Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank hat im abgelaufenen Quartal deutlich weniger verdient als erwartet. Der Gewinn sei vorläufigen Zahlen zufolge nach Steuern von 1,3 Milliarden Euro im Vorjahresquartal auf rund 600 Millionen Euro gesunken, teilte die größte deutsche Bank überraschend am Montag mit.
Vor Steuern sank der Gewinn von 756 Millionen Euro im vierten Quartal des vergangenen Jahres auf rund 700 Millionen Euro. Analysten hatten mit einem deutlich höheren Gewinn von 1,2 Milliarden Euro im vierten Quartal gerechnet. Der Gewinnrückgang ist vor allem auf deutlich gestiegene Kosten zurückzuführen. Gründe waren laut der Bank der Konzernumbau sowie die Übernahmen der Postbank und der Privatbank Sal. Oppenheim.
Die Erträge sind nach den vorläufigen Berechnungen von 5,5 Milliarden Euro im vierten Quartal 2009 auf rund 7,4 Milliarden Euro gestiegen. Die gestiegenen Erträge wurden jedoch von den höheren Kosten aufgefressen. Die zinsunabhängigen Aufwendungen seien aufgrund der erstmaligen Konsolidierung der Postbank sowie übernahmespezifischer Kosten und beschleunigter Investitionen in die Neuausrichtung der Bank auf rund 6,3 Milliarden Euro von 4,2 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum geklettert, teilte das Institut mit.
Die Deutsche Bank hatte sich Ende des Jahres in Rekordgeschwindigkeit die Mehrheit an der Postbank gesichert und hält derzeit knapp 52 Prozent der Postbank-Anteile. "Deutsche Bank und Postbank werden nun ihre Zusammenarbeit weiter ausbauen", hatte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann Ende November angekündigt.
Das genaue Ergebnis für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2010 wird die Deutsche Bank wie vorgesehen an diesem Donnerstag veröffentlichen. Am Aktienmarkt kamen die überraschend veröffentlichten Eckdaten erst einmal nicht gut an. Auf der außerbörslichen Handelsplattform von Lang & Schwarz gab das Papier um rund zwei Prozent nach.
Das Jahr 2009 hatte die Deutsche Bank mit rund 5,0 Milliarden Euro Überschuss abgeschlossen - vor allem dank eines dicken Plus' im Investmentbanking und Sondereffekten wie Steuergutschriften.
lgr/dpa/Reuters
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