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Umstrittener Apple-Zulieferer: Foxconn will offenbar Sharp übernehmen

5,3 Milliarden Dollar und ein Bleiberecht für die alte Führungsriege - mit diesem Angebot strebt der Apple-Zulieferer Foxconn laut Berichten die Übernahme von Sharp an. Die japanische Regierung sträube sich aber.

Sharp-Werbung in Tokio: Angebot aus Taiwan Zur Großansicht
REUTERS

Sharp-Werbung in Tokio: Angebot aus Taiwan

Zunächst machten Berichte die Runde, wonach Foxconn Interesse an einer Geschäftssparte von Sharp hat. Nun aber greift Foxconn offenbar nach dem gesamten japanischen Konzern. Laut dem "Wall Street Journal" (WSJ) und der Nachrichtenagentur Bloomberg will der Apple-Zulieferer das angeschlagene Elektronikunternehmen übernehmen. Foxconn habe umgerechnet 5,3 Milliarden Dollar geboten, berichtete das "WSJ" unter Berufung auf Insider. Die Führungsspitze von Sharp solle bleiben, um den japanischen Behörden entgegenzukommen.

Laut Bloomberg ist noch im Januar eine Entscheidung zu erwarten, ob die Offerte angenommen oder abgelehnt wird.

Foxconn hat seinen Sitz in Taiwan. Die Regierung in Japan sträubt sich offenbar dagegen, dass Sharp von ausländischen Firmen gekauft wird. Deswegen werde eine Rettung durch den japanischen Staatsfonds INJC erwogen, schreibt das "WSJ". An der Börse sorgten die Übernahmegerüchte für Aufsehen. Sharp-Aktien stiegen in Japan teilweise um 20 Prozent.

Noch im vergangenen Jahr hieß es, Foxconn habe Interesse an der LCD-Sparte von Sharp, die Flüssigkristall-Displays für Smartphones und Tablets herstellt. Sharp Chart zeigen steht seit Längerem unter Druck und machte in den vergangenen Monaten laufend Verluste.

Sowohl Sharp als auch Foxconn sind mit Apple Chart zeigen im Geschäft. Foxconn stellt Elektronik- und Computerteile her und produziert für Apple das iPhone und das iPad. Der Konzern fertigt aber auch für Microsoft Chart zeigen die Spielkonsole Xbox sowie PCs für Hewlett-Packard Chart zeigen und Dell Chart zeigen.

Foxconn ist der größte Hightech-Zulieferer der Welt. Bisher lässt der Konzern vor allem in China bauen. Rund 1,3 Millionen Menschen sind dort bei Foxconn angestellt. Damit ist das Unternehmen der mit Abstand größte private Arbeitgeber des Landes.

Allerdings steht Foxconn immer wieder wegen schlechter Arbeitsbedingungen in der Kritik. Vor allem eine Serie von Suiziden unter den Beschäftigten hat den Konzern in Verruf gebracht.

mmq/Reuters

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