AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 15/2014

Fracking in Deutschland Neue Testbohrung in Mecklenburg-Vorpommern geplant

Das umstrittene Fracking erlebt in Deutschland ein Comeback: Im Mai soll das Verfahren in Mecklenburg-Vorpommern nach SPIEGEL-Informationen erstmals seit 2011 wieder eingesetzt werden. Auch in Niedersachsen deutet sich ein Kurswechsel an.

Bohrfeld in North Dakota: Erlaubt werden soll nur das Fracking konventioneller Lagerstätten
Corbis

Bohrfeld in North Dakota: Erlaubt werden soll nur das Fracking konventioneller Lagerstätten


Hamburg - Erstmals seit fast drei Jahren will die deutsche Förderindustrie im Mai wieder das umstrittene Fracking-Verfahren einsetzen. Das Unternehmen Central European Petroleum plant am Bohrloch "Barth-11" in Mecklenburg-Vorpommern eine Flüssigkeit rund 2700 Meter tief ins Gestein zu pressen, damit Risse entstehen, aus denen Öl an die Oberfläche strömt.

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Heft 15/2014
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Die Methode wird von Umweltschützern kritisiert. Sie warnen vor unabsehbaren Gefahren für das Grundwasser. Die Förderindustrie stoppte im Sommer 2011 sämtliche Vorhaben in Deutschland.

Auch in Niedersachsen deutet sich ein Kurswechsel an. Die Landesregierung bereitet derzeit einen Erlass vor, der festlegt, unter welchen Bedingungen Fracking erlaubt werden soll; vorgesehen ist unter anderem eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Die Anordnung tritt voraussichtlich im Herbst in Kraft, dann könnten die Förderfirmen, sofern alle Genehmigungen vorliegen, etwa ein Jahr später die Arbeiten aufnehmen.

Erlaubt werden soll nur das Fracking konventioneller Lagerstätten, also von Sandstein-Vorkommen, die tiefer als 2500 Meter liegen, fernab vom Grundwasser. Diese Praxis wird in Deutschland seit mehr als 50 Jahren verfolgt. Auch die Bohrung in Mecklenburg-Vorpommern fällt in diese Kategorie. Nicht erlaubt werden soll das Fracking unkonventioneller Vorkommen, etwa in Schiefergestein, wie es vielfach in den USA praktiziert wird.

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insgesamt 91 Beiträge
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Seite 1
evolution2.0 06.04.2014
1. optional
Das wird ne schöne Party.Mal schauen ob die grünen dagegen sind.
humble_opinion 06.04.2014
2. Unterm Strich zähl' ich
Wegen Konsumgeilheit und angeblich ständig notwendigem Wirtschaftswachstum die eigene Existenzgrundlage so zu gefährden ist schon heavy. Und die 'Unterm-Strich-zähl-ich'-Lemminge werden auch dabei wieder hinterherlaufen. Es ist zum k***en!
Fred Clever 06.04.2014
3. Unglaublich...!
Bin ich wirklich der Einzige, der den prämierten Film "Gasland" gesehen hat. Leute, wenn ihr nicht wollt, dass ihr eure Wasserleitungen anzünden könnt, eure Kinder krank werden, euer Grundwasser verseucht wird und ihr auf Lebenszeit auf Lastwagen mit Trinkwasser angewiesen seid, geht auf die Straße, und wehrt euch mit allen Mitteln, die der Rechtsstaat hergibt !!! Hier werden Verbrechen gegen Mensch und Natur geplant.
Blendy 06.04.2014
4. Wieso?
Wieso, ob die Grünen dagegen sind? Frag Dich doch, ob Du dagegen bist! Als ob nur die Grünen für eine unversehrte Natur sind??! Politik immer schön den Politikern lassen, um dann motzen zu können!
richard-erb 06.04.2014
5. Hmm.. Mecklenburg-Vorpommern. Ein SPD Ministerpräsident, ein SPD Umweltminister und ein
SPD Energieminister. Wie könnte man es nun bloss schaffen, das der CDU in die Schuhe zu schieben?
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