Nach jahrelangem Streit Fleischkonzern Tönnies schließt Frieden im Familienzwist

Jahrelang haben sich die Inhaber des Fleischkonzerns Clemens Tönnies und sein Neffe Robert um die Macht im Konzern gestritten. Jetzt haben sie eine Lösung gefunden.

Clemens (rechts) und Robert (links) Tönnies Anfang März 2015 vor Gericht.
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Clemens (rechts) und Robert (links) Tönnies Anfang März 2015 vor Gericht.

Von manager-magazin-Redakteur Martin Mehringer


Nach einem jahrelangen Streit um die Vorherrschaft in dem milliardenschweren Fleischkonzern Tönnies kehrt überraschend Frieden ein. Statt den Mammutprozess weiterzuführen, haben sich die Inhaber Clemens Tönnies und sein Neffe Robert außergerichtlich auf eine Zusammenarbeit verständigt.

Die Tönnies Holding ist mit mehr als sechs Milliarden Euro und rund 12.000 Beschäftigten einer der größten Fleischverarbeiter Europas und einer der wichtigsten Lieferanten des deutschen Lebensmitteleinzelhandels. Ihre Fehde hatte zuletzt die Beweglichkeit des Konzerns eingeschränkt und dessen Image belastet.

Künftig wollen die Konkurrenten als gleichberechtigte Gesellschafter die Weichen gemeinsam stellen. Clemens Tönnies, im Nebenberuf Aufsichtsratschef des Fußball-Bundesligisten Schalke 04, wird neben Robert Tönnies Chef einer Holding. Zudem sollen beide in einen noch in der Gründung befindlichen fünfköpfigen Beirat einziehen.

Der von Clemens Tönnies privat geführte Wursthersteller "Zur Mühlen" wird integriert, Geschäftsführer Axel Knau ergänzt das ansonsten unveränderte Tönnies-Management. Das Modell lag seit Monaten in der Schublade und hatte bereits die Grundlage für eine anvisierte Mediation gebildet, die vor einem Jahr scheiterte bevor sie richtig begann.

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