London - Es ist ein Alarmzeichen für die gebeutelte Gemeinschaftswährung: In den letzten Wochen des Jahres 2011 stiegen die Finanzwetten gegen den Euro
immer schneller. Ende Dezember erreichten sie ein Rekordhoch. Für Analysten entscheidend ist das Verhältnis derjenigen Anleger, die auf einen Kursanstieg setzen, also sogenannte "Long"-Positionen halten, zu denen, die auf einen Verlust wetten, also sogenannte "Short"-Positionen halten. Wie die "Financial Times" berichtet, lag die Zahl der "Shorts" am 27. Dezember um fast 128.000 über den "Long"-Positionen - ein absoluter Rekord.
Zwar sind die Summen, mit denen die Investoren auf einen Euro-Absturz setzen, nicht bekannt, entscheidend ist aber die Tendenz. Dabei ist die Währung relativ gut ins neue Jahr gestartet, aber gerade in den letzten Wochen des vergangenen Jahres war die Gemeinschaftswährung gegenüber Dollar und Yen deutlich gefallen.
Das wiederum hatte viele Hedgefonds dazu bewegt, ihre Short-Positionen noch zu vergrößern. Denn die Stabilität des Euro im vergangenen Jahr hat viele Investoren eine ganze Menge Geld gekostet. Wenn eine so große Zahl von Hedgefonds auf einen Kursverfall wettet, dann werde es wenigstens kurzfristig auch so kommen, zitiert die "Financial Times" eine Analystin.
Investoren misstrauen Politik
Tatsächlich sind sich Branchenbeobachter weltweit einig, dass das Vertrauen in den Euro gering ist - vor allem erwarten die Investoren nicht, dass die europäischen Regierungen die Krise nachhaltig in den Griff bekommen. Für die bisherige Stabilität der Gemeinschaftswährung seien vor allem drei Dinge verantwortlich:
Die Vorhersagen für den weiteren Kursverlauf sind gespalten: Während die einen bis zum Sommer mit einem Kursanstieg von derzeit 1,29 Dollar bis auf 1,35 Dollar rechnen, sehen andere die lang erwartete Korrektur auf 1,20 Dollar kommen.
nck
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