Warnung vor Fracking Bierbrauer fürchten um Reinheitsgebot

Deutschlands Bierbrauer mischen sich in den Streit über Gasförderung ein. Durch Fracking sei die Sicherheit der Trinkwasserversorgung gefährdet, warnt der Verband - allerdings wurde die Gasförderung in Trinkwasserschutzgebieten verboten.

Maßkrüge: Brauer warnen vor Fracking
DPA

Maßkrüge: Brauer warnen vor Fracking


Berlin - Der Streit über Fracking nimmt kuriose Züge an: Deutsche Bierbrauer warnen nun vor der umstrittenen Förderung von Erdgas aus tiefem Gestein. Dadurch drohe eine Verunreinigung des Trinkwassers, heißt es in einem Brief des Deutschen Brauer-Bunds an die Bundesregierung, aus dem die "Bild"-Zeitung zitiert. Die Regierung hat allerdings bereits Vorkehrungen getroffen: In Regionen, wo Trinkwasser gewonnen wird, wurde Fracking verboten.

"Die bislang von der Bundesregierung vorgesehenen Gesetzesänderungen reichen nicht aus, um die erforderliche Sicherheit für die Trinkwasserversorgung sicherzustellen und den Anforderungen an das Reinheitsgebot für Bier Rechnung zu tragen", heißt es nun aber dem Zeitungsbericht zufolge in dem Brief des Brauer-Bunds, der an sechs Ministerien ging. Ein Sprecher bestätigte die Informationen auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE.

Die Brauwirtschaft sei auf ein "qualitativ einwandfreies Trinkwasser zum Brauen angewiesen", heißt es weiter. Durch die Fracking-Methode könne diese Versorgungssicherheit eingeschränkt oder sogar ganz beseitigt werden. Vor einem Regierungsbeschluss solle die Diskussion daher weiter fortgeführt werden.

Das Einbringen eines Gesetzentwurfs zum Fracking ins Kabinett wurde bereits mehrfach verschoben. Mitte Mai hatte sich die schwarz-gelbe Koalition auf einen Gesetzentwurf geeinigt, in dem Berichten zufolge Fracking im Einzugsgebiet von Trinkwasserseen wie dem Bodensee verboten werden soll. In der Nähe von Talsperren solle es hingegen weiter erlaubt sein.

Die Bundesregierung will ein Gesetz auf den Weg bringen, das die Bedingungen festlegen soll, unter denen die Technologie in Deutschland eingesetzt werden darf. Durch das sogenannte Fracking wird Schiefergas aus Schiefergestein tief unter der Erde gelöst. Die Technologie ist unter anderem deshalb umstritten, weil dabei Chemikalien eingesetzt werden, die auch das Trinkwasser verunreinigen könnten.

cte/AFP

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pepe_sargnagel 23.05.2013
1.
Zitat von sysopDPADeutschlands Bierbrauer mischen sich in den Streit über Gasförderung ein. Durch Fracking sei die Sicherheit der Trinkwasserversorgung gefährdet, warnt der Verband - und damit auch das Reinheitsgebot des Gerstensafts. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/fracking-bierbrauer-sehen-gefahr-fuer-reinheitsgebot-a-901395.html
Das würde ich mir nie verzeihen! Haben wir denn keine Lust auf Gasrausch? Dann wären wir ja schon wie die Griechen, die keine Lust auf Goldrausch haben. Keine Lust auf Goldrausch: Griechisches Dorf rebelliert gegen Goldschürfer - Keine Lust auf Goldschürfen - FOCUS Online - Nachrichten (http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/tid-31240/keine-lust-auf-goldschuerfen-griechisches-dorf-spielt-asterix-und-obelix-mit-der-polizei_aid_991533.html) Vielleicht könnte man auch dazu sagen, dass es uns relativ egal ist, wenn Fracking in der Nachbarstadt betrieben wird. Frei nach dem Florian: "Lieber Florian verschon mein Haus, zünd andere an." Klappt sicherlich in Deutschland, denn man nimmt gerne die eigenen Vorteile an, wenn andere die Kosten und den Schaden dafür haben. Kurz und knapp: Es regiert sich sehr leicht hier (auch weil ein Leitmedium wie der FOCUS solche Überschriften wie oben produziert).
fuenfringe 23.05.2013
2. Geil
Zitat von sysopDPADeutschlands Bierbrauer mischen sich in den Streit über Gasförderung ein. Durch Fracking sei die Sicherheit der Trinkwasserversorgung gefährdet, warnt der Verband - und damit auch das Reinheitsgebot des Gerstensafts. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/fracking-bierbrauer-sehen-gefahr-fuer-reinheitsgebot-a-901395.html
das trifft jetzt den Deutschen am Nerv... dank, Brauereiwirtschaft! Endlich ein Argument, dem sich Brüderle und Konsorten... oh Moment, die trinken ja Wein...
Mo2 23.05.2013
3. zum Wohl
Vermutlich das einzige Argument, um den Michel zu Protest gegen Fracking zu motivieren. Klarer als mit der Verzweiflungsmethode Fracking kann die Endzeit der fossilen Rohstoffe nicht anzeigt werden.
csmart48 23.05.2013
4. optional
Naja. Das Reinheitsgebot wird nicht gerade gefördert in dem man Hopfenextrakt anstatt richtigem Hopfen verwendet. Macht fast jeder mittlererweile.
Bruschetta 23.05.2013
5. Was bitte ist...
...an diesem sachlich begründeten Einwand "kurios"? Laut Duden "auf unverständliche, fast spaßig anmutende Weise sonderbar, merkwürdig". Fracking als Spaßfaktor?
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