Folgen der Postbank-Übernahme: Gewinn der Deutschen Bank bricht ein

Überraschend schlechte Zahlen von Deutschlands größter Bank: Vorläufigen Berechnungen zufolge ging der Gewinn der Deutschen Bank im vierten Quartal 2010 um mehr als die Hälfte zurück. Grund sind stark gestiegene Kosten des Instituts.

Deutsche Bank in Frankfurt: Viel weniger verdient als erwartet Zur Großansicht
dpa

Deutsche Bank in Frankfurt: Viel weniger verdient als erwartet

Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank hat im abgelaufenen Quartal deutlich weniger verdient als erwartet. Der Gewinn sei vorläufigen Zahlen zufolge nach Steuern von 1,3 Milliarden Euro im Vorjahresquartal auf rund 600 Millionen Euro gesunken, teilte die größte deutsche Bank überraschend am Montag mit.

Vor Steuern sank der Gewinn von 756 Millionen Euro im vierten Quartal des vergangenen Jahres auf rund 700 Millionen Euro. Analysten hatten mit einem deutlich höheren Gewinn von 1,2 Milliarden Euro im vierten Quartal gerechnet. Der Gewinnrückgang ist vor allem auf deutlich gestiegene Kosten zurückzuführen. Gründe waren laut der Bank der Konzernumbau sowie die Übernahmen der Postbank und der Privatbank Sal. Oppenheim.

Die Erträge sind nach den vorläufigen Berechnungen von 5,5 Milliarden Euro im vierten Quartal 2009 auf rund 7,4 Milliarden Euro gestiegen. Die gestiegenen Erträge wurden jedoch von den höheren Kosten aufgefressen. Die zinsunabhängigen Aufwendungen seien aufgrund der erstmaligen Konsolidierung der Postbank sowie übernahmespezifischer Kosten und beschleunigter Investitionen in die Neuausrichtung der Bank auf rund 6,3 Milliarden Euro von 4,2 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum geklettert, teilte das Institut mit.

Die Deutsche Bank hatte sich Ende des Jahres in Rekordgeschwindigkeit die Mehrheit an der Postbank gesichert und hält derzeit knapp 52 Prozent der Postbank-Anteile. "Deutsche Bank und Postbank werden nun ihre Zusammenarbeit weiter ausbauen", hatte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann Ende November angekündigt.

Das genaue Ergebnis für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2010 wird die Deutsche Bank wie vorgesehen an diesem Donnerstag veröffentlichen. Am Aktienmarkt kamen die überraschend veröffentlichten Eckdaten erst einmal nicht gut an. Auf der außerbörslichen Handelsplattform von Lang & Schwarz gab das Papier um rund zwei Prozent nach.

Das Jahr 2009 hatte die Deutsche Bank mit rund 5,0 Milliarden Euro Überschuss abgeschlossen - vor allem dank eines dicken Plus' im Investmentbanking und Sondereffekten wie Steuergutschriften.

lgr/dpa/Reuters

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insgesamt 24 Beiträge
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1. .
deb2006 31.01.2011
Zitat von sysopÜberraschend schlechte Zahlen von Deutschlands größter Bank: Vorläufigen Berechnungen zufolge brach der Gewinn der Deutschen Bank im vierten Quartal 2010 um mehr als die Hälfte ein. Grund sind stark gestiegene Kosten des Instituts. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,742780,00.html
Och, das tut mir jetzt aber leid. Da muss Bundeskanzler Ackermann aber ganz schnell ein paar tausend Mitarbeiter freisetzen. Außerdem sollte da jetzt ganz schnell der Steuerzahler einspringen - das ist doch Ehrensache, wenn Kanzler Ackermann ruft!
2. ...
Crom 31.01.2011
Zitat von deb2006Och, das tut mir jetzt aber leid. Da muss Bundeskanzler Ackermann aber ganz schnell ein paar tausend Mitarbeiter freisetzen. Außerdem sollte da jetzt ganz schnell der Steuerzahler einspringen - das ist doch Ehrensache, wenn Kanzler Ackermann ruft!
Hätte die Deutsche Bank Rekordgewinne vermeldet, dann wär's auch nicht richtig gewesen. Egal was verkündet wird, es wird immer gemeckert. Gewinne machen ist ja so böse. Von Stellenabbau etc. war übrigens im Artikel nichts zu lesen.
3. Stellenabbau
Karl_Achs 31.01.2011
Zitat von CromVon Stellenabbau etc. war übrigens im Artikel nichts zu lesen.
Es gibt halt Leute die haben ein Gedächtnis, das länger zurückreicht als bis zum gerade gelesenen Artikel. Allerdings ein ungenaues Gedächtnis. Stellen werden bei der DeuBa abgebaut, wenn man Rekordgewinne einfährt. ... oder so ...
4. Ziel nicht erreicht
papscurtis 31.01.2011
Zitat von sysopÜberraschend schlechte Zahlen von Deutschlands größter Bank: Vorläufigen Berechnungen zufolge brach der Gewinn der Deutschen Bank im vierten Quartal 2010 um mehr als die Hälfte ein. Grund sind stark gestiegene Kosten des Instituts. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,742780,00.html
Das wird dann wohl etwas weniger Boni geben. Frage ist für wen.
5. Wie erwartet
stanis laus 31.01.2011
Postbank und Deutsche Bank, das ist wie Chrysler und Daimler. Das passt nicht zusammen. Das Klientel der Postbank sind Rentner, Studenten und Sozialhilfempfänger. Kontenführung zum Nulltarif. Da läuft nichts übers Konto und jedes Konto bringt Verlust. Na ja, Kleinvieh bringt viel Mist und das Wegkarren des Mistes ist dann sehr teuer.
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Zahlen und Fakten
Die Deutsche Bank ist das größte Geldinstitut Deutschlands und beschreibt sich selbst als "eine führende globale Investmentbank" mit starkem Privatkundengeschäft. Mehr als 80.000 Mitarbeiter gehören weltweit zu dem Konzern, der in 72 Ländern tätig ist. Die Bank, an deren Spitze Josef Ackermann steht, verdiente im Jahr 2010 nach Steuern 2,3 Milliarden Euro. Der bisherige Rekord lag im Geschäftsjahr 2007, als am Ende 6,5 Milliarden Euro unterm Strich standen.

Zur Person
dpa
Josef Ackermann, Jahrgang 1948, kam als Sohn eines Schweizer Arztes zur Welt und wuchs in dem kleinen Städtchen Mels auf. Sein Studium absolvierte er an der Schweizer Elitehochschule St. Gallen, 1977 promovierte er zum Dr. oec. Nach beruflichen Stationen bei der Schweizer Kreditanstalt und der Credit Suisse kam Ackermann 1996 zur Deutschen Bank, zunächst als Vorstand für den Geschäftsbereich Kreditrisiken.
Im Mai 2002 übernahm Ackermann die Führung des angeschlagenen Finanzinstituts, das er mit einem harten Sanierungskurs wieder in die Spitzengruppe der globalen Geldhäuser brachte. Ackermann ist einer der umstrittensten Manager des Landes - unter anderem, weil er auch in der Finanzkrise stur am Ziel einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent festhielt.

Kritiker werfen ihm vor, dabei zu sehr auf das Investmentbanking zu setzen und den Heimatmarkt zu vernachlässigen. Ackermanns Lebensmittelpunkt ist in Zürich. Der Opernfan ist verheiratet und hat eine Tochter.