Großflughafen BER Mehdorn besteht auf Teileröffnung von Hauptstadt-Airport

Der Start des neuen Großflughafens Berlin Brandenburg wurde bereits viermal verschoben. Airport-Chef Hartmut Mehdorn spricht nun im SPIEGEL über seine Pläne für einen Probebetrieb zum Jahresende - "mit sechs oder acht Flugzeugen am Tag".

Flughafenchef Mehdorn: "Mehr als überrascht, diesen Stillstand zu erleben, diese Schockstarre"
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Flughafenchef Mehdorn: "Mehr als überrascht, diesen Stillstand zu erleben, diese Schockstarre"


Hamburg - Berlins Flughafenchef Hartmut Mehdorn konkretisiert im SPIEGEL seine Pläne für eine Teileröffnung des Airports BER: "Wir überlegen, zum Jahresende mit einem Probebetrieb am Pier Nord zu starten. Vielleicht nur mit zwei kleinen Airlines, 1500 Fluggästen, sechs oder acht Flugzeugen am Tag." So könne man testen, wie etwa die Gepäckabfertigung funktioniere.

"Ich persönlich glaube schlicht nicht, dass es möglich ist, BER von null auf hundert in einer Sekunde zu starten", bekräftigte Mehdorn. Widerstände aus der Politik weist der Manager zurück: "Das wird eine Entscheidung der Geschäftsführung sein und kein politischer Beschluss." Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, der zugleich Vize-Aufsichtsratschef des Flughafens ist, hatte eine etappenweise Eröffnung abgelehnt.

Mehdorn warnt zudem vor einer Ausweitung des Nachtflugverbots, wie es sein Aufsichtsratschef, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck favorisiert. "Wenn ein Jet hier nicht um 22.25 Uhr landen kann, kommt er gar nicht", sagt er. "Dann fliegt er nach Frankfurt oder Kopenhagen." Die Folge wäre, dass "Berlin ein regionaler Flughafen" werde. Überdies setzt sich Mehdorn weiter dafür ein, Tegel dauerhaft offen zu halten: "Es gibt keine Hauptstadt dieser Welt, die nur zwei Landebahnen hat", sagt er, man brauche Tegel "als Notfallreserve".

"Die Gefahr des Ertrinkens ist größer"

Nach hundert Tagen im Amt setzt sich Mehdorn kritisch mit der bisherigen Terminal-Sanierung auseinander. "Ich war mehr als überrascht, diesen Stillstand zu erleben, diese Schockstarre." Dass zwölf Monate lang praktisch nichts mehr passiert war, verstehe er auch nicht. Im Moment fühle es sich so an, "als ob man in einem Sportwagen sitzen würde. Mordslärm, Qualm, die Räder drehen durch - aber das Auto bewegt sich nicht". Man müsse jetzt "den Gang einlegen und Geschwindigkeit aufnehmen".

Wenig Verständnis zeigt er für die bisherige Brandschutzdiskussion. "Die Gefahr des Ertrinkens ist größer", so Mehdorn, als die Gefahr, im Airport zu verbrennen. "Die Sprinkleranlage ist flächendeckend verbaut. Wenn jemand eine Zigarette an die falsche Stelle hält, werden wir ordentlich geduscht. Dabei kann hier gar nichts brennen." Die Inbetriebnahme des BER wurde bislang viermal verschoben. Grund sind unter anderem massive Mängel an der Brandschutzanlage.

Kritisch bewertet Mehdorn seinen Aufsichtsrat. "Es wird sehr im Detail diskutiert, sagt er über das Gremium, was für ihn gewöhnungsbedürftig sei: "Als Aufsichtsrat würde ich es anders machen." Ein Aufsichtsrat sollte sich um Grundsatzfragen kümmern, so Mehdorn. "Ich spüre ein großes Misstrauen, was ich nach den Erfahrungen der Vergangenheit aber auch verstehen kann."

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insgesamt 159 Beiträge
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Seite 1
narzissenfee999 23.06.2013
1. Hihihi
Kicher quietsch. Würden meine Katzen sagen. Dem ist nichts hinzuzufügen.
herrwestphal 23.06.2013
2. ? ...
Zitat von sysopDPADer Start des neuen Großflughafens Berlin Brandenburg wurde bereits viermal verschoben. Airport-Chef Hartmut Mehdorn spricht nun im SPIEGEL über seine Pläne für einen Probebetrieb zum Jahresende - "mit sechs oder acht Flugzeugen am Tag". http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/flughafen-berlin-brandenburg-mehdorn-verteidigt-teileroeffnung-a-907388.html
... so mit Probepassagieren oder wie? Ich meine, man müsste ja dann quasi bezaht werden dafür dass man an dem Feldversuch teilnimmt und sich als Versuchskanninchen zur Verfügung stellt.
ekenkis 23.06.2013
3. Zwar mag ich persönlich Mehdorn nicht -
aber wo er Recht hat, hat er Recht. Ich hoffe, dass er sich durchsetzen kann, gegen die Politclowns, die "Große Geschäftsleute" spielen und auf jeder Hochzeit tanzen aber keine Ahnung von Unternehmensführung haben.
thomek_ 23.06.2013
4. Wünchenswert
dass der Flughafen frühestmöglich anfängt seine Kosten einzuspielen.
laxness 23.06.2013
5. die Räder.....
drehen durch ohne dass ein Gang eingelegt ist? Mehdorn, Mehdorn..... Das war ein Kalter
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