Wirtschaft


Bestechungsverdacht: Ecclestone droht Anklage in Formel-1-Affäre

Für Bernie Ecclestone könnten Deutschland-Besuche bald gefährlich werden: Dem Chef der Formel 1 droht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge noch in diesem Herbst eine Anklage. Der geständige Ex-BayernLB-Vorstand Gribkowsky soll bei den Ermittlern eine entscheidende Aussage gemacht haben.

Formel-1-Impresario Ecclestone: Entscheidendes Detail in Aussage könnte gefährlich werdenZur Großansicht
REUTERS

Formel-1-Impresario Ecclestone: Entscheidendes Detail in Aussage könnte gefährlich werden

München - Ein Hang zum Spott gilt nicht gerade als feiner Charakterzug - im Fall von Bernie Ecclestone könnte diese Neigung gar ernsthafte Konsequenzen für den Spötter haben: In der Schmiergeldaffäre bei der Formel 1 zeichnet sich eine Anklage gegen Ecclestone ab, den Chef der Rennserie. Grundlage dafür ist laut der "Süddeutschen Zeitung" eine Aussage des früheren BayernLB-Vorstands Gerhard Gribkowsky, der 44 Millionen Dollar kassierte und wegen Bestechlichkeit verurteilt wurde.

Gribkowsky habe sich laut dem Bericht der Münchner Staatsanwaltschaft als Zeuge zur Verfügung gestellt und den Ermittlern ein entscheidendes Detail geliefert: Ecclestone soll ihn demnach abfällig als "civil servant" bezeichnet haben - übersetzt als Beamten. Sollte dem so gewesen sein, wäre das ein Hinweis darauf, dass dem Formel-1-Chef bewusst gewesen ist, dass es sich bei Gribkowsky um den Vertreter einer Staatsbank handelte. Diese gelten laut einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs als Amtsträger.

Damit rücke eine Anklage gegen Ecclestone wegen Amtsträger-Bestechung näher. Dem Bericht zufolge will die Staatsanwaltschaft nach dem derzeitigen Stand der Dinge ihre Ermittlungen gegen Ecclestone wegen Schmiergeldzahlungen im Herbst abschließen und den Formel-1-Chef anklagen, wie die Zeitung weiter berichtet. Ein Deal, mit dem sich Ecclestone freikaufen könnte, komme nach Angaben aus Justizkreisen nicht in Betracht.

Gribkowsky hatte als Vorstand der BayernLB heimlich 44 Millionen Dollar Schmiergeld kassiert, die von Ecclestone und einer Stiftung seiner Ehefrau über Tarnfirmen in der Karibik und im Indischen Ozean kamen. Dafür wurde der frühere BayernLB-Vorstand im Juni zu achteinhalb Jahren Haft wegen Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung verurteilt. Ecclestone hatte in diesem Prozess als Zeuge ausgesagt und die Zahlung bestätigt; allerdings sei er von Gribkowsky erpresst worden.

fdi/dapd

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insgesamt 6 Beiträge
Malshandir 26.09.2012
Die Luft wird für einen solchen Despoten enger, denn ausser in England wird er in keinem EU und SchengenStaat mehr sicher sein. mann kann nur auf die Höchststrafe hoffen und Einzug des gesamten Vermögens.
Die Luft wird für einen solchen Despoten enger, denn ausser in England wird er in keinem EU und SchengenStaat mehr sicher sein. mann kann nur auf die Höchststrafe hoffen und Einzug des gesamten Vermögens.
sir wilfried 26.09.2012
der sieht doch so grundehrlich aus, der Mann. Und krumme Geschäfte beim Spitzensport, ob Formel 1, Olympisches Komitee oder Fifa - eigentlich undenkbar
Zitat von sysopFür Bernie Ecclestone könnten Deutschland-Besuche bald gefährlich werden: Dem Chef der Formel 1 droht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge noch in diesem Herbst eine Anklage. Der geständige Ex-BayernLB-Vorstand Gribkowsky soll bei den Ermittlern eine entscheidende Aussage gemacht haben. Formel-1-Affäre: Bernie Ecclestone muss mit schneller Anklage rechnen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/formel-1-affaere-bernie-ecclestone-muss-mit-schneller-anklage-rechnen-a-857985.html)
der sieht doch so grundehrlich aus, der Mann. Und krumme Geschäfte beim Spitzensport, ob Formel 1, Olympisches Komitee oder Fifa - eigentlich undenkbar
ekel-alfred 26.09.2012
Warum nur in Deutschland? Kann man ihn nicht mit internationalem Haftbefehl suchen?
Zitat von sysopFür Bernie Ecclestone könnten Deutschland-Besuche bald gefährlich werden:
Warum nur in Deutschland? Kann man ihn nicht mit internationalem Haftbefehl suchen?
Jominator 26.09.2012
"Ecclestone soll ihn demnach abfällig als "civil servant" bezeichnet haben - übersetzt als Beamten. Sollte dem so gewesen sein, wäre das ein Hinweis darauf, dass dem Formel-1-Chef bewusst gewesen ist, dass es sich [...]
"Ecclestone soll ihn demnach abfällig als "civil servant" bezeichnet haben - übersetzt als Beamten. Sollte dem so gewesen sein, wäre das ein Hinweis darauf, dass dem Formel-1-Chef bewusst gewesen ist, dass es sich bei Gribkowsky um den Vertreter einer Staatsbank handelte." Und wie will man ihm das beweisen?
dani216 26.09.2012
Gerade dort ist er in allerhöchster Gefahr. England hat weltweit mit die strengsten Antikorruptionsgesetze. Die gelten auch, wenn die Korruption gar nicht in England begangen wurde und die Strafen können drakonisch sein.
Zitat von MalshandirDie Luft wird für einen solchen Despoten enger, denn ausser in England wird er in keinem EU und SchengenStaat mehr sicher sein. mann kann nur auf die Höchststrafe hoffen und Einzug des gesamten Vermögens.
Gerade dort ist er in allerhöchster Gefahr. England hat weltweit mit die strengsten Antikorruptionsgesetze. Die gelten auch, wenn die Korruption gar nicht in England begangen wurde und die Strafen können drakonisch sein.
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  • Mittwoch, 26.09.2012 – 09:46 Uhr
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