BER-Desaster: Aufsichtsrat entlässt Flughafenchef Schwarz

Rainer Schwarz muss gehen. Wegen der Probleme am Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg wurde der Chef der Betreibergesellschaft vom Aufsichtsrat abberufen. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

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Flughafenchef Schwarz: Der BER-Chef verliert seinen Job

Berlin - Der Geschäftsführer des Berliner Großflughafens BER, Rainer Schwarz, ist wegen des Debakels um die Verzögerung bei der Fertigstellung des Airports entlassen worden. Der bisherige Flughafechef sei abberufen worden, sagte der neue Aufsichtsratsvorsitzende, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck. "Herr Schwarz hat sein Dienstzimmer geräumt und den Betrieb verlassen." Ein Nachfolger wurde noch nicht benannt.

Schwarz wird maßgeblich für die mehrfach geplatzte Verschiebung des Eröffnungstermins verantwortlich gemacht. Der seit 2006 amtierende Manager war immer stärker unter Druck geraten, nachdem die zuletzt auf 27. Oktober verschobene Eröffnung des Hauptstadtflughafens geplatzt war. Vor allem der Bund als Mitgesellschafter hatte massiv auf eine Ablösung gedrängt.

Der Aufsichtsrat, in dem die Eigentümer Berlin und Brandenburg sowie der Bund vertreten sind, war am Mittwoch auf dem Flughafengelände in Schönefeld zu einer mehrstündigen Sitzung zusammengekommen, um über Konsequenzen aus dem erneuten Debakel beim Bau des Hauptstadtflughafens zu beraten. Platzeck wurde als Nachfolger von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) einstimmig zum neuen Aufsichtsratschef gewählt.

Wowereit ist nun Platzecks Stellvertreter. Er hatte seinen Rückzug als Chefaufseher angekündigt, nachdem am 6. Januar bekannt geworden war, dass der geplante Eröffnungstermin Ende Oktober wiederum nicht zu halten ist. Begründet wurde das mit gravierenden Baumängeln vor allem an der Brandschutzanlage.

Platzeck hatte bereits angekündigt, das wegen massiver Baumängel und Brandschutzproblemen ins Schlingern geratene Milliardenprojekt deutlich intensiver zu überwachen. Geplant sind wöchentliche Unterrichtungen und eine eigene Abteilung in der Potsdamer Staatskanzlei.

Die Kosten für das Prestigeprojekt in Schönefeld haben sich seit Baubeginn 2006 von zwei Milliarden Euro auf 4,3 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Weitere Mehrkosten sind zu erwarten, weil die Eröffnung auf unbestimmte Zeit verschoben wurde.

Der neue Eröffnungstermin werde erst in einigen Monaten feststehen, sagte Platzeck am Mittwoch. Er wies darauf hin, dass es noch einige Zeit dauern werde, bis feststehe, welche Mängel es alles gebe und "wir Grundlagen haben, die genehmigungsfähig sind".

Technikchef Horst Amann erwartet, dass es bis zur Eröffnung noch zwei Jahre dauern kann. "Ich gehe eher von 2015 aus", sagte Amann in einem ZDF-Interview. Ein Termin im Herbst 2014 sei nur noch unter optimalen Bedingungen einzuhalten.

stk/AFP/dpa

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insgesamt 50 Beiträge
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1. Warum
mimija 16.01.2013
nur er? Da gibts mindestens ein weiteres dutzend Unfähige, die gehen müssten!
2. DerLiebling durfte gehen
consultingMLS 16.01.2013
Wer hatte denn "mit aller Macht" diesen Mann gewollt? Name, wer wohl?
3. Nachfolger
Izmir.Übül 16.01.2013
Helmut Mehdorn stünde bestimmt zur Verfügung, um "Verantwortung zu übernehmen". Erfahrung im An-die-Wand-fahren von Unternehmen wäre jedenfalls reichlich vorhanden.
4. Und wer zahlt ...
karlsiegfried 16.01.2013
... die vergeudeten Milliarden? Ich, du, ihr, wir, sie.
5.
inci2 16.01.2013
Zitat von consultingMLSWer hatte denn "mit aller Macht" diesen Mann gewollt? Name, wer wohl?
Herr Hundold, seinerzeit Chef der Air Berlin.
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