Schwache Industrie: Firmen fahren Produktion runter

Die Folgen der Euro-Krise für Deutschland werden immer sichtbarer. Die Industrieproduktion hat im Oktober den stärksten Rückschlag seit der Finanzkrise 2009 verkraften müssen. Die deutsche Wirtschaft wird im vierten Quartal wohl schrumpfen.

Container auf dem Umschlagterminal der Bahn in Köln: Auslandaufträge machen Hoffnung Zur Großansicht
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Container auf dem Umschlagterminal der Bahn in Köln: Auslandaufträge machen Hoffnung

Berlin - Derzeit geht es mit der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe offenbar nur in eine Richtung: abwärts. Die Unternehmen haben ihren Ausstoß im Oktober so stark gedrosselt wie seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr. Sie stellten 2,6 Prozent weniger her als im Vormonat, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag in Berlin mit. Das war nicht nur der dritte Rückgang in Folge, sondern auch der größte seit April 2009. Damals hatte die Finanzkrise die globale Wirtschaft erschüttert.

Allein die Bauproduktion schrumpfte um 5,3 Prozent. Die Industrie drosselte ihre Produktion im Oktober um 2,4 Prozent. Besonders stark ging dabei die Produktion der Hersteller von Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen zurück: Hier gab es ein Minus von 4,3 Prozent. Die Erzeugung von Vorleistungsgütern wie Chemikalien ging um 1,1 Prozent zurück, die von Konsumgütern um 0,9 Prozent. Die Energieproduktion fiel um 3,2 Prozent.

"Das produzierende Gewerbe ist schwach ins Jahresschlussquartal gestartet", schrieb das Ministerium. Die Produktion in Industrie und Bauhauptgewerbe dürfte "vorerst verhalten bleiben". Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal erstmals seit einem Jahr schrumpfen wird. "Für das Schlussquartal 2012 ist mit einem Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Leistung zu rechnen", fürchtet die Bundesbank.

Damit mehren sich die Krisenzeichen in Deutschland. Die Bundesregierung und die führenden Forschungsinstitute haben bereits ihre Wachstumsprognosen gesenkt. Am Freitag legte die Bundesbank mit einer pessimistischen Vorhersage nach: Das Institut rechnet 2013 nur noch mit einem Mini-Plus.

Allerdings: In den kommenden Monaten könnte der Abwärtstrend gestoppt werden. Darauf lassen die Auslandsaufträge der exportabhängigen Industrie hoffen. Sie stiegen im Oktober um 6,7 Prozent, wobei die Nachfrage aus der Euro-Zone um 3,5 und die aus dem Rest der Welt sogar um 8,5 Prozent zulegte. Die Bestellungen aus dem Inland erhöhten sich dagegen nur um 0,4 Prozent.

yes/Reuters/dpa

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