Weltluftfahrtverband 2018 könnte für Fluglinien zum Rekordjahr werden

Trotz jüngster Pleiten dürften Fluggesellschaften im kommenden Jahr so viel verdienen wie noch nie. Hohe Erwartungen liegen auf dem europäischen Markt.

Lufthansa profitiert von der Air-Berlin-Pleite
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Lufthansa profitiert von der Air-Berlin-Pleite


Air-Berlin-Pleite, Insolvenzen bei Alitalia und dem britischen Billigflieger Monarch - 2017 sorgten Fluggesellschaften für viele negative Schlagzeilen. Umso mehr dürfte nun eine aktuelle Branchenschätzung des Weltluftfahrtverbands IATA überraschen. Demnach wird für 2018 ein neuer Gewinnrekord erwartet: Auf 38,4 Milliarden Dollar sollen sich die Profite der Airlines summieren.

Bereits 2017 dürften die Fluglinien mit insgesamt 34,5 Milliarden Dollar mehr verdienen als zwischenzeitlich erwartet, teilte der IATA mit. Das wäre fast so viel wie im bisherigen Rekordjahr 2015.

Zu der starken Prognose tragen Fluggesellschaften aus allen großen Weltregionen bei. Vor allem die lange vergleichsweise schwache europäische Luftfahrtbranche dürfte der IATA zufolge 2017 und 2018 reüssieren. Hatten die europäischen Fluggesellschaften 2015 erst 6,7 Milliarden und 2016 rund 8,8 Milliarden Dollar verdient, sollen es 2017 nun 9,8 Milliarden und 2018 sogar 11,5 Milliarden Dollar werden.

Zuletzt hatten die Insolvenzen von Alitalia, und Monarch für Unruhe in der Branche gesorgt. Dagegen profitiert vor allem die Lufthansa von dem verknappten Flugangebot in Deutschland, durch das die Ticketnachfrage bei dem Konzern zuletzt kräftig anzog.

"Es sind gute Zeiten für die globale Luftfahrtbranche", sagte IATA-Chef Alexandre de Juniac. Mehr Menschen als je zuvor reisten im Flugzeug, und im Frachtgeschäft sei die Nachfrage so stark wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Die Airlines erwirtschafteten nachhaltige Gewinne. Höheren Ticketpreisen dürften allerdings auch höhere Ausgaben für Treibstoff und Gehälter gegenüberstehen. So müssten Airlines Piloten mehr Geld bezahlen, um sie für sich zu gewinnen, sagte IATA-Chef-Ökonom Brian Pearce. Zuletzt hatte der Billigflieger Ryanair versucht, seine Cockpit-Besatzungen mit Extrazahlungen an sich zu binden.

asc/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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Stäffelesrutscher 05.12.2017
1. Dann kann man ja nun die Subventionen der Klimazerstörer abschaffen
Zahlen die Fluggesellschaften irgendwann auch mal Umsatzsteuer bei internationalen Flügen, Kraftstoffsteuer, EEG-Umlagen? Wird das CO2 der Flieger irgendwann auch mal auf die Klimabilanz angerechnet? Werden den Provinzpisten von Kassel bis Hahn irgendwann mal die Subventionen gestrichen, damit sie eigenwirtschaftlich bestehen müssen?
karlkadaveraas 05.12.2017
2.
Da können sich alle "Airlines" mal gern kollektiv bei der Kanzlerin und bei der Regierung bedanken - denn das umweltschädlichste aller Massenverkehrsmittel wird ja schon seit Jahren subventioniert. Gehe ich von einem Dieselpreis von 1,10 Euro je Liter und dem Standard-RFI von 2,3 aus..... ja dann müsste jedes kg Flugbenzin 2,53 Euro kosten - dank Subventionierung wird gerade mal 1/8 bezahlt -> 34 Eurocent. Menschen die durch Flugreisen vorsätzlich (!!) die Umwelt verschmutzen werden von der Merkel-Regierung subventioniert und gefördert - ist schon toll das Land in dem ich lebe.
Flari 05.12.2017
3.
Zitat von karlkadaveraasDa können sich alle "Airlines" mal gern kollektiv bei der Kanzlerin und bei der Regierung bedanken - denn das umweltschädlichste aller Massenverkehrsmittel wird ja schon seit Jahren subventioniert. Gehe ich von einem Dieselpreis von 1,10 Euro je Liter und dem Standard-RFI von 2,3 aus..... ja dann müsste jedes kg Flugbenzin 2,53 Euro kosten - dank Subventionierung wird gerade mal 1/8 bezahlt -> 34 Eurocent. Menschen die durch Flugreisen vorsätzlich (!!) die Umwelt verschmutzen werden von der Merkel-Regierung subventioniert und gefördert - ist schon toll das Land in dem ich lebe.
Weltweit sind die Preise für Flugbenzin für die Verkehrsfliegerei mit wenigen Ausnahmen relativ gleich, soweit vor Ort nicht besondere Umstände wie hohe Transportkosten den Sprit verteuern oder dieser durch staatliche Zuzahlung unter diesem Preisniveau verkauft wird. Das ist übrigens seit über einem halben Jahrhundert so. Weltweit... Und das alles hat die Merkel durchgesetzt? Kein Wunder, dass sie als mächtigste Frau der Welt bezeichnet wird. :-)
ulrics 06.12.2017
4. Das Finanzministerium
meint eine Kerosinsteuer würde dazu führen, dass die Flieger dann woanders mehr tanken. Eine lächerliche Behauptung, wo der Flugverkehr auf jedes Gramm Gewicht achtet.
Hans58 06.12.2017
5.
Zitat von ulricsmeint eine Kerosinsteuer würde dazu führen, dass die Flieger dann woanders mehr tanken. Eine lächerliche Behauptung, wo der Flugverkehr auf jedes Gramm Gewicht achtet.
Als Deutschland die Luftverkehrsabgabe einführte, sind nordwestdeutsche Passagier nach den Niederlanden "ausgewandert" Übrigens, dass der Flugverkehr auf jedes Gramm Gewicht achtet, ist mir neu, ich dachte, die Fluggesellschaften achten darauf... Wenn in Deutschland als einziges Land der Welt eine Steuer auf kommerziell benötigten Flugtreibstoff erhebt, wird in Deutschland weniger Treibstoff getankt (Gewicht gespart) und auf der Strecke irgendwo ein Tankstopp eingelegt.
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