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Foxconn: Krawalle befeuern Kritik an iPhone-Hersteller

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5000 Polizisten müssen beim taiwanischen Elektronikproduzenten Foxconn anrücken, um eine Massenschlägerei unter Kontrolle zu bringen. Unklar ist, was die 2000 Arbeiter so wütend gemacht hat. Polizei und Foxconn sprechen von einem Streit unter Kollegen. Blogger zeichnen ein anderes Bild.

Fotostrecke: Ausschreitungen bei Foxconn Fotos
REUTERS/Stringer

Peking - Die Fabrik ist geschlossen, vorerst. Die 79.000 Foxconn-Arbeiter in der nordchinesischen Millionenstadt Taiyuan werden fürs Erste keine Elektronikgeräte mehr für den westlichen Markt zusammenbauen. Die Polizei ermittelt, was der Grund für die gewalttätigen Auseinandersetzungen war, an denen 2000 Arbeiter beteiligt waren und die von mehr als doppelt so vielen Polizisten beendet wurden. Mehrere Menschen wurden festgenommen, 40 zum Teil offenbar schwer Verletzte in Krankenhäuser gebracht.

Die Informationen sind spärlich, gesichert scheinen bisher nur Zeit und Ort der Krawalle: Am späten Sonntagabend kam es in einem Wohnheim des Elektronikherstellers, das unter privater Leitung stehen soll, zu einem Streit. Die Auseinandersetzung habe "eine große Gruppe Zuschauer angezogen und Chaos ausgelöst", zitiert die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua einen Polizeisprecher.

Foxconn: Streit war privater Natur

Foxconn und die Polizei teilten mit, dass der Streit vermutlich nicht in Zusammenhang mit der Arbeit der Beteiligten gestanden habe. In chinesischen Internetforen hieß es dagegen, die Auseinandersetzung habe sich möglicherweise daran entzündet, dass ein Wachmann einen Mitarbeiter geschlagen habe.

Hua Kalen hält das für plausibel. Er arbeitet für die unabhängige Arbeitsschutzorganisation China Labor Research in Hongkong: "Wir haben zwar wenige Erkenntnisse über die Fabrik in Taiyuan, aber wir wissen aus anderen Foxconn-Werken, dass die Sicherheitsleute dazu tendieren, Gewalt gegen Arbeiter anzuwenden. Das gehört geradezu zur Unternehmenskultur."

Hua hält die von Usern des Twitter-ähnlichen chinesischen Mikroblogs Sina Weibo geäußerten Spekulationen über einen Streit zwischen Arbeitern aus verschiedenen Landesteilen für unwahrscheinlich: "Es gibt unter Foxconn-Arbeitern nur sehr wenig horizontale Kommunikation. Es ist sehr schwer, dort Gruppen zu bilden." Es sei den Arbeitern in der Regel nicht erlaubt, während der Arbeit miteinander zu sprechen oder einander nach der Arbeit in den Schlafsälen zu besuchen. Der Frust staue sich auf. "Wenn ein Sicherheitsmann während der Überprüfung eines Schlafsaals mit einem Arbeiter aneinandergerät, kann so eine Situation sehr schnell außer Kontrolle geraten."

Foxconn war in der Vergangenheit mehrfach wegen der Arbeitsbedingungen in seinen Werken in die Kritik geraten. Die Tochterfirma von Hon Hai Precision Industry baut unter anderem Geräte für Apple, Sony, Dell und Nokia. Für negative Schlagzeilen sorgten in der Vergangenheit die Selbstmorde mehrerer Angestellter. Nach heftigen Protesten sagten Apple und Foxconn später zu, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Die Fair Labor Association (FLA) attestierte dem chinesischen Unternehmen, das mehr als eine Million Menschen beschäftigt, zuletzt Fortschritte, mahnte aber weitere Anstrengungen an.

Blogger berichten von Kampf zwischen Arbeitern und Sicherheitsleuten

Viele Mikroblogger bei Sina Weibo sehen die Schuld im aktuellen Fall bei Foxconn: "Verdammt. Es waren Arbeiter und Sicherheitsleute, die miteinander kämpften", schreibt einer. "Die Polizei kam, um den Streit zu schlichten, das machte die Arbeiter noch wütender." In dem Mikroblog wurden auch Fotos veröffentlicht, die zerbrochene Fenster, ein ausgebranntes Fahrzeug sowie Polizisten mit Helmen, Schildern und Schlagstöcken zeigen. Viele User zeigen mit Äußerungen wie "Wo Unterdrückung ist, da ist Widerstand" Verständnis für den Streit.

Grundsätzlich seien die Bemühungen des Unternehmens, die Arbeitsbedingungen der Arbeiter zu verbessern, zu begrüßen, sagt Kalen Hua von China Labor Research. Lobenswert sei zum Beispiel die Einrichtung von Beschwerde-Hotlines - in der Praxis allerdings seien diese oft nicht viel wert: Bei einem Besuch der Foxconn-Fabrik in der Stadt Tianjin zum Beispiel habe er selbst erfahren, dass Mitarbeiter der Sicherheitsdienste praktisch unbegrenzt Zugang zu den Schlafsälen der Arbeiter, ja sogar zu deren Spinden hätten. Das empfänden die Arbeiter als Verletzung ihrer Privatsphäre. "Aber sie können letztlich nichts dagegen tun. Es hilft nichts, die Hilfe-Hotline anzurufen."

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1. armselig
Wi-Fi 24.09.2012
Zitat von sysopREUTERS/Stringer5000 Polizisten müssen beim chinesischen Elektronikproduzenten Foxconn anrücken, um eine Massenschlägerei unter Kontrolle zu bringen. Unklar ist, was die 2000 Arbeiter so wütend gemacht hat. Polizei und Foxconn sprechen von einem Streit unter Kollegen. Blogger zeichnen ein anderes Bild. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/foxconn-nach-massenschlaegerei-waechst-kritik-an-iphone-hersteller-a-857673.html
Die Behörden dort sollten sich lieber um die unsäglichen Zustände bei den dortigen Jeans Herstellern kümmern, gilt auch für die zu erwartenden Apple Bashern hier, die alle Jeans bekannter großer Marken tragen die in China unter saumäßigen Arbeitsbedingungen gefertigt wurden, aber einen Apple Neider interessiert das natürlich nicht, der bejammert die 'miesen' Arbeitsbedingungen bei Foxconn, auch wenn er nie da war, nix gesehen hat, aber nachplappern kann was andere meinen zu wissen. (Des Kaisers neue Kleider).
2. optional
manka 24.09.2012
Is ja nett - die Arbeiter werden wie bei uns früher in Schlafsälen zusammengepfercht und leben quasi nur für die Arbeit. Das diese einen Wohnort für sich haben, so wie bei uns üblich, also deren Einkommen für ein deartiges Auskommen ausreicht, scheint dort nicht möglich zu sein. Aber gut, für billige Technikspielereien in unseren "Ich-bin-ja-nicht-blöd"-Shops, ist das nur recht und billig.
3. Wei ein Gulag, und trotzdem
sverris 24.09.2012
werden Iphones und andere Produkte in dem Bereich von Apple und anderen "Hightech"-Firmen in ungekannten Zahlen gekauft und auf ungekannte Weise gepriesen. Tja.
4.
zappamagma 24.09.2012
Seht ihr, es gibt auch negative Apple Berichterstattung auf SPON: „Krawalle befeuern Kritik an iPhone-Hersteller“. Was für eine Schlagzeile. Im ZDF gerade war in einem Bericht über die Unruhen zu hören, dass Foxconn für viele Hersteller tätig ist. So ist das richtig, so muss das sein.
5. Kononialpolitik vom Feinsten
bolle01 24.09.2012
Früher wurde von den Kononialherren das Land ausgebeutet und die Afrikaner versklavt. Heute macher wir es perfider. Wieviele Schicksale hängen an einem Iphone mit denen sich hier die Menschen schmücken. Lebensqualität kommt nicht aus Dum Ping. Warum wird dann so etwas auch noch in der "zivilisierten" Welt überteurt verkauft? Einfach mal mit der "nicht Google Maps" App auf das Werk oder die Wohnbaracken zoomen, bin mir nicht sicher das diese Technik dann immer noch HIPP ist, was nicht heissen soll andere Hersteller sind besser?
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