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Führungswechsel: Computergigant IBM beruft erstmals Frau an die Spitze

Der IT-Riese IBM bekommt eine neue Führung: Erstmals in der hundertjährigen Geschichte rückt eine Frau an die Spitze des Computerkonzerns. Virginia Rometty hat es von der Systemtechnikerin zur Vorstandschefin gebracht.

Neue IBM-Chefin Rometty: Seit 1981 im Konzern Zur Großansicht
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Neue IBM-Chefin Rometty: Seit 1981 im Konzern

Armonk - Es ist kein leichtes Erbe, das Virginia Rometty übernimmt. Zum Jahreswechsel löst die 54-Jährige bei IBM Konzernchef Sam Palmisano ab - einen der erfolgreichsten Manager der USA. "Sam hat uns vor allem beigebracht, niemals damit aufzuhören, IBM neu zu erfinden", erklärte die Nachfolgerin am Dienstag etwas pathetisch.

Als erste Frau übernimmt Rometty nun die Führung des Computerkonzerns, der in diesem Jahr sein hundertjähriges Bestehen gefeiert hat. Rometty fing 1981 als Systemtechnikerin an und arbeitete sich bis zur weltweiten Verkaufsleiterin hoch. Damit gehörte sie zum Führungszirkel des Konzerns. Noch-Chef Palmisano bezeichnete seine Nachfolgerin als "ideale Konzernchefin": Sie habe in den vergangenen zehn Jahren eine ganze Reihe von IBMs wichtigsten Geschäftszweigen geleitet.

Palmisano selbst rückte 2002 an die Spitze von IBM Chart zeigen. In seiner Amtszeit baute er den Computerhersteller zu einem Dienstleistungsgiganten um, dem nicht einmal die Wirtschaftskrise viel anhaben konnte. Er verkaufte nacheinander das angestammte Geschäft mit PC, Druckern und Festplatten und steckte die Erlöse in den Zukauf von Software-Firmen sowie in den Ausbau des Beratungs- und Servicegeschäfts.

So ganz will Palmisano nicht gehen

Der Umbau war erfolgreich. Mittlerweile macht IBM einen Jahresumsatz von 100 Milliarden Dollar und beschäftigt weltweit rund 430.000 Menschen. An der Börse wird der Konzern mit mehr als 250 Milliarden Dollar bewertet. Damit ist IBM mehr wert als Google Chart zeigen oder Microsoft Chart zeigen und wird unter den Technologiefirmen nur noch von Apple Chart zeigen übertroffen.

IBM betreibt heute etwa die Rechenzentren für andere Firmen. Das ist wesentlich lukrativer, als einfache Hardware zu bauen. Von der alten IBM sind im Wesentlichen noch die leistungsstarken Firmenrechner übrig geblieben. "Es gibt keine größere Ehre im Geschäftsleben, als gefragt zu werden, ob man IBM führen möchte", sagte Rometty.

So ganz will sich Palmisano allerdings noch nicht zurückziehen - obwohl er das für IBM-Chefs typische Rentenalter von 60 Jahren erreicht hat. Er wechselt an die Spitze des Verwaltungsrats und ist in dieser Funktion künftig Romettys oberster Kontrolleur.

cte/dpa

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insgesamt 39 Beiträge
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1. erm?
RubyRhod 26.10.2011
bin ich der einzige, der das Wort "Frauenquote" vermisst? Fast schon niveauvoll, dass das Wort nicht in dem Artikel aufgetaucht ist.
2. Glückwunsch!
horstma 26.10.2011
Als ehemaliger IBMer kann ich Rometty nur Glück wünschen, denn eins ist klar: Es mag für sie zwar eine Ehre sein, aber einfach wird das nicht. Es wird schon ein großer Erfolg sein, wenn sie die Firma auf der jetzigen Spur halten kann, denn im Nachhinein betrachtet hat Palmisano alles richtig gemacht. Daß dieser in den Aufsichtsrat wechselt, dürfte Mitarbeiter und Börsianer gleichermassen beruhigen.
3. ...
acitapple 26.10.2011
wieso frauenquote ? die dame ist seit 30 jahren im unternehmen und hat leistung gebracht, die erbrachten zahlen und erfolge sprechen für sich. ihre berufung hat sie sich also redlich verdient. aber bin mal gespannt ob die theorie aufgehen wird. manche behaupten ja, wenn erst mal frauen an der spitze sind, werden sie "automatisch" für bessere bedingungen für die anderen frauen sorgen.
4. Gegen Titelzwang
Ollie_ 26.10.2011
Na wie toll!! Müssen solche Nachrichten immer dermaßen gepuscht werden, als ob es ein Jahrhundertereignis ist? Man könnte meine, die Marsmännchen landen auf der Erde.
5. Wie im Artikel zu lesen ist
nebenjobber 26.10.2011
Zitat von Ollie_Na wie toll!! Müssen solche Nachrichten immer dermaßen gepuscht werden, als ob es ein Jahrhundertereignis ist? Man könnte meine, die Marsmännchen landen auf der Erde.
stellt die Berufung tatsächlich ein Jahrhundertereignis dar, insofern.... Wenn ich mir das ständige Gemaule um Frauenquoten anschaue, müßten solche Meldungen noch viel häufiger erfolgen
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