Rheinmetall Ex-Verteidigungsminister Jung geht in die Rüstungsindustrie

Ex-Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung zieht offenbar in den Aufsichtsrat des Rüstungskonzerns Rheinmetall ein. Laut einem Bericht soll Jung im Mai gewählt werden.

Rheinmetall in Düsseldorf
DPA

Rheinmetall in Düsseldorf


Der frühere Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) soll einem Zeitungsbericht zufolge in den Aufsichtsrat des Rüstungskonzerns Rheinmetall einziehen. Der 68-jährige CDU-Politiker, der von 2005 bis 2009 an der Spitze des Verteidigungsministeriums stand und danach kurz Bundesarbeitsminister war, solle auf der Hauptversammlung am 9. Mai in das Kontrollgremium gewählt werden, berichtet die "Welt".

Der Rheinmetall-Konzern mit 5,6 Milliarden Euro Umsatz besitzt zwei nahezu gleich große Säulen aus Automobiltechnik sowie Rüstung. Bei Rheinmetall war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Der Zeitung zufolge hat ein Rheinmetall-Sprecher die geplante Berufung mit der besonderen Expertise von Jung im Verteidigungsbereich begründet.

In der Einladung zur Hauptversammlung am 9. Mai 2017 in Berlin ist der Vorschlag enthalten, Jung - der auch Rechtsanwalt und Notar ist - als einen Vertreter der Anteilseigner in den Aufsichtsrat zu wählen. Jung stand von 2005 bis 2009 an der Spitze des Verteidigungsministeriums.

Jung wäre nicht der erste Ex-Bundesminister bei Rheinmetall. Anfang 2015 wechselte der ehemalige Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) zur Rheinmetall AG, um die Mitglieder des Konzernvorstandes in "Fragen und Aufgaben der internationalen Strategieentwicklung und beim Ausbau der globalen Regierungsbeziehungen" zu unterstützen. Niebel war in den Jahren von 2009 bis 2013 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Rheinmetall hatte sich jüngst im Rennen um einen milliardenschweren Auftrag der Bundeswehr mit dem Elektronikkonzern Rohde & Schwarz zusammengetan. Die beiden Konzerne gründen ein Gemeinschaftsunternehmen, das sich um zwei Großaufträge der Bundeswehr bewerben soll, wie Rheinmetall in der vergangenen Woche mitteilte.

Die Bundeswehr will für das Heer ihre Funksysteme erneuern, Tausende Bundeswehr-Fahrzeuge stünden vor der Umrüstung, hieß es weiter. Der Auftragswert dürfte dem MDax-Konzern zufolge im mittleren einstelligen Milliarden Euro-Bereich liegen.

nck/dpa



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