Luftfahrt Frankfurter Flughafen verliert international an Bedeutung

Deutschlands größtes Luftdrehkreuz dürfte in den kommenden Jahren unwichtiger werden. Laut einem Zeitungsbericht wächst die Zahl der Passagiere am Frankfurter Flughafen kaum noch - während die der Fluggäste in Deutschland stark steigt.

Flughafen in Frankfurt: Kaum noch Wachstum
DPA

Flughafen in Frankfurt: Kaum noch Wachstum


Der Flughafen Frankfurt am Main droht ein Bedeutungsverlust. Das berichtet die "Welt" unter Berufung auf den aktuellen Luftverkehrsbericht des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die Zahl der Passagiere an Deutschlands größtem Luftdrehkreuz ist demnach im vergangenen Jahr nur um 2,7 Prozent gewachsen. Insgesamt werden an dem Airport jährlich gut 60 Millionen Gäste abgefertigt.

Im internationalen Vergleich ist der Frankfurter Flughafen inzwischen weit abgeschlagen - er schafft es nicht einmal mehr in die Top Ten der größten Flughafen. Internationaler Spitzenreiter ist der Airport in Atlanta, der jährlich fast 100.000.000 Passagiere abfertigt.

In den kommenden Jahren dürfte der Frankfurter Flughafen international weiter an Bedeutung verlieren. Denn andere Flughäfen wachsen deutlich schneller. So habe etwa der Internationale Flughafen Istanbul mit 56,7 Millionen Fluggästen im vergangenen Jahr einen Zuwachs von 13,6 Prozent geschafft, schreibt die "Welt". In Istanbul, Peking und Dubai werden zudem bald neue Mega-Airports eröffnet.

Boom bei Flugreisen

Gleichzeitig rechnen die Luftfahrtexperten vom DLR damit, dass das Passagieraufkommen in Deutschland bis 2030 um mehr 70 Millionen Fluggäste zunehmen wird. Die beförderte Fracht dürfte sich auf 7,3 Millionen Tonnen verdreifachen.

Insgesamt findet im Luftverkehr eine starke Verdichtung statt. Die Fluggesellschaften würden weltweit aufgrund lernfähiger Buchungssoftware immer besser darin, ihre Flugzeuge bis fast auf den letzten Platz zu füllen, heißt es in dem Bericht.

Die Flugzeuge selbst werden immer größer. Die Anzahl der Flugzeuge deutscher Airlines mit weniger als 150 Sitzen sei deutlich zurückgegangen, schreiben die DLR-Experten. Ziel der Airlines sei es, Betriebskosten sowie Gebühren für Flughäfen, Lotsen und Sicherheit zu sparen.

ssu

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insgesamt 120 Beiträge
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Bueckstueck 22.12.2015
1. Gute Nachricht für die Leute dort
Denn es bedeutet weniger Wachstum beim Lärm.
jana45 22.12.2015
2.
Der Flughafen in Frankfurt ist architektonisch ziemlich hässlich und dunkel. Es gibt lange Wege ohne Laufband. Er ist unübersichtlich. Kostenlose Internetterminals gibt es glaube ich auch nicht. Ich persönlich versuche ihn immer zu meiden. Als ein wichtiges Eingangsportal für Deutschland sind die Terminals ziemlich peinlich. - Aber ist nur meine Meinung.
postbote101 22.12.2015
3.
Wundert nicht. Gibt genügend große und vor allem international angeschlossene Flughäfen in Deutschland. Ist eben nicht mehr so wie vor 20 Jahren, als FFM noch Sprungbrett in ferne Länder war. Heutzutage kann man sogar von Köln-Bonn z.B. nach Bangkok Nonstop fliegen. Stuttgart, München, Düsseldorf sind ebenfalls international ausgelegte Airports. Wozu also noch FFM?
prest 22.12.2015
4. Wir wollen Wohlstand für alle durch ungebremstes Wachstum
Die Fraport AG hat gegen Bedeutungslosigkeit vorgesorgt. Zuletzt hat sie sich 14 Flughäfen in Griechenland so "treuhandmäßig" einverleibt.
!!!Fovea!!! 22.12.2015
5.
Das Problem in Frankfurt ist, dass er zu unübersichtlich, chaotische Verkehrsführung und vor allem "zu teuer" ist. Schaut man sich die Buchungen an, wie deutlich der Reisepreis nach oben schießt, wenn man von FFM fliegen will, weicht man lieber nach Stuttgart/Köln o.a. aus, gerade wenn man mit der DB (falls die nicht streiken oder einen Triebkopfschaden haben) kostenlos zum nächsten Flughafen fahren kann. Ob das Terminal nun hell oder dunkel dabei ist, ist nebensächlich.
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