Florierendes Investmentbanking Wall-Street-Banker kassieren Rekordvergütung

Die Finanzkrise an der Wall Street ist endgültig Geschichte - zumindest was die Bezahlung der Manager angeht. Die Banken zahlen ihren Mitarbeitern 2010 so hohe Summen wie noch nie zuvor. Laut "Wall Street Journal" werden 144 Milliarden Dollar an Gehältern und Boni verteilt.

Händler an der New Yorker Börse: Symbolisches Quartal ohne Boni
AFP

Händler an der New Yorker Börse: Symbolisches Quartal ohne Boni


New York - Die Wall-Street-Banker werden in diesem Jahr wieder hervorragend verdienen. Nach einer Erhebung des "Wall Street Journal" schütten die wichtigsten New Yorker Finanzfirmen insgesamt 144 Milliarden Dollar in Form von Direktzahlungen, Boni, Prämien oder Aktienoptionen an ihre Mitarbeiter aus. Im vergangenen Jahr waren es 139 Milliarden Dollar.

Die großen Banken hatten sich nach dem Einbruch im Krisenjahr 2008 schnell wieder gefangen und gute Leute mit ordentlichen Gehältern gelockt. Das sorgte für harsche öffentliche Kritik, hatte der Steuerzahler viele Institute doch vor dem Zusammenbruch retten müssen.

Die Ausgaben für die Mitarbeiter steigen aber auch deshalb, weil die Banken, Hedgefonds und Finanzdienstleister besonders in der ersten Jahreshälfte massiv neue Leute eingestellt hatten. Das Investmentbanking lief zu jener Zeit hervorragend, außerdem drängen die Banken momentan in die Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden.

Das "Wall Street Journal" rechnet in der am Dienstag veröffentlichten Studie damit, dass 26 der großen 35 New Yorker Finanzfirmen ihren Mitarbeitern mehr Geld zahlen werden. 29 werden demnach ihre Erträge steigern, aber etwas langsamer als die Vergütungen der Manager.

Wie viel die Wall Street verdient (in Dollar)

2007 2008 2009 2010
Erträge der Banken 376,1 Mrd. 359,7 Mrd. 433,1 Mrd. 448,3 Mrd.
Vergütungen für Manager* 135,4 Mrd. 121,9 Mrd. 138,9 Mrd. 144,1 Mrd.
Anteil 36,0% 33,9% 32,1% 32,1%

Quelle: Erhebung des "Wall Street Journals" bei 35 Wall-Street-Banken. *Gehalt und Boni

Die enormen Summen stehen in der Kritik. "Bis sich das Hauptaugenmerk dieser Unternehmen vom Profitmachen auf langfristige Werte für die Anteilseigner verschiebt, werden wir noch solche hanebüchenen Vergütungspakete sehen", sagte Charles Elson vom Weinberg Center für Corporate Governance der Zeitung. Allerdings, ergänzte Steven Eckhaus, Partner der Kanzlei Katten Muchin Rosenman: "Die derzeitige Welle von Regulierungen hilft, die Vergütungen relativ flach zu halten." Roman Regelman, Partner bei Booz & Co, erwartet dasselbe - und dass es so auch noch länger bleibt: "Ich erwarte eine flache Entwicklung über die kommenden paar Jahre."

Gemessen an den Einnahmen liegen die Ausgaben für Gehälter immer noch niedrig, wenn man sie mit den Zeiten vor der Krise vergleicht. Damals hatten die Banken 2007 noch 36 Prozent ihrer Erträge für ihre Mitarbeiter ausgegeben, 2009 waren es gut 32 Prozent, und in diesem Jahr soll die Quote stabil bleiben.

Angesichts der öffentlichen Schelte hatten viele bekannte Namen der Bankenwelt auf übermäßige Bonizuwächse verzichtet, obgleich das Geschäft gut lief. Ein deutliches Zeichen setzte die viel kritisierte Investmentbank Goldman Sachs Chart zeigen, die im Schlussquartal 2009 rein gar nichts für die Gehälter ihrer Mitarbeiter zurücklegte. Die ersten drei Quartale reichten aber aus, damit jeder Goldman-Mitarbeiter im Schnitt eine halbe Million Dollar einstreichen konnte.

mik/krö/dpa-AFX

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Seite 1
silenced 12.10.2010
1. <->
Ich will mir auch eine Milliarde € bei der Bundesbank leihen für 1% Zinsen, diese dann in Bundesschatzbriefen anlegen für 3%++ Zinsen und mich als herausragender Wirtschafter feiern lassen.
kimba2010 12.10.2010
2. btw
Gnade den Wallstreetbankern Gott, wenn demnächst die nächste Spekulationsblase platzt. Nochmal wird sie der Steuerzahler nicht rausholen.
Carnival Creation, 12.10.2010
3. .
Zitat von kimba2010Gnade den Wallstreetbankern Gott, wenn demnächst die nächste Spekulationsblase platzt. Nochmal wird sie der Steuerzahler nicht rausholen.
das kann aber noch 1-2 Jährchen dauern. Bis dahin lassen sie es sich auf unsere Kosten wieder gut gehen. Was machen wir dagegen und vor allem wann?
hook123 12.10.2010
4. Mal ganz ehrlich...
Zitat von sysopProteste, öffentliche Ermahnungen, strenge Regulierung - der gesellschaftliche Druck hat die Raffgier an der Wall Street nur vorübergehend bremsen können. In diesem Jahr werden die Banker wieder Bonuszahlungen in Milliardenhöhe kassieren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,722671,00.html
Ich verabscheue diesen menschlichen Unrat auch auf tiefster Stufe und auch die dahinterstehende Politclowneska mit ihren lächerlichen, schauspielerisch schlecht vorgebrachten Empörungsroutinen, aber wenn ich (Wallstreet)-Banker wäre, dann würde ich mir schön ins Fäustchen lachen und mitnehmen was geht und so lange es geht. Meine Gier würde keine Grenzen kennen und ich würde mich auch offen dazu bekennen. Nicht weil ich so ein böser Mensch bin, aber weil ich meine Merkel-Lektion gelernt habe und weiß, dass nur derjenige weiterkommt und auf ein sorgenfreies Leben hoffen kann, der nach unten tritt und rafft was er kann.
philebos 12.10.2010
5. .
Zitat von Carnival Creationdas kann aber noch 1-2 Jährchen dauern. Bis dahin lassen sie es sich auf unsere Kosten wieder gut gehen. Was machen wir dagegen und vor allem wann?
nichts! Wir können nichts dagegen tun, weil der Finanzbereich nicht demokratisch geregelt ist.
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