FlixBus und MeinFernbus Großfusion auf deutschem Fernbusmarkt

Der Markt für Fernbusse in Deutschland wird übersichtlicher. Die beiden größten Anbieter Flixbus und MeinFernbus wollen sich zusammenschließen.

Reisende am Omnibusbahnhof in Hamburg (Archiv): Finanzielle Details unbekannt
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Reisende am Omnibusbahnhof in Hamburg (Archiv): Finanzielle Details unbekannt


Berlin/München - Das vergangene Jahr endete mit Pleiten und prominenten Aussteigern auf dem Fernbusmarkt, 2015 startet mit einer Großfusion: Die beiden Unternehmen MeinFernbus und Flixbus wollen sich zusammenschließen. Ein Sprecher von MeinFernbus bestätigte eine entsprechende Meldung der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE.

Die beiden größten Anbieter wollen ihre Streckennetze in den nächsten Monaten flächendeckend verbinden. Ziel sei auch ein europaweites Fernbusliniennetz. "Wir wollen nicht mehr gegeneinander, sondern miteinander arbeiten", sagte der Sprecher. MeinFernbus-Gründer Torben Greve kündigte dichtere Fahrttakte und mehr Expressverbindungen an.

Details wollen beide Unternehmen an diesem Freitag in Berlin bekannt geben. Über die finanziellen Details sei Schweigen vereinbart worden, hieß es.

MeinFernbus hatte im vergangenen Jahr 7,2 Millionen Fahrgäste befördert, FlixBus 3,5 Millionen. Gemessen an den Fahrgastzahlen dürften sie damit etwa die Hälfte des Fernbusmarktes abdecken. Diesen schätzte das Berliner Iges-Institut für 2014 auf etwa 20 Millionen Fahrgäste. Der Markt wächst seit seiner Freigabe Anfang 2013 stark.

Der Wettbewerb auf dem Fernbusmarkt gilt als hart und hat bereits einige Anbieter ins Aus getrieben. So meldete untere anderem das Offenbacher Unternehmen DeinBus.de Insolvenz an. Im Oktober hatte die Frankfurter Firma City2City - hinter der allerdings der britische Branchenriese National Express stand - den Betrieb eingestellt. Der Anbieter ADAC war zuletzt zudem aus dem Joint Venture mit der Post ausgestiegen.

yes/dpa



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insgesamt 24 Beiträge
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Seite 1
t-o-m-k-o 07.01.2015
1. Sehr gut...
...beide Unternehmen dumpen sich aktuell gegenseitig und führen einen ruinösen Wettbewerb. Das ist nun bald vorbei. So haben die Autofahrer wieder die Chance Fahrgäste mitzunehmen. Wenn die beide Preise absprechen, merken die Busfahrer-Kunden relativ schnell, wo der Preishammer hängt. vorbei mit 7 Euro für 350km etc. Total unrealistischer ruinöser Wettbewerb.
DerMarktschreier 07.01.2015
2.
Zitat von t-o-m-k-o...beide Unternehmen dumpen sich aktuell gegenseitig und führen einen ruinösen Wettbewerb. Das ist nun bald vorbei. So haben die Autofahrer wieder die Chance Fahrgäste mitzunehmen. Wenn die beide Preise absprechen, merken die Busfahrer-Kunden relativ schnell, wo der Preishammer hängt. vorbei mit 7 Euro für 350km etc. Total unrealistischer ruinöser Wettbewerb.
Ich zahle entweder 14 oder 24 Euro für die Fahrt München - Schwarzwald. Das ist ein rentabler Preis, insbesondere, wenn man bedenkt, dass die Busse meist zu über 90% besetzt sind. Mit dem Bus zu fahren ist auch deutlich bequemer. Oft genug kam es vor, dass ein Fahrer in seinen Polo noch vier Mitfahrer reinquetschen wollte. Wenn jeder dann noch eine große Reisetasche dabei hatte, war endgültig Schluss mit lustig. Im Bus dagegen sind auch zwei Taschen kein Problem, die Sitze sind breit genug und teilweise gibt es auch WLAN. Die Autofahrer könnten ja auch mal auf den Bus umsteigen, wenn sie nicht genügend Mitfahrer finden. Denn mit Buspreisen kann ein Autofahrer nie konkurrieren...
doc.burton 07.01.2015
3.
Zitat von t-o-m-k-o...beide Unternehmen dumpen sich aktuell gegenseitig und führen einen ruinösen Wettbewerb. Das ist nun bald vorbei. So haben die Autofahrer wieder die Chance Fahrgäste mitzunehmen. Wenn die beide Preise absprechen, merken die Busfahrer-Kunden relativ schnell, wo der Preishammer hängt. vorbei mit 7 Euro für 350km etc. Total unrealistischer ruinöser Wettbewerb.
Die Autofahrer hätten auch so die Chance gehabt, verlangen allerdings für unbequemere Fahrten mit aufgezwungener Musik noch viel mehr Geld. Das ist kein ruinöser Wettbewerb von Fernbussen, sondern eher die verletzten Gefühle eines Autofahrers, mit dem keiner fahren wollte. Nun ja, ich bin über die nächsten Monate hinaus mit 5€-Fahrten eingedeckt, läuft bei mir.
Lupus Woolff 07.01.2015
4. Kartellamt
Da wird das Kartellamt wohl ein Wörtchen mitzureden haben, denn es entsteht fast eine marktbeherrschende Stellung für Fernbusfahrten.
cokommentator 07.01.2015
5. Ruinöser Wettbewerb am Ende?
Schön wär's. Aber dem Kunden wird bei realistischen Preisen bald auffallen, welchen Einschränkungen er unterliegt. Wenn die Euphorie verflogen sein wird und er merkt, dass er die meisten Verbindungen nur mit Übernachtung realisieren kann. Wenn ihm bewußt wird, dass nicht er die Reise plant, sondern sein Busanbieter. Morgens hin, abends zurück, das funktioniert nur auf den Rennstrecken. Und die werden ohne wirkliche Konkurrenz deutlich teurer werden. Die anderen Anbieter werden den kommenden Großen nicht weiter attakieren und sich hinter dessen Preisen verstecken. Dazu braucht es noch nicht mal ein echtes Kartell.
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