Armonk - Es ist kein leichtes Erbe, das Virginia Rometty übernimmt. Zum Jahreswechsel löst die 54-Jährige bei IBM Konzernchef Sam Palmisano ab - einen der erfolgreichsten Manager der USA. "Sam hat uns vor allem beigebracht, niemals damit aufzuhören, IBM neu zu erfinden", erklärte die Nachfolgerin am Dienstag etwas pathetisch.
Als erste Frau übernimmt Rometty nun die Führung des Computerkonzerns, der in diesem Jahr sein hundertjähriges Bestehen gefeiert hat. Rometty fing 1981 als Systemtechnikerin an und arbeitete sich bis zur weltweiten Verkaufsleiterin hoch. Damit gehörte sie zum Führungszirkel des Konzerns. Noch-Chef Palmisano bezeichnete seine Nachfolgerin als "ideale Konzernchefin": Sie habe in den vergangenen zehn Jahren eine ganze Reihe von IBMs wichtigsten Geschäftszweigen geleitet.
Palmisano selbst rückte 2002 an die Spitze von IBM
. In seiner Amtszeit baute er den Computerhersteller zu einem Dienstleistungsgiganten um, dem nicht einmal die Wirtschaftskrise viel anhaben konnte. Er verkaufte nacheinander das angestammte Geschäft mit PC, Druckern und Festplatten und steckte die Erlöse in den Zukauf von Software-Firmen sowie in den Ausbau des Beratungs- und Servicegeschäfts.
So ganz will Palmisano nicht gehen
Der Umbau war erfolgreich. Mittlerweile macht IBM einen Jahresumsatz von 100 Milliarden Dollar und beschäftigt weltweit rund 430.000 Menschen. An der Börse wird der Konzern mit mehr als 250 Milliarden Dollar bewertet. Damit ist IBM mehr wert als Google
oder Microsoft
und wird unter den Technologiefirmen nur noch von Apple
übertroffen.
IBM betreibt heute etwa die Rechenzentren für andere Firmen. Das ist wesentlich lukrativer, als einfache Hardware zu bauen. Von der alten IBM sind im Wesentlichen noch die leistungsstarken Firmenrechner übrig geblieben. "Es gibt keine größere Ehre im Geschäftsleben, als gefragt zu werden, ob man IBM führen möchte", sagte Rometty.
So ganz will sich Palmisano allerdings noch nicht zurückziehen - obwohl er das für IBM-Chefs typische Rentenalter von 60 Jahren erreicht hat. Er wechselt an die Spitze des Verwaltungsrats und ist in dieser Funktion künftig Romettys oberster Kontrolleur.
cte/dpa
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