Für 100 Millionen Euro Bahn-Chef Grube verspricht ICE-Modernisierungen

Die Bahn plant eine Service-Offensive: Vorstandschef Rüdiger Grube kündigt im SPIEGEL die Runderneuerung von 20 Prozent der ICE-Züge an. Zudem verteidigt er die milliardenschwere Übernahme des britischen Konzerns Arriva.

Bahn-Chef Grube: "Wir packen die Dinge an: Stück für Stück, Schritt für Schritt"
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Bahn-Chef Grube: "Wir packen die Dinge an: Stück für Stück, Schritt für Schritt"


Hamburg - Die Deutsche Bahn will noch in diesem Jahr damit beginnen, ihre gesamte ICE-2-Flotte für rund hundert Millionen Euro zu überholen. Ab November soll damit ein Fünftel aller ICE in Diensten der Bahn von Grund auf erneuert werden. Das sagte der Bahn-Vorstandsvorsitzende Rüdiger Grube im Gespräch mit dem SPIEGEL.

Die Züge sollen unter anderem neue Sitze, Bistros und Toiletten bekommen. "Wir packen die Dinge an: Stück für Stück, Schritt für Schritt", sagte Grube. Innerhalb der Service-Offensive sollen unter anderem die Kaffeemaschinen in den älteren IC-Zügen für mehr als eine Million Euro erneuert werden. "Verbesserungen dauern, aber sie werden kommen", erklärte Grube mit Blick auf die öffentliche Kritik am Service- und Dienstleistungsangebot der Bahn.

Unterdessen müssen Bahnkunden weiter mit Problemen im ICE-Verkehr rechnen. Frühestens im Jahr 2013 sollen alle Züge mit neuen Achsen bestückt sein. "Bis dahin kann es immer wieder zu Schwierigkeiten kommen", sage der Bahn-Chef.

Grube verteidigte im SPIEGEL-Gespräch die 2,7 Milliarden Euro teure Übernahmen des britischen Verkehrskonzern Arriva. Im Inland habe die Bahn aus politischen Gründen im Regionalverkehr rund 20 Prozent Umsatz an Wettbewerber abgegeben müssen. Sein Unternehmen könne daher nur im Ausland wachsen. "Europa steht in unserer Branche vor einer Konsolidierungswelle. Am Ende werden voraussichtlich wohl nur fünf bis sechs große Anbieter übrig bleiben."

"Das ist Diskriminierung"

Der Bahn-Chef verteidigte auch die Strategie seines Vorgängers Hartmut Mehdorn, das Unternehmen zu einem globalen Mobilitäts- und Logistikkonzern auszubauen. "Seine Strategie war ja nicht verkehrt, letzten Endes wurde lediglich der Börsengang zum damaligen Zeitpunkt falsch eingeschätzt, denn die Welt war schon eine ganz andere."

Im Zusammenhang mit der europäischen Liberalisierung im Personenverkehr plädierte Grube für gleichen Standards, Wettbewerbs- und Zugangsbedingungen. "Es werden zwar immer neue Gesetze für ganz Europa verabschiedet, was die Liberalisierung angeht, aber sie werden nicht umgesetzt", sagte Grube. "In Frankreich gibt es nicht mal eine Wettbewerbsbehörde, bei der wir uns beschweren können." So dürfe der ICE beispielsweise durch jeden Alpentunnel, nicht aber durch den Eurotunnel zwischen Frankreich und England fahren, weil er dafür nicht zugelassen sei. "Das ist Diskriminierung. So kann man nicht wachsen", sagte Grube.



insgesamt 215 Beiträge
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rick.sander 25.03.2010
1. Grube ist genauso der Richtige
wie Mehdorn der Richtige war, oder auch nicht. Er hat ja bei ihm gelernt. Beide sind keine Eisenbahner und damit von vornherein für diesen Job ungeeignet, denn die Bahn hat ihre eigenen Gesetze. von dem "Gewinn" muß man die Einsparungen noch abziehen, die nicht erzielt worden wären, wenn die Fahrzeuge anständig gewartet worden wären(denn das kostet) und das notwendige Personal um pünktlich und sauber zu sein. Dann bliebe nichts mehr übrig und die Mißwirtschaft und Unfähigkeit der Verantwortlichen läge offen zu Tage. dann wäre da noch die Frage, wo denn der "Gewinn" herkommt und wofür er verwendet wird. Denn von den notwendigen Streckensanierungen und -Ausbauten ist ja keine Rede. Das Netz gehört weg von der DB und dann werden wir sehen.
Elfenklatscher 25.03.2010
2. selbst ins knie geschossen
die dbag wundert sich wohl ernsthaft über diesen einbruch? sie ist selbst verantwortlich dafür! die db verhindert mit aller kraft jeglichen gütertransport, wo sie nur kann. es werden keine gleisanschlüsse an fabrikgelände gebaut, lkw per zug transportieren wurde wieder abgeschafft, die kosten für speditionsfirmen hat die bahn in die höhe geschraubt, strecken werden eingestampft. es gibt mehrere gutachten, die belegen, daß dadurch der güterverkehr auf der strasse wieder zugenommen hat. manchmal frage ich mich, wozu es die dbag noch gibt. immerhin arbeitet sie fatalerweise gegen ihre kundschaft und beschwert sich dann über einbrechende gewinne...sowas
japan10 25.03.2010
3.
Zitat von sysopDie Wirtschaftskrise hat die Deutsche Bahn stark gebeutelt: Der Gewinn ist 2009 um über 32 Prozent eingebrochen und sank auf 830 Millionen Euro. Ist Grube der Richtige für die Deutsche Bahn?
Nicht die Finanzkrise hat die Bahn gebeutelt, sondern die Bahn selbst zieht sich nach unten. Grube will ja auch an die Börse und sich im Haifischbecken tummeln, damit noch mehr die Daumenschrauben angezogen werden können. Dieser Konzern ist ein gutes Spiegelbild für unsere Gesellschaft.
weltbetrachter 28.03.2010
4. ... wann denn auch hier ? ? ?
Glückwunsch an die Deutsche Bahn ! ! ! Aber wann wird denn hierzulande mit gleicher Akrebie gehandelt? Projekte stecken jahrelang fest, die Ostanbindung des Münchener Flughafens sei da nur als Beispiel für viele andere genannt. Prima das im Ausland Projekte durchgeführt werden. Aber wo bleibt Deutschland ??? - Oder kommen künftig die Subventionen für die Bahn auch aus dem Ausland zur Entlastung des deutschen Steuerzahlers ? ? ?
oberst klein 28.03.2010
5. Bahn ergattert Großauftrag für Schienennetz am Golf
Das ist ja wohl ein Witz: In Deutschland sind die Züge dreckig und unpünktlich und jetzt investiert die heruntergewirtschaftete Bundesbahn Milliarden an Steuergeldern in Abu Dhabi.
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