Flugverbot für "Dreamliner": Boeing hat ein Parkplatzproblem
Der Flugzeughersteller Boeing leidet an einem Logistikproblem: Der Platz vor den Werkshallen wird knapp. Dort parken fertig produzierte "Dreamliner", die wegen gravierender Mängel der Batterien nicht fliegen dürfen. Und es werden immer mehr Maschinen.
Everett - Fünf Wochen gilt das Flugverbot der US-Flugaufsichtsbehörde FAA für den "Dreamliner" jetzt schon. Weil die Produktion von Boeings Topmodell 787 aber weiterläuft, bekommt der Flugzeughersteller ein massives Platzproblem, wie die "New York Times" ("NYT") berichtet.
Nach einer Pannenserie im Zusammenhang mit den Lithium-Ionen-Batterien an Bord der Maschinen hatte die FAA Mitte Januar ein weltweites Flugverbot für die insgesamt 50 "Dreamliner" verhängt. Auf der Suche nach den Ursachen der Pannen absolvierte Boeing mehrere Testflüge mit der Maschine und stoppte die Auslieferung, bis das Problem behoben ist. Trotzdem wird Woche für Woche ein neues Flugzeug vom Typ 787 in Boeings US-Werken in Everett und Charleston fertiggestellt.
Zwar schreibt ein Boeing-Sprecher laut "NYT" in einer E-Mail: "Wir haben derzeit ausreichend Platz in Everett um unsere Flugzeuge unterzubringen und wir werden nicht in der Öffentlichkeit über mögliche Auslastungen in der Zukunft spekulieren". Allerdings habe Boeing bereits bei zwei der größten US-Unternehmen für Flugzeugunterbringung nach Platz für andere Modelle angefragt, die aus verschiedenen Gründen nicht ausgeliefert werden könnten, schreibt die Zeitung.
Weil der Dreamliner derzeit nur mit Ausnahmegenehmigung der FAA fliegen dürfe, müsse das Unternehmen eben Platz schaffen. Die "NYT" zitiert eine Redakteurin einer Flugzeitschrift, die am Produktionsgelände in Everett vorbeigefahren sei: "Überall standen geparkte Boeing 787 herum". Dem Bericht zufolge hätten die beiden angefragten Unternehmen Platz für rund 300 Maschinen - genug für ein längeres Flugverbot.
Die US-Flugaufsicht hat bisher nicht bekanntgegeben, wie lange das Flugverbot für den "Dreamliner" gelten soll. Die US-Fluggesellschaft United Airlines glaubt unterdessen nicht an eine baldige Aufhebung. United hat seine Flugpläne überarbeitet, um seine sechs Maschinen vom Typ 787 bis zum 30. März durch andere Flieger zu ersetzen. Wenn absehbar sei, wie lange die "Dreamliner" noch am Boden bleiben müssen, würden "weitere Anpassungen" vorgenommen.
Die "Seattle Times" hatte vorige Woche berichtet, Boeing habe eine Übergangslösung für das Problem mit den Batterien gefunden. Teile der Batterien sollen demnach mit Titan oder Stahl ummantelt werden, außerdem sollten Leitungen gelegt werden, die im Falle eines Batteriebrands den Rauch und die freiwerdenden Gase nach außen leiten sollen. Doch selbst wenn die FAA eine Genehmigung erteile, werde die Umrüstung der Dreamliner mindestens drei Monate dauern, schrieb die Zeitung, die in Seattle, dem Sitz des Konzerns erscheint.
nck/AFP
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