Boeing 737 Max 8 USA halten Maschinen für flugtauglich

Die US-Flugbehörde erlässt im Gegensatz zu anderen Ländern kein Startverbot für Boeing-Maschinen des kürzlich abgestürzten Typs 737 Max 8. Sie fordert den Flugzeughersteller aber zu Änderungen auf.

Ein Flugzeug des Typs Boeing 737 Max 8 in Washington
AP

Ein Flugzeug des Typs Boeing 737 Max 8 in Washington


Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien fordert die US-Luftfahrtbehörde FAA den Flugzeugbauer zu Änderungen an Maschinen dieses Typs auf. Nötig seien unter anderem Änderungen an der Software und am Kontrollsystem MCAS, erklärte die FAA. Ein Startverbot für Maschinen dieser Bauart verhängte sie allerdings nicht: "Diese Untersuchung hat gerade erst begonnen und uns liegen bislang keine Daten vor, um Schlussfolgerungen zu ziehen oder Maßnahmen zu ergreifen", teilte die Behörde mit.

Eine Ethiopian-Airlines-Maschine war am Sonntagmorgen kurz nach dem Start von Addis Abeba Richtung Nairobi abgestürzt. Alle 149 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Der Pilot hatte nach Angaben der Fluggesellschaft Probleme gemeldet und um die Erlaubnis gebeten, kehrt zu machen. Kurze Zeit später zerschellte die Maschine.

Es ist bereits das zweite Unglück innerhalb eines halben Jahres mit dem Flugzeugtyp. China sowie Äthiopien und Indonesien ordneten deswegen an, dass alle Boeing 737 Max 8 des Landes am Boden bleiben müssen.

Boeing teilte mit, man werde die Untersuchungen der Absturzursachen unterstützen. Nach Angaben des Konzerns wurden mehr als 370 Maschinen dieses Typs an 47 Kunden ausgeliefert.

Die Aktie des Unternehmens holte im Laufe des Tages ihre Kursverluste teilweise wieder auf. Nachdem ihr Kurs zum Auftakt des US-Handels zunächst um mehr als 13 Prozent gesunken war, schlossen die Boeing-Aktien mit einem Minus von 5,4 Prozent. Der Dow Jones Industrial blieb wegen des historischen Kursrutsches von Boeing dennoch ein gutes Stück hinter den anderen Indizes zurück.

mal/AFP/Reuters/dpa



insgesamt 44 Beiträge
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quark2@mailinator.com 12.03.2019
1.
Tja ... und nun überlegen wir kurz, wie lange solche doch recht signifikanten Änderungen inklusive Tests und Zertifizierung so dauern und setzen die Zeit zwischen den beiden Abstürzen dagegen ... Der "Witz" ist ja, daß Boeing das MCAS nicht aus Spaß eingeführt hat. Dieses System geht eigentlich gegen die von Boeing immer laut vertretene Philosophie, daß dem Willen des Piloten vor der Automatik Vorrang einzuräumen ist (wichtiger Gegensatz zu Airbus). Dennoch hat Boeing das System nicht angepriesen. Denn wenn die Berichte anderer Mainstream-Medien stimmen, dann mußte Boeing dieses System einführen, um Triebwerke verwenden zu können, die eigentlich zu groß für den Vogel ausfallen. Man hat irgendwie die Wahl zwischen einem Strömungsabriß bei zu großem Anstellwinkel (AOA) oder einem "stick pusher", der von einem einzelnen AOA-Sensor abhängt. So oder so ein Risiko. Eine völlig neue Definition der "coffin corner". Ich sehe nicht, wie Boeing sich da schnell "rausreden" könnte. Die Probleme mit höheren AOA gehen ja nicht weg. Und wenn es einfach gewesen wäre, mehr als einen AOA-Sensor auszuwerten, hätte man das wohl von Anfang an getan. Sehr dumme Sache, nur um das eigentlich zu kurze Fahrwerk beibehalten zu können.
ali_yildirim 12.03.2019
2. US Befunde...
Alles andere als nicht die Flugtauglichkeit bescheinigt wäre für Boeing ein Desaster. Welche Erkenntnis.
ulrics 12.03.2019
3.
Wenig glaubwürdig. Offensichtlich wurde beim Betatest der Software gespart.
raoul2 12.03.2019
4. Wen wundert's
Die Administration des derzeitigen Machthabers in den USA folgt halt dem Credo ihres Herrn: "America First". Da KANN es doch gar keine "Schuld" des amerikanischen Boeing-Konzerns (und damit ein rein vorsorgliches, zeitlich begrenztes Grounding der betreffenden Maschinen) geben. Da sei Trump vor.
matthias.ma 12.03.2019
5. Industriepolitik
gepaart mit Aktionismus. Wir wissen noch nicht woran es lag. Ihr dürft erstmal weiter fliegen. Ihr müsst aber die Software und das MCAS-System anpassen.
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