Frankfurt am Main - Im Bankensektor drohen neue Stellenstreichungen - vor allem im einst so ertragreichen Investmentsektor. Gerade dort sind laut Experten neue Kahlschläge unvermeidlich, um die wegbrechenden Erträge zu kompensieren.
Die Analysten der US-Großbank JP Morgan erwarten bei den Instituten im laufenden Jahr Stellenstreichungen um bis zu zehn Prozent, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Studie hervorgeht.
Banken haben weltweit bereits mehr als 100.000 Jobs gekappt, da sie wegen der stärkeren Regulierung und der Euro-Schuldenkrise mit schrumpfenden Gewinnen kämpfen. Besonders betroffen sind die Investmentbank-Sparten wie etwa bei der Deutschen Bank, wo in dem Bereich jeder zehnte Job wackelt. Dabei geht es vor allem um Arbeitsplätze in London und New York.
Auch die Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS planen größere Einschnitte. Bei der britischen Großbank Royal Bank of Scotland stehen laut Zeitungsberichten 10.000 Stellen auf der Kippe. Die französische Bank Société Générale will knapp 900 Arbeitsplätze im Investmentbanking streichen.
Das Kapitalmarktgeschäft ist in der Euro-Schuldenkrise vom Gewinngaranten zur Wachstumsbremse geworden, da sich viele verunsicherte Investoren an den Märkten zurückhalten. Nach Schätzungen der JP-Morgan-Experten sind die Einnahmen der Institute in dem Segment 2011 um acht Prozent gesunken, das Anleihegeschäft war besonders betroffen. Auch bei der Beratung von Fusionen und Übernahmen brach das Geschäft ein, besonders im vierten Quartal.
Wie schlecht es um die Branche wirklich bestellt ist, dürfte bald deutlich werden: Die Geldhäuser in den USA und Europa werden in den nächsten Wochen ihre Jahreszahlen vorlegen. Die Deutsche Bank plant die Veröffentlichung am 2. Februar.
ssu/Reuters
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