Verseuchtes Grundwasser Fracking-Firma muss US-Familien mit Millionen entschädigen

Das Wasser aus der Leitung schäumte und stank - zwei Familien verklagten eine Fracking-Firma und gewannen. Das Unternehmen muss ihnen eine Millionen-Entschädigung zahlen.

Bohrturm der Firma Cabot Oil & Gas in Pennsylvania
AFP

Bohrturm der Firma Cabot Oil & Gas in Pennsylvania


Es ist ein seltener Sieg von Verbrauchern gegen ein Unternehmen aus der Energiebranche: Ein US-Erdgasförderer muss zwei Familien rund 4,25 Millionen Dollar Entschädigung zahlen. Das entschied ein Gericht in Scranton im Bundesstaat Pennsylvania - nach sechs Jahren Verhandlungen. Die Jury befand die Firma Cabot Oil & Gas für schuldig, das Grundwasser in Susquehanna County durch sogenanntes Fracking verschmutzt zu haben, das Bohren nach Gas in tiefen Gesteinsschichten.

Die beiden dort lebenden Familien hatten Cabot 2009 verklagt, nachdem ungewöhnlich viel Methan im Grundwasser aufgetreten war. Bewohner hatten schon 2008 von Problemen berichtet. So sei dreckiges, schaumiges und stinkendes Wasser aus den Leitungen ihrer Häuser gekommen. Das Trinkwasser habe gestunken und faulig geschmeckt. Wer es trank, habe sich übergeben müssen oder habe Ausschlag bekommen.

Die Firma hatte stets behauptet, die Probleme habe es bereits vor den Bohrungen gegeben, wie die Lokalzeitung "Scranton Times-Tribune" berichtete. "Es war ein Kampf. Es war eine Schlacht. Man hat es mit einem Millionen-Dollar-Unternehmen zu tun", sagte der Hauptkläger Scott Ely dem Lokalsender WBRE-TV. Ein Cabot-Anwalt kündigte Berufung an.

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Umstrittene Fördermethode Fracking: Gier nach Pennsylvanias Gas
Pennsylvania zählt zu den wichtigsten Gasfördergebieten der USA. Beim Fracking drücken die Förderer mit Hochdruck Flüssigkeiten in tiefliegende Gesteinsschichten, um diese aufzubrechen. Aus den entstehenden Rissen tritt Gas aus, das ansonsten nicht zugänglich wäre. Umweltschützer kritisieren die Methode, unter anderem wegen der Gefahren, die diese für das Grundwasser bergen würde.

Im Oscar nominierten Dokumentarfilm "Gasland"(2010), der sich um Fracking in den USA dreht, besucht der Regisseur Josh Fox unter anderem auch Susquehanna County.

nck/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 63 Beiträge
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zynik 11.03.2016
1. Seltsam
...und ich dachte Fracking sei prima und die Giftstoffe aus dem Wasserhahn ein großer Fake von bösen Naturschutzaktivisten.
gärtnerin_65 11.03.2016
2. Das ist doch nur eine Verschwöhrungstheorie,
dass Fracking Umwelt schadet! Und die Leute, die so etwas nicht unter ihrem Haus-Dorf-Stadt haben wollen, sind doch zurückgebliebene verrückte Spinner, die nur das Fortschritt anhalten wollen! Oder doch nicht?
grommeck 11.03.2016
3. Alles Propaganda!!
Fracking ist völlig unbedenklich - wie die Atomkraft auch. Sagen doch unsere schlauen Experten und Politiker, oder?
BeatDaddy 11.03.2016
4. Na, da kann
der Ölpreis doch endlich wieder angehoben werden...Ziel erreicht, Fracking-Firmen plattgemacht und weiter gehts mit dem Raubbau an der Erde und ihrer Bevölkerung...
trail 11.03.2016
5. Sarkasmus?
Ich hoffe ja eigentlich, für unsere Kinder und Kindeskinder, dass wir wegkommen vom Öl! Sollen sie ruhig alle klagen und gewinnen! Soll der Ölpreis ruhig unten bleiben, damit sich Fracking bloß nicht rentiert.
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