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Geldwäsche: FlowTex-Gründer muss schon wieder ins Gefängnis

Er handelte mit Bohranlagen, die es gar nicht gab - nun muss Manfred Schmider deshalb erneut ins Gefängnis. Dieses Mal ist der ehemalige FlowTex-Geschäftsführer in der Schweiz wegen Geldwäsche verurteilt worden.

Der ehemalige FlowTex-Geschäftsführer Manfred Schmider muss erneut ins Gefängnis. Das Bezirksgericht Frauenfeld im Schweizer Kanton Thurgau verurteilte den 66-Jährigen am Donnerstag wegen Geldwäsche zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten. Sieben Monate davon könnten auf Bewährung ausgesetzt werden, sagte der Richter bei der Urteilsverkündung.

Schmiders Ex-Frau muss ebenfalls wegen Geldwäsche sowie Urkundenfälschung für drei Jahre ins Gefängnis - davon zwei Jahre auf Bewährung -, ihr Anwalt kommt für zwei Jahre in Haft. Die beiden erwachsenen Kinder Schmiders wurden freigesprochen.

Der Prozess um die Veruntreuung von Millionen Euro mit Hilfe des deutschen Betrugsunternehmens Flowtex hatte im Oktober 2015 in Frauenfeld begonnen und rund 20 Verhandlungstage gedauert. Das Urteil ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch nicht rechtskräftig.

Die von Schmider in Ettlingen bei Karlsruhe gegründete Firma Flowtex hatte mehr als 3000 Spezialbohrgeräte zur unterirdischen Rohrverlegung "verkauft", von denen die meisten nur auf dem Papier existierten. Der Schaden durch diese Luftgeschäfte belief sich auf 2,6 Milliarden Euro. Schmider - bekannt als "Big Manni" - saß in Deutschland sieben Jahre in Haft. 2007 kam er frei. Er lebt heute auf Mallorca. Seine Familie war 2002 in die Schweiz umgezogen.

ssu/dpa

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insgesamt 8 Beiträge
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1.
SirJazz 28.01.2016
Warum muss der Anwalt ins Gefängnis?
2. Der Anwalt könnte
G.Real 28.01.2016
sich nach deutschem (!) Recht strafbar gemacht haben wg. Beihilfe (etwa zum Betrug oder zur Geldwäsche) und / oder wg. einer eigenen Geldwäsche, etwa wenn er wissentlich ein Honorar aus dem gewaschenen Geld erhalten hat. In der Schweiz mag das ähnlich sein. Deshalb, lieber Redakteur, ist es richtig interessant zu wissen, welche konkrete Tat das Gericht als Geldwäsche angesehen hat: wenn diese Rechtspr. Schule macht wird mir Angst und Bange um den Bankenplatz Schweiz. Kann SPON, vielleicht unterstützt von dpa, noch weitere Tatsachen liefern? Vielen Dank im Voraus!
3. Mittäter
JaguarCat 28.01.2016
Zitat von SirJazzWarum muss der Anwalt ins Gefängnis?
Weil er anscheinend mitgeholfen hat, die Millionen "in Sicherheit zu bringen", so dass Big Manni nun auf großem Fuß in Malle leben kann, statt mit Hartz IV in irgendeiner Mietswohnungskaserne auskommen zu müssen. Der Deal wird sich für den Anwalt dennoch gelohnt haben.
4. Anwalt
spiegelleser85 28.01.2016
Der Anwalt muß ins Gefägnis, weil er keinen Freispruch erwirkt und somit versagt hat. Endlich hat Versagen mal Konsequenzen.
5. @ Sir Jazz
2bing 28.01.2016
weil der den dicken Betrüger als Mandant angenommen hat und Gleich und Gleich gesellt sich gern :-) Spaß beiseite: Er hat bei der Urkundenfälschung seine Finger im Spiel gehabt und gelogen.
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