Regional-Airport Flughafen Zweibrücken droht Insolvenz

Der Flughafen Zweibrücken steht offenbar kurz vor der Pleite. Damit rechnet das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium, wenn Beihilfen in Millionenhöhe zurückgezahlt werden müssen.

Flughafen Zweibrücken: Hoch verschuldeter Airport
imago

Flughafen Zweibrücken: Hoch verschuldeter Airport


Zweibrücken - Er wäre nur einer von vielen Regional-Airports mit diesem Schicksal: Dem verschuldeten Flughafen Zweibrücken in Rheinland-Pfalz droht nach Ansicht von Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) die Insolvenz. Er rechne mit einer Rückforderung von Beihilfen durch die EU-Kommission von bis zu 56 Millionen Euro, sagte Lewentz am Dienstag in Mainz. Es gehe um Betriebsbeihilfen und Mittel für Infrastruktur und Marketing.

EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia habe eine negative Entscheidung angekündigt. Der Flughafen Saarbrücken, mit dem eine Kooperation geprüft wird, kann laut Lewentz fortbestehen. Die beiden Flughäfen liegen nur rund 30 Kilometer voneinander entfernt.

Der ehemalige Militärflughafen Zweibrücken wird seit 1994 zivil genutzt und hat derzeit rund 100 Mitarbeiter. Die Zahl der abgefertigten Passagiere stieg zunächst bis auf etwa 338.000 im Jahr 2009 an, ging dann aber zurück. 2013 lag sie nur noch bei 220.740.

Angeflogen werden von Zweibrücken aus fast ausschließlich Ferienziele im Mittelmeerraum oder auf den Kanaren. Zu den Kunden zählen etwa TuiFly, die türkischen Fluggesellschaften Pegasus, Freebird und Tailwind sowie Tunisair aus Tunesien.

yes/dpa



insgesamt 15 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
gajuscanis 22.07.2014
1. Flughäfen in der Provinz
Oje, der nächste Flughafen (in der Weltstadt Saarbrücken) ist nur 30 km entfernt...? Wer bitte soll denn all diese unrentablen Provinzflughäfen bezahlen (= subventionieren)? Etwa das wohlhabende Rheinland-Pfalz? Seien wir ehrlich, langfristig werden in D nur 5-10 Flughäfen wirtschaftlich zu betreiben sein (Ffm, München, Berlin, Hamburg, Köln/Bonn, evtl. Stuttgart). Das ist alles.
bumminrum 22.07.2014
2. Richtig so
Diese Regionalflughäfen sind extrem unwirtschaftlich und werden den Steuerzahlern von durchgeknallten Regionalpolitikern aufgehalst. Jede Landeshauptstadt hat eine für diese Kaste, die sich nicht eine 1 h Stunde in den Zug setzen kann.
rulamann 22.07.2014
3.
Zitat von gajuscanisOje, der nächste Flughafen (in der Weltstadt Saarbrücken) ist nur 30 km entfernt...? Wer bitte soll denn all diese unrentablen Provinzflughäfen bezahlen (= subventionieren)? Etwa das wohlhabende Rheinland-Pfalz? Seien wir ehrlich, langfristig werden in D nur 5-10 Flughäfen wirtschaftlich zu betreiben sein (Ffm, München, Berlin, Hamburg, Köln/Bonn, evtl. Stuttgart). Das ist alles.
Der Flughafen in dem Dorf mit Autobahn ist ebenfalls nur noch vorhanden, damit die lokalen "Politgrößen" möglichst schnell nach Berlin kommen, ebenfalls nicht rentabel.
jockel37 22.07.2014
4.
Mit Ende des sehr billigen Fliegens und Versiegens der Pilgerströme nach Tunesien / in die Türkei geht es auch den überflüssigen Regionalflughäfen wie Lübeck, Hof oder Zweibrücken an den Kragen. Kein Verlust.
kumi-ori 22.07.2014
5.
Für wieviele Menschen auf der Welt wäre Zwei- oder Saarbrücken der nächstgelegene Flughafen? Wieviele davon würden am Tag zu diesem Flughafen kommen und wieviele Flugzeuge bekäme man damit voll? Selbst wenn man jeden Tag ein Flugzeug voll bekäme, wollten ja doch nicht alle in die gleiche Richtung. Montag ein Flugzeug nach München, Dienstag eines nach New York, das würde nicht wirklich helfen, denn die Leute würden sich dann doch ins Auto setzen und zu einem anderen flughafen fahren, anstatt drei Tage länger zu warten, wenn am Freitag der einzige Flug nach Tokio geht.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.