Forstwirtschaft Das große Geholze

Deutschland ist stolz auf seine Forstwirtschaft. Allerdings verbrennen und verbauen wir inzwischen doppelt so viel Holz wie nachwächst - den Rest importieren wir. Ist das noch nachhaltig?

Ein Beitrag aus dem Wirtschaftsmagazin "enorm" von Christian Sobiella

Florian Generotzky

In Marie lodert es heute morgen gewaltig, das kann man durch ein kleines Guckloch sehen. Die Nächte sind kalt. Wie in ganz Deutschland drehen auch die Bewohner des Hamburger Stadtteils Lohbrügge die Heizung auf, um die Kälte zu vertreiben. Ein Kraftwerk, mitten im kleinen Industriegebiet des Vororts, versorgt dann rund 7500 Haushalte und öffentliche Gebäude mit Fernwärme. Es ist ein typischer Zweckbau, rund 30 Meter hoch, aus nacktem Beton. Daneben ein silberfarbener Anbau und ein Schlot, der 40 Meter in die Höhe ragt. In die Betonfront sind zwei Meter hohe Lüftungsschlitze eingelassen. Sie formen das Wort "Holz".

Marie, so heißt der Ofen des Lohbrügger Kraftwerks, verbrennt Holzhackschnitzel. Marie? "Der österreichische Hersteller Kohlbach gibt allen seinen Heizkesseln Frauennamen", sagen Jan Kersten-Stix und Arne Grimpe erklärend. Sie sind zwei der vier Mitarbeiter im Holzheizkraftwerk Lohbrügge.

Bei Volllast verschlingt Marie pro Minute beinahe einen Kubikmeter dieser Holzhackschnitzel. Kersten-Stix und Grimpe rechnen vor: Im Winter sind das etwa 130 Tonnen täglich, also sechs bis acht LKW-Landungen." Jedes Jahr kommen so rund 130.000 Kubikmeter Hackschnitzel zusammen. In Heizöl ausgedrückt wären das rund 8,5 Millionen Liter.

Gefunden in
Wer mit Holz heizt, schont das Klima, so heißt es. Verbrennt Holz, gibt es nur so viel C02 ab, wie der Baum in seiner Wachstumszeit aufgenommen hat. Als Baustoff speichert Holz das Klimagas für längere Zeit. Da es ein nachwachsender Rohstoff ist, gilt es vielen als Sinnbild für Nachhaltigkeit. Mehr als die Hälfte aller deutschen Haushalte schätzen heute die behagliche Wärme, die Kaminöfen oder offene Kamine verströmen. Auch als Baumaterial erlebt Holz wegen seiner Langlebigkeit und Natürlichkeit eine Renaissance. Mehr als 18 Prozent aller Neubauten in Deutschland bestehen heute aus Holz.

Weil das Lohbrügger Kraftwerk jährlich rund 58 Millionen Kilowattstunden Wärme und zusätzlich 13 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt, gilt es auch bei der Bundesregierung als Klimaschützer - die sieht alle Kraftwerke, in denen Holz verbrannt wird, als Bausteine der Energiewende. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz fördert ihren Bau und ihren laufenden Betrieb, genauso wie private Holz- und Pelletheizungen oder das zusätzliche Verfeuern von Holz in Kohlekraftwerken. "Die energetische Holznutzung hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdreifacht", freut sich Gerd Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Mit der Nachfrage sind auch die Preise gestiegen

Insgesamt haben die Bundesbürger 2013 rund 105 Millionen Kubikmeter Festholz verbraucht. Nur: Eingeschlagen wurden im selben Jahr in deutschen Wäldern 53,2 Millionen Kubikmeter. Kann man da noch von Nachhaltigkeit sprechen, wenn mehr verheizt und verbraucht wird, als nachwächst? Und: Woher kommt denn eigentlich der Rest?

"Energie aus Holz zu gewinnen, ist eine der großen Gefahren für unseren Wald", sagt Stefan Adler, Forstwissenschaftler des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu). Um die Lücke zu schließen, die zwischen Holzverbrauch und Holzernte klafft, ziehe man stärker als noch vor wenigen Jahren Totholz aus dem Wald - und mache es zu Hackschnitzeln. "In der Vergangenheit haben die niedrigen Holzpreise dazu geführt, dass abgebrochene Äste und Zweige im Wald blieben. Und das ist wichtig. In dem dünnen Holz stecken verhältnismäßig viele Nährstoffe, die so dem Wald und dem Wachstum der kommenden Baumgenerationen erhalten bleiben". Mit der steigenden Nachfrage nach Holz schnellten die Preise in die Höhe - seit dem Jahr 2005 inzwischen um das Dreifache. Totholz wird Waldbesitzern jetzt in manchen Gegenden förmlich aus den Händen gerissen.

Stefan Adler hält es für den falschen Weg, Holz im großen Stil zu verfeuern, so wie es das Erneuerbare-Energien-Gesetz fördert. 2010 sind erstmals mehr als 50 Prozent des hierzulande verbrauchten Holzes zur Energiegewinnung verheizt worden. "Und auch von den anderen 50 Prozent", sagt Adler, "wird ein Großteil nicht zu langlebigen Produkten verarbeitet, die 20 oder 30 Jahre verwendet würden - und also so lange den Kohlenstoff speicherten." Ein Beispiel für ein solches lang benutztes Produkt ist das Buch. "Aber nur noch ein geringer Teil des Zellstoffs für die Papierindustrie wird hier in Deutschland produziert. Der größte Teil wird importiert."

Deutschland ist einer der weltgrößten Holzimporteure

Deutschland ist zu einem Drittel mit Wäldern bedeckt. Und hält viel auf seine nachhaltige Forstwirtschaft. Die letzte Bundeswaldinventur hat ergeben: Die Deutschen besitzen einen Vorrat von 3,4 Milliarden Kubikmetern Holz - das ist mehr, als jedes andere europäische Land vorweisen kann. Aber Deutschland ist trotzdem einer der weltgrößten Importeure. 2013 wurden 7,6 Millionen Kubikmeter Festholz eingeführt; insgesamt waren es nach Schätzungen 124 Millionen Kubikmeter Holz oder seine Produkte wie Papier, Verpackungen, Möbel oder Gartenzäune.

Ob sie aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen, kann niemand sagen. Bis zu 5,2 Millionen Kubikmeter sollen 2009 aus illegalem Einschlag nach Deutschland importiert worden sein, so eine Berechnung des Bundesforschungsinstituts Johann Heinrich von Thünen. Auch wenn die neue EU-Handelsverordnung die Einfuhr von illegalem Holz jetzt verhindern soll: Wie viele Importe zwar legal sind, aber aus nicht nachhaltiger Forstwirtschaft stammen, kann kaum überprüft werden.

"Im Vergleich mit Deutschland gibt es weltweit große Probleme mit der nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder", sagt Nabu-Experte Adler. Wir verlagern unseren Holzhunger also ins Ausland. Riesige Flächen in den Wäldern Sibiriens fallen der Säge zum Opfer - aber dort brauchen Bäume wegen des Klimas über 200 Jahre, um auszuwachsen. Nicht-nachhaltiges Holz kommt nicht nur aus den Regenwäldern des Amazonasgebiets, sondern auch aus Ländern ziemlich direkt vor unserer Haustür: aus Estland, Lettland, Georgien. In Tschechien gibt es Protest gegen den heftigen Einschlag im berühmten Böhmerwald. In Bulgarien erleichtern es die Korruption, aber auch das Forstgesetz den Investoren, ganze Landstriche abzuholzen.

Auch Siegel können da nicht immer helfen. Ikea hat zum Beispiel vor einigen Jahren eine 300.000 Hektar große Waldfläche in Karelien, an der finnisch-russischen Grenze, gepachtet, um sich den Nachschub für seine Möbelproduktion zu sichern. 2006 erhielten diese Wälder dann, bewirtschaftet vom Ikea-Tochterunternehmen Swedwood, das FSC-Siegel. Weil dort nachweislich nicht nachhaltig bewirtschaftet wurde, ist es der Firma allerdings dieses Jahr wieder entzogen worden. "Für den Verbraucher ist manchmal schwer nachzuvollziehen, ob ein Möbelstück oder ein Stück Holz im Baumarkt aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt oder nicht", sagt Nabu-Forstwissenschaftler Adler. Man solle darum beim Kauf möglichst auf heimische, FSC-zertifizierte Holzprodukte achten.

Es geht um viel Geld

Heimisches Holz wäre für beinahe alle Belange vorhanden - wenn man es denn intelligent einsetzte. Davon ist zumindest Philipp zu Guttenberg überzeugt. Er ist Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände und vertritt zwei Millionen private und kommunale Waldbesitzer. Guttenberg sieht noch viele stille Reserven. "Zum einen nutzen wir von den jährlich rund 120 Millionen Kubikmetern Zuwachs in unseren Wäldern momentan nur die Hälfte", sagt Guttenberg. Zum anderen gebe es noch ein "erhebliches Mobilisierungspotenzial" etwa bei den Klein- und Kleinstwäldern, ohne dass man auch nur im Ansatz an die Grenze der Nachhaltigkeit stoße. "Wenn man auf dieses Holz aus ideologischen Gründen verzichtet, transportieren wir unsere Probleme ins Ausland. Was uns fehlt, wird auf einem globalisierten Markt einfach importiert."

Dass die Bundesregierung der Forderung von Umweltschützern nach mehr Waldstilllegungen nachgegeben hat, hält zu Guttenberg darum für einen völlig unausgegorenen Plan, insbesondere angesichts der Energiewende. Umweltorganisationen wie der Nabu halten es für zwingend notwendig, dass 10 Prozent der staatlichen und insgesamt fünf Prozent aller deutschen Wälder bis 2025 wieder zu Urwäldern werden. "So lange immer mehr hochrentable Wälder entstehen, sind viele Insekten, Pilze und Käferarten massiv bedroht. Denn die brauchen alte Wälder mit viel Totholz", sagt Nabu-Mann Stefan Adler.

Zu Guttenberg hält dagegen. Eine pauschale Flächenstilllegung habe keinen Mehrwert für den Wald, sondern schädige die Volkswirtschaft. Seine Rechnung sieht so aus: Weniger Einnahmen aus der Forstwirtschaft bedeuten auch weniger Geld für Umweltschutzmaßnahmen im Wald.

Und es geht um viel Geld. Das bundesweite Cluster Forst und Holz verzeichnet laut Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft einen Jahresumsatz von 170 Milliarden Euro. 1,2 Millionen Menschen arbeiten in diesem Bereich. Sollten die Stilllegungen tatsächlich bis 2025 umgesetzt werden, drohe nicht nur der Verlust von bis zu 50.000 Arbeitsplätzen, sagt Philipp zu Guttenberg. "Wenn wir auf dieses Holz verzichten, kann man es auch nicht mehr für den Klimaschutz einsetzen." Die Substitutionswirkung von Holz im Bausektor sei riesig: Als Alternative zu den energieintensiven und auf fossilen Ressourcen basierenden Materialien wie Stahl, Beton oder Aluminium.

"Holz als Baumaterial ist die höchste Form der Verwendung"

Zertifiziertes Holz für den Bau produziert das Sägewerk Binderholz in Kösching bei Ingolstadt. Es ist ein mittelständisches Unternehmen, in der Holzbranche aber einer der großen Spieler. 800.000 Kubikmeter Rundholz verarbeitet das österreichische Familienunternehmen jedes Jahr allein in Kösching zu Brettern, Bohlen und verleimten Balken. Und es gibt noch weitere Binderholz-Werke in Österreich. Auf dem 50 Hektar großen Gelände in Kösching türmen sich haushoch gestapelte Baumstämme. Nebenan steht eine Halle zur Pelletproduktion sowie ein Kraftwerk, das Reste wie die anfallende Rinde verbrennt. Die Wärme nutzt man, um die Massivholzprodukte zu trocknen. Der Ökostrom wird ins Netz eingespeist.

Das Sägewerk selbst ist 140 Meter lang. Im Inneren jagen Hunderte Kilo schwere Stämme vorbei, scheinbar so leicht wie Flaschen in einer Abfüllanlage. Überall bedecken Holzspäne Boden und Maschinen. Ein Wald ist nicht in Sicht.

Ein wenig abseits hat Binderholz ein Verwaltungszentrum gebaut, in H-Form und massiver Holzbauweise, natürlich. Darin sitzt auch Geschäftsführer Jörn Kimmich. Kann Binderholz sich mit regionalem Holz versorgen? "Als großes Sägewerk sind wir auf eine kontinuierliche Belieferung angewiesen. Lieferanten wie regionale private Waldbesitzer sind dazu ganzjährig und ausschließlich nicht in der Lage", sagt Kimmich. Man konzentriert sich deshalb auf kommunale und staatliche Wälder - im Umkreis von rund 150 Kilometern. Nur 10 Prozent des Holzes stammen nicht aus Bayern, sondern aus angrenzenden Bundesländern wie Thüringen oder Hessen. Manchmal auch aus Tschechien. Transportmittel ist der Zug, alles andere sei unsinnig, sagt Kimmich. Ein eigener, zweigleisiger Bahnanschluss führt auf das Gelände des Sägewerks.

Ähnlich wie Nabu-Experte Stefan Adler mahnt auch Kimmich, den wertvollen Rohstoff Holz effizient einzusetzen: "Holz als Baumaterial ist für mich die höchste Form der Verwendung. Es verrichtet viele Jahrzehnte seinen Dienst, weil es das gebundene CO2 im Gegensatz zur sofortigen Verwendung als Brennholz speichert." Kimmich wünscht sich, dass Umweltorganisationen und Forstbetriebe der "Brot-Baumart" Fichte mehr Aufmerksamkeit schenken. Denn die Buche, einer der Lieblingsbäume aufforstender Umweltschützer, sei oft qualitativ nicht hochwertig genug, um ihr Holz als Baumaterial weiterzuverarbeiten. "Also landen fast 80 Prozent unmittelbar im Ofen."

"Die Preise haben angezogen"

Auch Ludwig Poller aus Ampfing im oberbayerischen Landkreis Mühldorf hält nicht viel davon, Fichtenwälder mit Buchen zu versetzen. Der Obstbauer bewirtschaftet einen eigenen kleinen Wald von zwei Hektar Größe. Seit gut zehn Jahren verkauft er im Nebenerwerb Scheitholz an private Haushalte in der Umgebung. Das Holz bezieht er aus der Region. Hinter seinem Haus stapeln sich in langen Reihen Stämme von einem Meter Länge und mit einem Durchmesser von rund 15 Zentimetern. Gerade ist Poller dabei, eine neue Holzhackmaschine zu testen. "Seit Jahrzehnten pflanzen die Bayerischen Staatsforsten nur Buchen, angeblich aus Gründen der Nachhaltigkeit und des Naturschutzes", ärgert sich Poller. Anfangen kann auch er mit dem Buchenholz nichts: "Bei uns im Landkreis gab es schon immer nur Fichten und Tannen. Es steht im Umkreis keine Buche, die älter als 20 Jahre und somit zu gebrauchen ist."

Poller ist nicht derselben Meinung wie Waldbesitzer-Präsident zu Guttenberg, der sagt, es gäbe eigentlich genug Holz. "Ich spüre den Druck", sagt Poller. Manchmal sieht er einen Stapel Holz am Waldrand, dann fragt er schleunigst nach, ob er zu kaufen sei - bevor ein Wettbewerber das tut. "Die Preise haben angezogen." 60 Euro hat Poller für einen Kubikmeter Scheitholz vor ein paar Jahren frei Haus genommen. Heute sind es 85 Euro und mehr. Auch die kleinen Sägewerke im Landkreis, denen er Stämme aus seinem Wald verkauft, kämpften mit den hohen Preisen.

Mit den Forderungen von Naturschützern, doch mehr Waldgebiete stillzulegen und sie nicht mehr als Wirtschaftswald zu nutzen, kann sich auch Ludwig Poller nicht anfreunden: "An der Aufzucht eines Baumes sind mindestens zwei Generationen beteiligt - und dann soll er im Wald ungenutzt verfaulen? Im Nationalpark Bayerischer Wald blutet mir das Herz, wenn ich einen Baumstamm sehe, der sechs oder mehr Kubikmeter Nutzholz bringt, aber verrottet." Wenn er seinen Wald durchforstet, lässt Poller die Äste liegen, sie bringen dem Boden die Nährstoffe. "Ich bin gern in meinem Wald", sagt er. "Aber wenn ich einen Baum sehe, der einen anderen bedrängt, sage ich: Du musst leider raus." Der Stamm kommt bei ihm komplett aus dem Wald. "So funktioniert nachhaltige Forstwirtschaft seit Generationen."

Nachhaltig, das ist auch das große Schlagwort in Lohbrügge, im dortigen Holzheizkraftwerk. Die Anlage vor den Toren Hamburgs gehört einer Tochtergesellschaft der KWA Contracting AG in Stuttgart. Verbrannt wird ausschließlich Holz aus der Landschaftspflege. Holz das anfällt, wenn etwa Wege oder Straßenränder vom wucherndem Grün befreit oder Bäume gefällt werden müssen. "Zum Beispiel die Bäume, die beim Ausbau der Eisenbahnstrecke von Hamburg nach Lüneburg geschlagen wurden. Die wanderten zu einem großen Teil in unsere Anlage", sagt Jan Kersten-Stix.

Was aus dem Schlot komme, sei praktisch sauber. Wegen seiner modernen Filter stößt das Kraftwerk im Tagesdurchschnitt höchstens 20 Milligramm Staub pro Kubikmeter Abgas aus. Zum Vergleich: Bei modernen Kaminöfen sind bis zu 75 Milligramm zulässig. Der Wirkungsgrad der Anlage liegt bei sehr guten 83 Prozent.

Das Kraftwerk in Lohbrügge ist das einzige seiner Art in Hamburg. Es gäbe keine Probleme mit dem Nachschub an Holz, sagt Jan Kersten-Stix. Aber wenn es nach den Plänen der Bundesregierung geht, und das energetische Verfeuern von Holz Zunder bekommt, kann sich das sehr bald ändern.

Dieser Text stammt aus dem Magazin "enorm - Wirtschaft für den Menschen"

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SchnurzelPuPu 07.12.2014
1. Dämmen
Wenn wir die Häuser in Deutschland dämmen, dann reicht der Zuwachs. Verbrennen wir dann nur noch Holz 2.0, also vorher stofflich genutztes, ist das kein Problem mehr.
digger 07.12.2014
2. Ökowahnsinn
Vermutlich werden jetzt in Osteuropa rücksichtslos die Wälder gerodet damit wir hier unsere Öko-Energie haben. Nicht zu vergessen das diese tollen Pelletheizungen auch massiv Feinstaub in die Luft pusten und dabei auch unangenehm riechen. Zum Glück sind diese Pelletheizungen weitgehend auf Süddeutschland beschränkt und woanders quasi unbekannt. Ganz einfach weil die Leute Nord/West/Ost-Deutschland schlichtweg nicht das Geld so locker sitzen haben, um mal eben für paar zehntausend Euro eine neue Heizung anzuschaffen, nur weil diese Pellets gerade "in" sind.
Aus_die_Laus 07.12.2014
3. Bin ich zu dämlich...
...oder sind es die anderen? Es soll also gutes Kohlendioxid geben, das bei der Verbrennung von Holz entsteht und nicht zum Treibhauseffekt beiträgt, und es soll schlechtes Kohlendioxid geben, das bei der Verbrennung von Öl und Kohle entsteht und das Klima anheizt bzw. vernichtet (daher auch "Klimakiller"). Und ich dachte immer, es gibt nur ein einziges Kohlendioxid, dem es völlig egal ist, wo es herkommt. Verbrenne ich mehr Kohle, brauche ich weniger Holz zu verbrennen. Verbrenne ich mehr Holz, dann brauche ich weniger Kohle zu verbrennen. Alles wurscht, dachte ich mir, es kommt nur drauf an, wieviel Kohlendioxid insgesamt entsteht. Aber da bin ich wohl auf dem sprichtwörtlichen Holzweg.
never-stop 07.12.2014
4. Ungenutzt verfaulen
Hirnverbrannte Holzköpfe, das wäre doch ein nettes Wortspiel zu dem Thema. Und zu den Leuten die hier und anderswo das Naturphänomen Wald verwursten. Vor kurzem war ich im Odenwald, in der Erwartung nach Monaten des Stadtlebens mal wieder "Natur" zu erleben. Was aus der Ferne noch halbwegs nach Idylle aussieht entpuppt sich bei Betreten als Monokultur, leblos, fast unbegehbar weil kreuz und quer die unerwünschten Äste im Holzacker herumliegen. Aber die Meinung dass wir unbedingt die Schöpfung bis zum letzten Quentchen ausbeuten dürfen, sogar müssen, ist stark verbreitet. Dass alles Leben, inklusive uns selbst, aber einem völlig freien Prozess entsprungen ist, das geht nicht rein in die vernagelten Hirne. Wenn sich die Gentechnik weiter durchsetzt wird dieser Wahn sich endgültig durchsetzen und jeder Respekt und Tiefblick verschwinden. Wenn jemand der in diesem Business Strippen zieht einen notwendigen Teil des Lebensprozesses als "ungenutzt verfaulen" bezeichnet dann verliere ich jede Hoffnung für Mensch und Natur ob dieser Ignoranz. Wir müssten politisch durchsetzen von mindestens 10% der Landfläche unserer gierigen Pfoten zu lassen und die Natur selbst weiter wirken lassen, aber das ist nicht mal ansatzweise zu erkennen.
stuhlsen 07.12.2014
5. Verwirrender Artikel
Der Artikel verwirrt den Leser mehr als dass er aufklärt. Nur zwei Beispiele: In Oberbayern insbesondere gilt es als "wissenschaftlich" ausgemacht, dass die hier noch vorherrschende Fichte mittelfristig ausstirbt. Nachpflanzen dieser Sorte daher sinnlos. Also setzen wir Buchen und andere Sorten, um den "wissenschaftlich" geforderten Mischwald zu generieren. Laut Artikel hier taugt die Buche aber nichts, außer verheizen. Ein qm Buchenholz zum Verbrennen ist deutlich teurer als ein qm Fichten- oder Kiefernholz. Doch gibt die Buche mehr Wärme ab, deshalb stimmt der höhere Preis. Wir haben hier in unserem kleinen Waldstück schon seit zwei Generationen das Prinzip verfolgt: Ein gefällter Baum wird durch zwei junge neue ersetzt, wobei auf Mischwald geachtet werden soll. Was stimmt denn nun ?
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