Apple-Zulieferer: Drei Foxconn-Mitarbeiter stürzen sich in den Tod

Schon 2010 wurde Foxconn von einer Selbstmordserie erschüttert, nun haben sich schon wieder drei Mitarbeiter das Leben genommen. Noch ist unklar, ob die Suizide mit den Arbeitsbedingungen in den Fabriken des IT-Riesen zusammenhängen.

Arbeiterinnen in Foxconn-Werk: Selbstmorde in Elektronikfabrik Zur Großansicht
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Arbeiterinnen in Foxconn-Werk: Selbstmorde in Elektronikfabrik

Hamburg - Bei Foxconn hat es erneut Selbstmorde gegeben. Drei Mitarbeiter der Elektronikfirma hätten sich auf dem Fabrikgelände in den Tod gestürzt, teilten die US-Menschenrechtsgruppe China Labor Watch und die regierungsnahe chinesische Nachrichtenagentur Xinhua mit.

Demnach habe sich am 24. April ein 24-jähriger Mann das Leben genommen, am 27. April habe eine 23-jährige Frau Selbstmord begangen. Der jüngste Vorfall habe sich am Dienstag ereignet, als sich ein 30-jähriger Mann in den Tod stürzte.

Die Selbstmorde ereigneten sich laut China Labor Watch in einer Foxconn-Fabrik in der chinesischen Stadt Zhengzhou. Die Gründe für die Todessprünge seien unklar.

Das taiwanische Unternehmen Foxconn ist Weltmarktführer bei Computerkomponenten; es produziert unter anderen für Apple Chart zeigen, Nokia Chart zeigen und Sony Chart zeigen. Hinter der Firma steht der Konzern Hon Hai Precision Industry, der in China 1,2 Millionen Menschen beschäftigt.

Foxconn steht seit 2010 unter Beobachtung, denn schon damals wurde das Unternehmen von einer Selbstmordserie erschüttert. Seinerzeit nahmen sich mindestens 13 Mitarbeiter das Leben. Aktivisten führten die damaligen Suizide auf harte Arbeitsbedingungen zurück. Seit den Vorfällen sind die Löhne um fast 70 Prozent angehoben worden.

Der Elektronikkonzern Foxconn kündigte zudem an, die Rechte von Arbeitnehmervertretern zu stärken. Erstmals wolle das Unternehmen in seinen Werken eine Art Betriebsratswahl organisieren, berichtete die "Financial Times" im Februar. Dies sei eine Premiere unter chinesischen Großunternehmen, deren Gewerkschaftsvertreter bislang vom Management und den Lokalregierungen kontrolliert würden.

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ssu/AFP

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