Finanzkrise: Tausende Investmentbanker müssen um ihre Jobs bangen

Die Bankenbranche steht vor düsteren Zeiten. Experten rechnen im Jahr 2012 mit einem Jobkahlschlag. Bis zu zehn Prozent aller Stellen könnten laut einer neuen Studie wegfallen - vor allem im Investmentbanking sind demnach viele Arbeitsplätze bedroht.

Société-Générale-Gebäude in Paris: Fast tausend Jobs weniger im Investmentbanking Zur Großansicht
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Société-Générale-Gebäude in Paris: Fast tausend Jobs weniger im Investmentbanking

Frankfurt am Main - Im Bankensektor drohen neue Stellenstreichungen - vor allem im einst so ertragreichen Investmentsektor. Gerade dort sind laut Experten neue Kahlschläge unvermeidlich, um die wegbrechenden Erträge zu kompensieren.

Die Analysten der US-Großbank JP Morgan erwarten bei den Instituten im laufenden Jahr Stellenstreichungen um bis zu zehn Prozent, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Studie hervorgeht.

Banken haben weltweit bereits mehr als 100.000 Jobs gekappt, da sie wegen der stärkeren Regulierung und der Euro-Schuldenkrise mit schrumpfenden Gewinnen kämpfen. Besonders betroffen sind die Investmentbank-Sparten wie etwa bei der Deutschen Bank, wo in dem Bereich jeder zehnte Job wackelt. Dabei geht es vor allem um Arbeitsplätze in London und New York.

Auch die Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS planen größere Einschnitte. Bei der britischen Großbank Royal Bank of Scotland stehen laut Zeitungsberichten 10.000 Stellen auf der Kippe. Die französische Bank Société Générale will knapp 900 Arbeitsplätze im Investmentbanking streichen.

Das Kapitalmarktgeschäft ist in der Euro-Schuldenkrise vom Gewinngaranten zur Wachstumsbremse geworden, da sich viele verunsicherte Investoren an den Märkten zurückhalten. Nach Schätzungen der JP-Morgan-Experten sind die Einnahmen der Institute in dem Segment 2011 um acht Prozent gesunken, das Anleihegeschäft war besonders betroffen. Auch bei der Beratung von Fusionen und Übernahmen brach das Geschäft ein, besonders im vierten Quartal.

Wie schlecht es um die Branche wirklich bestellt ist, dürfte bald deutlich werden: Die Geldhäuser in den USA und Europa werden in den nächsten Wochen ihre Jahreszahlen vorlegen. Die Deutsche Bank plant die Veröffentlichung am 2. Februar.

ssu/Reuters

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1. einfach warten
Gebetsmühle 06.01.2012
Zitat von sysopDie Bankenbranche steht vor düsteren Zeiten, Experten rechnen daher im Jahr 2012 mit einem wahren Jobkahlschlag. Bis zu zehn Prozent aller Stellen könnten laut einer neuen Studie wegfallen - vor allem im Investmentbanking sind viele Arbeitsplätze bedroht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,807614,00.html
ich hoffe, dass jetz nicht von mir verlangt wird, dass ich mit den oberschmarotzern der welt auch noch mitleid haben soll. jeder entlassene investmentbanker ist ein gewinn für den bürger. und wenn der dahinterstehende jurist auch noch fliegt, dann sind wir nahe am paradies.
2. Wieso schlimm? Passt doch!
Duzend 06.01.2012
Zitat von sysopDie Bankenbranche steht vor düsteren Zeiten, Experten rechnen daher im Jahr 2012 mit einem wahren Jobkahlschlag. Bis zu zehn Prozent aller Stellen könnten laut einer neuen Studie wegfallen - vor allem im Investmentbanking sind viele Arbeitsplätze bedroht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,807614,00.html
Hiess es nicht gerade in einem der anderen Artikel, die Landwirte zum Beispiel suchten händeringend nach Facharbeitern. Jetzt können die entlassenen Wegelagerer ja mal zeigen, ob sie notfalls auch als Schweinehirten taugen. Good luck!
3. bestimmt nicht
Gebetsmühle 06.01.2012
Zitat von DuzendHiess es nicht gerade in einem der anderen Artikel, die Landwirte zum Beispiel suchten händeringend nach Facharbeitern. Jetzt können die entlassenen Wegelagerer ja mal zeigen, ob sie notfalls auch als Schweinehirten taugen. Good luck!
entshculdigung aber ich bin landwirt. da muss schon viel passieren, dass ich einen investmentbanker oder gar einen juristen als spargelstecher, oder kuhhirte einstell. das wird nie passieren. für diese leute ist harzt iv noch zu viel.
4. Sicher
spon-1317319864453 06.01.2012
Zitat von sysopDie Bankenbranche steht vor düsteren Zeiten, Experten rechnen daher im Jahr 2012 mit einem wahren Jobkahlschlag. Bis zu zehn Prozent aller Stellen könnten laut einer neuen Studie wegfallen - vor allem im Investmentbanking sind viele Arbeitsplätze bedroht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,807614,00.html
Sicher der Atomausstieg schuld
5. Investment Banking
FXTrader 06.01.2012
Ich war selbst mal im Investment Banking (Devisenhandel) und habe gekündigt um selbstständig zu spekulieren. Die Freiheit ist unbezahlbar, da vermisst man nicht einmal den Boni. Nur bewegt man sich nicht mehr in den Kreisen der IB-Bankers, Kontakte und Erfahrungen sind wichtig für den Weg nach oben. Ich wünsche meinen Ex-Kollegen jedenfalls viel Erfolg, es ist wirklich widerlich was es für Kommentare hier gibt. Ihr könnt von der Finanzindustrie halten was ihr wollt, aber man muss den Menschen nicht schlechtes wünschen.
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