe gedacht und wurden in erster Linie als solche getragen.
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