Verdacht auf Bestechung Gericht stellt Formel-1-Chef Ecclestone Klage zu

Einer der mächtigsten Sportmanager der Welt muss wahrscheinlich vor Gericht: Die Münchner Staatsanwaltschaft hat Bernie Ecclestone angeklagt. Dem Formel-1-Chef wird vorgeworfen, einen früheren Vorstand der BayernLB bestochen zu haben.

Sportmanager Ecclestone: Verdacht auf Bestechung
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Sportmanager Ecclestone: Verdacht auf Bestechung


München - Die deutsche Justiz macht ernst: Die Münchner Staatsanwaltschaft hat Formel-1-Chef Bernie Ecclestone, 82, wegen Bestechung und Beihilfe zur Untreue angeklagt. Die Anklage sei Ecclestone zugestellt worden, sagte Gerichtssprecherin Margarete Nötzel am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Ecclestone bestätigte dies der Nachrichtenagentur AP.

Ecclestone wird vorgeworfen, den ehemaligen BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky beim Verkauf der Formel-1-Anteile der Bank rund 44 Millionen Dollar Schmiergeld gezahlt zu haben. Gribkowsky war vor gut einem Jahr zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er das Geld angenommen und nicht versteuert hat. In der Urteilsverkündung betonte der Richter damals schon, dass der ehemalige Risiko-Vorstand der BayernLB von Ecclestone "ins Verbrechen geführt" worden sei. Seitdem ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen Ecclestone.

Ecclestone hat die Vorwürfe stets bestritten. Nach seiner Darstellung war er es, der erpresst wurde. Die Millionenzahlung an Gribkowsky sei eine Art Schweigegeld gewesen, damit Gribkowsky ihn nicht bei den britischen Steuerbehörden anschwärzt. "Sie werfen mir Bestechung vor. Doch ich habe nichts Illegales getan", wiederholte Ecclestone am Mittwoch gegenüber AP.

Ob Ecclestone tatsächlich vor Gericht muss, ist noch nicht hundertprozentig sicher, es gilt aber als höchstwahrscheinlich. Das Gericht hat die Anklage der Staatsanwaltschaft bereits geprüft, aber noch nicht final über die Zulassung der Klage entschieden. Dies wird erst erfolgen, nachdem es die nun angeforderte Stellungnahme von Ecclestones Anwälten ausgewertet hat.

Für Ecclestone könnte die Anklage trotzdem das Ende seiner über drei Jahrzehnte dauernden Ära an der Spitze der Formel 1 bedeuten. Hinter vorgehaltener Hand heißt es im Fahrerlager schon länger, er sei auf dem wichtigsten Posten in der Formel 1 vielleicht bald nicht mehr tragbar. Der ganze Vorgang könne "die Formel 1 beschädigen".

Einer möglichen Gefängnisstrafe in der Schmiergeld-Affäre sah Ecclestone zuletzt gelassen entgegen. "Ich bin nicht schuldig. Aber wenn ich ins Gefängnis geschickt werde, muss ich damit klarkommen", sagte er, "ich glaube nicht, dass es mir besonders gefallen würde. Aber man muss mit gewissen Dingen umgehen."

ssu/AP/dpa/sid

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