Technikmesse CES Ford plant Universal-Plattform für Mobilität

Robotertaxis, Carsharing, öffentlicher Nahverkehr: Der US-Autoriese Ford will eine Art Betriebssystem für die Mobilität der Zukunft schaffen. Die ersten Details zu dem Plan.

Ford EcoSport
Ford

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Ford will seine Zukunft durch eine Schlüsselrolle bei der Neugestaltung der Mobilität sichern. Der US-Autokonzern richtet dazu eine Plattform ein, die verschiedene Robotertaxis, Fahrdienste sowie öffentlichen Nahverkehr und die Infrastruktur der Städte verknüpfen soll. Die Plattform binde auch Navigations- und Bezahldienste ein und stehe anderen Herstellern offen, sagte Fords Mobilität-Chefin Marcy Klevorn am Dienstag auf der Technikmesse CES in Las Vegas.

Zusammen mit der Einführung selbstfahrender Autos müssten auch die Städte bewusst umgestaltet werden, sagte Ford-Chef Jim Hackett auf der CES. Das Auto habe zwar die Gesellschaft verändert, aber das habe seinen Preis gehabt. "Autostraßen haben die Straßen zum Leben verdrängt." Ford wolle den technologischen Wandel nutzen, um wieder eine "lebendige Straße" zurückzubringen.

Erstmals seit einem Jahrhundert gebe es in dem Geschäft eine Technologie, die das Bestehende nicht nur verbessern, sondern komplett umkrempeln könne, sagte Hackett. Und die Branche könne sich nicht mehr wie bisher nur auf das Auto selbst beschränken. "Wir fangen erst an, zu begreifen, was die Technologie alles ermöglichen wird."

Allianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi

Eine Allianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi will ebenfalls neue Mobilitätskonzepte entwickeln. In den kommenden fünf Jahren wollen man eine Milliarde Dollar in Start-ups investieren, heißt es. Für das erste Jahr seien 200 Millionen Dollar veranschlagt, sagte Renault-Chef Carlos Ghosn, der die Allianz anführt.

Die Idee sei, eine Plattform zu schaffen, über die Start-ups mit allen drei Unternehmen der Allianz gleichzeitig ins Geschäft kommen können. Ghosn rechnet damit, dass zum Jahr 2024 Robotertaxis im Alltag unterwegs sein werden.

Es gebe verschiedene Level der Autonomie von intelligenten Assistenzsystemen bis hin zu komplett fahrerlosen Autos, sagte er. "Und in den nächsten Jahren werden wir alles davon erleben." Es müsse allerdings zunächst rechtliche Voraussetzungen dafür geben.

ssu/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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muskat51 10.01.2018
1. Auto kommt von "Automobil",
zu deutsch Selbstbeweger. Was also will uns die Formulierung von den "selbstfahrenden Autos" sagen? Ein Auto, das nicht selbst fahren kann, ist kaputt oder ein Anhänger! Ich finde es besser, von autonom fahrenden Autos zu reden, wenn sie keinen Fahrer mehr brauchen, der ihnen das wohin und wie schnell mitteilt - sofern sie denn jemals kommen.
dasfred 10.01.2018
2. Keine zugeparkten Städte mehr
Mich überkommt gerade die Vorstellung, statt Autos 23 Stunden irgendwo abzustellen holen sie morgens Leute Zuhause ab, bringen sie zur Arbeit und fahren weiter zum nächsten Einsatz. Kaum noch Stillstand und wieder Platz in der City.
j.ogniewski 10.01.2018
3. Autonome Autos werden die Probleme mit der Strassendichte verstärken
Um mal ganz ehrlich zu sein: Je einfacher wir es machen, mit dem Auto zu fahren, desto mehr und desto öfter wird auch das Auto gewählt werden, anstatt mehr platzeffizienten Lösungen. Autonome Autos werden also eher zu mehr verstopften Städten führen als weniger. Wer mir nicht glauben will sehe sich nur mal an wie die Verstopfung zugenommen hat, seit Uber eingeführt wurde. Um das Problem zu lösen müsste man die autonomen Autos so oft es geht auslasten, d.h. zusehen fass so oft wie möglich so viele Menschen in diesen fahren wie Platz ist. Das bedeutet dann aber auch dass man automatisch gezwungen wird, gemeinsam mit anderen zu fahren die in dieselbe Richtung wollen.
mhwse 10.01.2018
4. Jetzt muss Ford nur noch ein Konzept vorlegen
wie das von den Produktions und Fahrrobotern generierte Kapital zu den Nutzen kommt .. (beim alten Henry war die Idee ja die, dass seine gut bezahlten Mitarbeiter auch seine besten Kunden waren) Heute ist es so, dass Arbeiterpartei und Gewerkschaft mit dem Modell Kalvinismus - und 28 Stunden für die die noch mitspielen dürfen den neo Feudalisten (die sich gerne Ideologien aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bedienen um sich so besser zu tarnen - und mit der vermeintlich richtigen "Dosis" - die Abgehängten mit der "richtigen" sexuellen Orientierung und dem Gefühl von Heimat - einzufangen hoffen) Diesmal soll es allerdings wirklich klappen - nicht wie beim letzten Mal, als die Menschen das zu wörtlich nahmen. (Und in Folge auch das Kapital (aller) zerstört wurde ..) Diesmal soll alles so fest gegossen werden wie es ist - die, die Zugang zu Kapital haben sollen es behalten - die Andren mit Brot und Spielen "beruhigt" werden .. Könnte klappen - wenn unsere verhinderte Deutschlehrerin (die dann wohl als Zweitfach evangelische Religion gelehrt hätte) und der Buchhändler, das vollenden, was der Rechtsanwalt aus ärmlichen Verhältnissen vorbereitet hat - alles hübsch rot und mit dem Stempel "links" darauf. Für einen Verteilungsprozess "für Alle" - "Geld für Alle" - nicht nur die Ehe - ist es wohl schon zu spät. Keiner wird es mehr wagen das offen zu diskutieren - die, die es könnten, verstehen das Problem gar nicht. Zu religiös sind die Denkmuster dort (immer noch) geprägt ..
z1mz1m 10.01.2018
5. @2
a) So etwas gibt es schon (zumindest in den Ballungs-Gebieten), und nennt sich ÖPNV. Menschen wollen das nicht so sehr, wie es sein sollte/müsste ! Das Auto ist dafür da, dass man immer und überall selbstbestimmt hinfahren KÖNNTE. Ob das nun Sinn macht oder nicht. Deshalb wird das mit den derzeitigen Reichweiten und Infrastruktur-Problemen auch mit den E-Autos nix. b) Wenn Ihr Szenario käme (viel weniger Autos), was machen wir dann mit den Millionen zusätzlichen Arbeitslosen in Deutschland ? und Dutzenden Millionen in Europa und der Welt ? Fazit: Schöne Vorstellung, wird aber nicht passieren. Genauso wenig übrigens wie das im Artikel genannte "Robotertaxis im jahr 2024". Und da sind die juristischen und moralischen (!!) Fragen noch nicht mal das Entscheidende Problem, das will auch die nächsten 10 oder 20 Jahre einfach niemand !! Erinnert stark an den Milch-bestellenden Kühlschrank, den irgendwer mal erfunden hat. Will auch keiner.
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