Zeitungskrise "FAZ" streicht bis zu 200 Stellen

Die Zeitungskrise in Deutschland verschärft sich. Die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" will rund 200 Arbeitsplätze abbauen, ein Fünftel davon in der Redaktion.

Titelseite der "FAZ" (Archivbild): M assiver Personalabbau

Titelseite der "FAZ" (Archivbild): Massiver Personalabbau


Hamburg - Jetzt ist es offiziell: Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ") steht ein massiver Stellenabbau bevor. Bei der überregionalen Zeitung sollen bis zu 200 von insgesamt 900 Arbeitsplätze gestrichen werden, teilte das Blatt mit.

Die Belegschaft sei in einer Versammlung über die Maßnahmen informiert worden, gibt die "FAZ" bekannt. Ziel sei es, bis 2017 mehr als 20 Millionen Euro in allen Bereichen des Unternehmens einzusparen.

"Auch betriebsbedingte Kündigungen können nicht ausgeschlossen werden", heißt es in der Mitteilung. Die Pläne sehen vor, dass in den Verlagsbereichen in den kommenden zwei bis drei Jahren voraussichtlich 160 Stellen abgebaut werden.

In der Redaktion sollen bis zu 40 Arbeitsplätze eingespart werden. Dieser Stellenabbau solle über natürliche Fluktuation, Altersteilzeit sowie sozialverträgliche Regelungen erfolgen. Die Redaktion der "FAZ", der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" und des Online-Portals "faz.net" besteht zurzeit aus nahezu 400 festangestellten Redaktionsmitgliedern.

Die "FAZ" ist seit Jahren in den roten Zahlen. 2012 verbuchte sie einen Verlust von 4,3 Millionen Euro. 2013 steht laut einem Bericht des "Handelsblatts" unterm Strich ein Jahresfehlbetrag im hohen einstelligen Millionen-Euro-Bereich.

bos/ssu

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insgesamt 68 Beiträge
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meckeronkel 16.09.2014
1. Da muss ich ja schnell noch meine FAZ Gutscheinhefte einlösen, ...
... die ich mir in den 80er-Jahren gekauft habe, bevor die Zeitung dann eines Tages gar nicht mehr erscheint..
Wassup 16.09.2014
2. Gibt der Mindestlohn den Zeitungen den Rest?
Dürfen sich Journalisten nun nicht mehr selbst grenzenlos ausbeuten - müssen sich einige von Ihnen in das Heer der Arbeitslosen einreihen? Mehr Hintergrundinformationen bitte!
annetteseliger 16.09.2014
3. Zeitungskrise
Ich nehme nicht an, dass es ein Problem des Internets ist mit dem hier die Presse konfrontiert ist. Es gibt Blätter, die sehr zulegen können. Ich denke, dass die Leser die mangelnde Objektivität der Medien und deren Verbindungen zum politischen Establishment leid sind. Die Ukraine Krise oder jetzt aktuell das Verhältnis zur AfD nach den Wahlen zeigt doch sehr offensichtlich dass die fünfte Gewalt ihrem Verfassungsauftrag nicht mehr nachkommt. Sie werden von den herrschenden Parteien vor ihren ideologischen Zug gespannt und tragen dann brav deren Meinung vor. "Putin ist böse und möchte Europa in die Knechtschaft führen - der Westen ist gut und möchte die Ukraine befreien". "Die AfD ist politisch rechts und bedient Nazi Parolen". Die Wählerwanderungen aber zeigen auf, dass dies nicht der Fall ist. Ich sehe schwarz für die bekannte Presse aus Süddeutsche, Spiegel, FAZ, Stern oder Focus, wenn sie ihre offensichtliche Parteinahme nicht abstellen und zum journalistischen Weg der Objektivität zurückkehren.
MeFFM 16.09.2014
4. Die Belegschaft soll noch am Dienstag informiert werden
Dieser Satz sagt schon wieder alles. Offensichtlich ist auch die FAZ so ein Saftladen bei dem man interne wichtige News als erstes aus der Zeitung erfährt und nicht vom Chef...
Liberalitärer 16.09.2014
5. Zeitungskrise
Alles sehr traurig im Aufschwung XXL. Naja beim grassierenden Fachkräftemangel und nahender Vollbeschäftigung werden die Redakteure sicherlich sehr schnell einen Platz in einem Call Center erhaschen können. (Sarkasmus aus) SPON und Spiegel bleibt zu raten, mal einen Blick auf das neue Communitymodell des Guardian zu werfen. Das könnte m.E. funktionieren, jedenfalls sieht es so schlecht nicht aus. Vor allem ist es ausbaufähig.
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