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Abstieg japanischer Konzerne: Fitch verpasst Sony und Panasonic Ramschstatus

Einst waren japanische Konzerne Trendsetter bei Unterhaltungselektronik. Doch Sony und Panasonic haben den Anschluss und Investoren das Vertrauen verloren. Die Rating-Agentur Fitch stufte beide Konzerne auf Ramsch-Niveau herab. Damit kommen sie schlechter an frisches Geld.

Sony-Logo in einem Technikmarkt in Tokio: Niedergang eines einstigen Star-Konzerns Zur Großansicht
REUTERS

Sony-Logo in einem Technikmarkt in Tokio: Niedergang eines einstigen Star-Konzerns

Tokio - Mit Erfindungen wie dem Walkman und der Playstation war Sony ein innovativer und erfolgreicher Konzern. Doch inzwischen bestimmen Apple und Samsung die Entwicklungen auf dem Tech-Markt und die japanische Elektronik-Branche verliert das Vertrauen der Investoren.

Die Rating-Agentur Fitch stufte die Kreditwürdigkeit von Sony und Panasonic auf "Ramsch"-Niveau herab. Anfang November war bereits das Rating von Sharp so tief gesunken. Mit den Herabstufungen wird es für die Unternehmen schwerer, sich Geld am Kapitalmarkt zu holen.

Fitch senkte Sonys Rating um drei Stufen von "BBB-" auf "BB-". Die Agentur rechne nur mit einer langsamen Erholung des Unternehmens, weil Sony Chart zeigen die technologische Führerschaft an starke Rivalen verloren habe und die Märkte in entwickelten Ländern schwach seien, hieß es. Bei Panasonic Chart zeigen gab es eine Herabstufung um zwei Schritte von "BBB-" auf "BB". Immerhin sieht Fitch die laufende Sanierung von Panasonic als den richtigen Weg - auch wenn Risiken bei der Umsetzung blieben.

Die einst mächtige japanische Elektronikindustrie kämpft mit hohen Verlusten. Den Unternehmen macht zum einen beim Export der starke Yen schwer zu schaffen. Zum anderen ist die weltweite Nachfrage nach Fernsehgeräten abgesackt, und die Konzerne haben hohe laufende Kosten. Bei Sony fallen 10.000 Stellen weg, auch Panasonic hat ein straffes Sparprogramm eingeführt.

Sharp ist am schwersten betroffen und rechnet mit dem zweiten Rekord-Jahresverlust in Folge. Der Flachbild-TV-Pionier musste zuletzt eingestehen, dass die desolate Finanzlage Zweifel am Fortbestand des Unternehmens aufwerfe.

mmq/dpa-AFX

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insgesamt 28 Beiträge
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1. Standortnachteil Menschenrechte
jehudi 22.11.2012
Naja, wer sich an solche unnötigen Dinge wie Menschenrechte und Arbeitsschutzbestimmungen halten muss, der hat natürlich einen gewissen Standortnachteil.
2. Hase und Igel
marblau 22.11.2012
Sony hat in der jüngsten Vergangenheit sicher einiges verschlafen. Doch dies ändert sich nun, spätestens auf der CES in Las Vegas wird die Branche aufhorchen.
3.
herkurius 22.11.2012
Wahrscheinlich bin ich mit an dem Niedergang von Sony schuld. Ich hatte vor einigen Jahrzehnten ein kleines aber teures Qualitäts-, Service- und Reparaturkostenproblem, mehrmals und mit verschiedenen Geräten dieser Firma, und nie wieder eines von ihnen gekauft. Wenn das alles so gemacht haben ...
4. Ball flachhalten...
Ex-Kölner 22.11.2012
Sind das nicht dieselben Agenturen, die vor ein paar Jahren die faulen Kreditpakete mit AAA bewerteten? Sicher haben Sony und Panasonic momentan ihre Schwierigkeiten, sicher sind die Märkte für Unterhaltungselektronik, Schlaufernsprecher und Computer gerade im Umbruch - aber beide Firmen haben das Potential, aus den Schwierigkeiten herauszukommen. Sony ist durch seine Film- und Musiksparte auch einer der weltweit relevanten Inhalteanbieter, Panasonic durch den großen Anteil eigener Technologie und Fertigung gut aufgestellt. Nebenbei steht man mit Haus- und Bürogeräten ganz gut da.... Der Preiskampf bei den Flachbildschirmen drückt auch bei Samsung die Gewinne dieser Sparte auf ein erbärmliches Niveau. Im Übrigen: Sollten dank der momentanen Stärke der Koreaner einige japanische Hersteller die Grätsche machen, scharren sofort die Chinesen mit den Hufen.
5. In 20 Jahren ...
JaguarCat 22.11.2012
... sind Samsung und Apple da, wo Sony und Panasonic heute sind. Es ist in der Unterhaltungselektronik (und ja, Smartphones und Tablets sind überwiegend Unterhaltungselektronik, MP3-Player und das immer wieder durch die Gerüchteküche geisternde Apple-TV sind es sogar zu 100%) anscheinend unvermeidbar, dass eine Marke, die zu Zeitpunkt X als innovativ und modern wahrgenommen wird, ein oder zwei Jahrzehnte später als altbacken gilt. Klar kann sich keiner heute vorstellen, wer Samsung und Apple beerben wird. Doch konnte sich vor 30 Jahren auch niemand vorstellen, dass der Walkman-Erfinder sich ausgerechnet bei portablen Audioplayern das Heft aus der Hand nehmen lassen wird... Jag
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