France Télécom Feuerwehr verhindert weiteren Selbstmord

Rettung im letzten Moment: Feuerwehrleute haben einen Mitarbeiter der France Télécom am Selbstmord gehindert. Zwei Dutzend Angestellte haben sich wegen des Konzernumbaus bereits das Leben genommen. Unternehmenschef Lombard räumte Fehler ein.


Marseilles - Bei der französischen Télécom verhinderte die Feuerwehr einen neuen Selbstmord in letzter Minute. Der Mann habe eine Abschieds-SMS an seine Familie, einen Vorgesetzten und mehrere Kollegen geschickt, sagte ein Sprecher von France Télécom Chart zeigen. Er sei depressiv und seit mehreren Wochen krankgeschrieben gewesen. Der Mann soll auch darunter gelitten haben, dass einer seiner Kollegen sich im Sommer das Leben genommen hatte.

Bei France Télécom haben sich in den vergangenen 20 Monaten 24 Mitarbeiter umgebracht. Arbeitsminister Xavier Darcos sagte im französischen Fernsehsender Canal+, France Télécom habe sich nun zu Verhandlungen verpflichtet. Dabei soll es um Stress am Arbeitsplatz, Versetzungen sowie ein ausgeglichenes Berufs- und Privatleben gehen.

Die Gewerkschaften machen den rasanten Umbau des Konzerns für die gehäuften Suizide verantwortlich, weil viele Beschäftigte versetzt würden und die Arbeitsbedingungen sich änderten. Als erste Konsequenz hatte Anfang des Monats der stellvertretende Generaldirektor des Unternehmens seinen Platz räumen müssen. Vergangene Woche gestand France-Télécom-Chef Didier Lombard selbst Fehler ein. Er habe "bestimmten Anzeichen" für die Stimmung und Lage der Beschäftigten "wahrscheinlich nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt".

mip/AFP



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