Umfrage: Nur jeder vierte Deutsche will strenge Frauenquote

Im Streit über eine Frauenquote für Unternehmen hat Familienministerin Schröder offenbar die Mehrheit der Deutschen auf ihrer Seite. Laut einer Umfrage unterstützen 61 Prozent ihre Forderung nach einer freiwilligen Selbstverpflichtung. Nur ein Viertel ist für eine gesetzliche Quote.

Frau unter Männern: Die meisten Deutschen wollen keine verbindliche Quote Zur Großansicht
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Frau unter Männern: Die meisten Deutschen wollen keine verbindliche Quote

Berlin - Die EU-Kommission und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) fordern eine gesetzlich verankerte Frauenquote in Führungsetagen der Unternehmen, Familienministerin Kristina Schröder lehnt diese dagegen ab. Sie plädiert für eine Selbstverpflichtung der Unternehmen. Mit dieser Strategie hat Schröder offenbar die Mehrheit der Deutschen hinter sich. Laut ARD-"Deutschlandtrend" unterstützen 61 Prozent den Vorschlag von Schröder.

Dagegen sprachen sich nur 24 Prozent der Befragten dafür aus, dass den Unternehmen ein Frauenanteil von 30 Prozent in Führungspositionen verbindlich vorgeschrieben wird. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während fast ein Drittel der Frauen für eine staatliche Vorgabe ist, unterstützen diese nur 17 Prozent der Männer. Das Institut Infratest Dimap hatte im Auftrag der ARD am Dienstag und Mittwoch 1000 Bundesbürger befragt.

Auch zwischen EU-Kommission und Bundesregierung gibt es keine Einigkeit über die Einführung einer Quote. "Ich werde alles dafür tun, dass die Quote für Aufsichtsräte kommt", sagte EU-Justizkommissarin Viviane Reding kürzlich in einem SPIEGEL-Streitgespräch mit Familienministerin Schröder. Reding will bis zum Jahr 2020 einen Frauenanteil von 40 Prozent in den Aufsichtsräten der börsennotierten Unternehmen erreichen.

Schröder dagegen argumentiert, Brüssel habe nicht das Recht, Deutschland eine Quote vorzuschreiben. Es sei absurd, ganz unterschiedlichen Unternehmen eine einheitliche Quote vorzuschreiben. Schröder setzt darauf, dass die Unternehmen eine individuelle Quote festschreiben.

Dagegen kritisiert Arbeitsministerin von der Leyen, der Anteil von Frauen in Spitzenjobs klettere in Deutschland im "Schneckentempo". Sie wirbt vehement für eine feste gesetzliche Frauenquote.

mmq/Reuters

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insgesamt 65 Beiträge
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1. Unleugbar ist,
n+1 13.04.2012
Zitat von sysopIm Streit über eine Frauenquote für Unternehmen hat Familienministerin Schröder offenbar die Mehrheit der Deutschen auf ihrer Seite. Laut einer Umfrage unterstützen 61 Prozent ihre Forderung nach einer freiwilligen Selbstverpflichtung. Nur ein Viertel ist für eine gesetzliche Quote. Umfrage: Nur jeder vierte Deutsche will*strenge Frauenquote - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,827383,00.html)
die Frauen hierzulande schandhaft benachteiligt werden. Als allererster Schritt unumgänglich: 55 Jahre lang eine Dienstpflicht nur für Frauen (12 Monate) kaserniert, ohne Geld, mind. 50 Stunden pro Woche. Dass Frauen das von 1956 bis 2011 nicht machen durften, ist eine Unverschämtheit! Nach diesen 55 Jahren betrachten wir dann die Zusammensetzung der Aufsichtsräte und treffen dann weitere Entscheidungen. Die zweitschlimmste Diskriminierung ist die berufliche Unfallquote. Über 90% der Unfälle treffen Männer. Das kann so nicht weiter hingenommen werden. Auch Frauen haben das Recht auf Nervenkitzel und Abenteuer. Also rein in die Gefahrberufe.
2. Absurd
eigene_meinung 13.04.2012
Es ist absurd, z. B. auch für ein technologieorientiertes Unternehmen, in dem hauptsächlich Ingenieure arbeiten - und das sind derzeit nun einmal vor allem Männer (was ich durchaus bedaure) - eine Frauenquote für Vorstand und/oder Aufsichtsrat zu fordern, die weit über der Frauenquote bei den Mitarbeitern liegt.
3.
nagevog 13.04.2012
Zitat von sysopIm Streit über eine Frauenquote für Unternehmen hat Familienministerin Schröder offenbar die Mehrheit der Deutschen auf ihrer Seite. Laut einer Umfrage unterstützen 61 Prozent ihre Forderung nach einer freiwilligen Selbstverpflichtung. Nur ein Viertel ist für eine gesetzliche Quote. Umfrage: Nur jeder vierte Deutsche will*strenge Frauenquote - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,827383,00.html)
Na sowas! Dann hat sich die ganze Propaganda der letzten Monate also nicht gelohnt(von der Kohle hätte man warscheinl. 10 Kitas eröffnen können). Willkommen in der Realität, liebe Frauen-Quoten Beführworter.
4.
wahrsager23 13.04.2012
Nein sowas, wir Männer wollen nicht gesetzlich diskriminiert, wer hätte sowas nur gedacht. Aber schön, dass ich dann schon mal weiss, dass ich KEINE CDU wählen werde, solange das Thema Quote bei denen nicht vom Tisch ist.
5.
Cotti 13.04.2012
Zitat von sysopIm Streit über eine Frauenquote für Unternehmen hat Familienministerin Schröder offenbar die Mehrheit der Deutschen auf ihrer Seite. Laut einer Umfrage unterstützen 61 Prozent ihre Forderung nach einer freiwilligen Selbstverpflichtung. Nur ein Viertel ist für eine gesetzliche Quote...
Besteht dieses Viertel denn dann wenigstens nur aus Frauen? Das bedeutet doch wohl eindeutig, dass nicht einmal Frauen etwas von einer Quote halten - wohl auch aus der Erkenntnis heraus, dass sie selbst gar keinen Führungsposten wollen. Eine Quote wollen im Grunde nur solche Leute, die gern nach oben wollen - aber eigentlich die Qualifikation dafür nicht schaffen.
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