Milliardenverlust Ford will 6200 Stellen in Europa streichen

Ford reagiert auf den Absatzeinbruch: Der Autokonzern erwartet für sein Europa-Geschäft in diesem Jahr einen Verlust von 1,5 Milliarden Dollar - und plant einen radikalen Sparkurs. Drei Werke in Belgien und Großbritannien sollen geschlossen und insgesamt 6200 Jobs gestrichen werden.

Ford-Autos vor Werk im belgischen Genk: "Probleme erfordern entschlossenes Handeln"
AP

Ford-Autos vor Werk im belgischen Genk: "Probleme erfordern entschlossenes Handeln"


Köln - Ford erwartet für sein Europa-Geschäft in diesem Jahr einen Verlust von 1,5 Milliarden Dollar. Der US-Autohersteller reagiert mit weit drastischeren Einschnitten als bislang bekannt: Bis 2014 will der US-Autobauer nicht nur sein Werk im belgischen Genk, sondern auch zwei weitere Fabriken in Großbritannien schließen. Rund 6200 der insgesamt 47.000 Arbeitsplätze in Europa sollen nach Angaben des Konzerns gestrichen werden.

Fords Europa-Chef Stephen Odell begründete den Jobkahlschlag mit den eingebrochenen Autoverkäufen bei gleichzeitig starker Konkurrenz in der Region. "Die Probleme der Automobilindustrie in Europa sind mittlerweile nicht mehr nur konjunkturbedingt, sondern struktureller Natur und erfordern daher entschlossenes Handeln", sagte er.

Der Neuwagenabsatz habe im laufenden Jahr den niedrigsten Stand der vergangenen 20 Jahre erreicht, und 2013 werde er möglicherweise sogar noch weiter sinken, teilte der Konzern mit. Durch die Radikalkur soll Ford in Europa bis 2015 wieder in die Gewinnzone kommen. Langfristiges Ziel sei eine Umsatzrendite von sechs bis acht Prozent.

Der Gesamtkonzern steht hingegen bereits jetzt relativ gut da. Im dritten Quartal werde Fords Vorsteuergewinn laut Konzernangaben trotz der hohen Verluste in Europa besser ausfallen als im vorangegangenen Zeitraum April bis Juni. Für das Gesamtjahr erwartet Ford Chart zeigen einen soliden Vorsteuergewinn und einen positiven Barmittelzufluss im Automobilgeschäft.

Bereits am Mittwoch war bekanntgeworden, dass das Ford-Werk in Genk mit rund 4300 Beschäftigten bis Ende 2014 stillgelegt wird. Bereits im kommenden Jahr sollen zudem das Fahrzeugwerk in Southampton und das Presswerk samt Werkzeugbau in Dagenham mit zusammen 1400 Arbeitsplätzen schließen. Darüber hinaus will der Konzern europaweit weitere 500 Stellen abbauen. Durch die Schließungen soll die Auslastung der verbleibenden Fabriken deutlich erhöht werden. Den Personalabbau will Ford weitgehend durch Abfindungen und Versetzungen schaffen.

In dem für 2012 in Europa erwarteten Verlust von 1,5 Milliarden Dollar sind laut Ford 400 Millionen Dollar aus dem Abbau von Lagerbeständen bei den Händlern enthalten. Dabei dürfte es sich um Preisabschläge handeln, mit denen Ford auf Halde produzierte Neuwagen losschlagen will. Hinzu kämen etwa hundert Millionen Dollar an Abschreibungen im Zusammenhang mit der geplanten Neuausrichtung der Produktion.

fdi/dpa/Reuters/dapd



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Plasmabruzzler 26.10.2012
1.
Zitat von sysopAPFord reagiert auf den Absatzeinbruch: Der Autokonzern erwartet für sein Europa-Geschäft in diesem Jahr einen Verlust von 1,5 Milliarden Dollar - und plant einen radikalen Sparkurs. Drei Werke in Belgien und Großbritannien sollen geschlossen und insgesamt 6200 Jobs gestrichen werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ford-europa-erwartet-milliardenverlust-und-will-6200-jobs-streichen-a-863448.html
Keine Sorge, in Deutschland herrscht Fachrkäftemangel: Bundesregierung will in Fernost um Fachkräfte werben - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundesregierung-will-in-fernost-um-fachkraefte-werben-a-863492.html)
heidi1-preiss 26.10.2012
2. mut
Zitat von sysopAPFord reagiert auf den Absatzeinbruch: Der Autokonzern erwartet für sein Europa-Geschäft in diesem Jahr einen Verlust von 1,5 Milliarden Dollar - und plant einen radikalen Sparkurs. Drei Werke in Belgien und Großbritannien sollen geschlossen und insgesamt 6200 Jobs gestrichen werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ford-europa-erwartet-milliardenverlust-und-will-6200-jobs-streichen-a-863448.html
bei ford hat man mut, konsequent zu handeln und werke zu schließen. für die beschäftigten in belgien (großbritannien weiß ich nicht) ist das sehr bitter und so zynisch das klingen mag, den arbeitnehmern an anderen standorten, vor allem in köln, sichern diese werkschließungen den arbeitsplatz.
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