Folgen von Fukushima: Tepcos Verluste summieren sich auf 20 Milliarden

Trotz umfangreicher Staatshilfen: Mehr als ein Jahr nach dem Atomunfall von Fukushima verliert der AKW-Betreiber Tepco weiterhin Milliarden. Auch im kommenden Jahr dürfte das Unternehmen nicht aus den roten Zahlen kommen.

Tepco-Zentrale in Tokio: Verstärkt auf fossile Brennstoffe angewiesen Zur Großansicht
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Tepco-Zentrale in Tokio: Verstärkt auf fossile Brennstoffe angewiesen

Tokio - Der Atomkonzern Tepco ist de facto verstaatlicht, Ende April sagte die Regierung eine Kapitalspritze von zehn Milliarden Euro zu und übernahm im Gegenzug mehr als 50 Prozent der Stimmrechte. Die neue Bilanz des Unternehmens zeigt nun, wie dringend diese Unterstützung nötig ist: Die Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima hat Tepco demnach bislang Verluste von fast 20 Milliarden Euro eingebracht.

Vor allem die immensen Schadensersatzforderungen führten im vergangenen Geschäftsjahr 2011/12 zu einem Fehlbetrag von umgerechnet 7,58 Milliarden Euro. Im vorangegangenen Geschäftsjahr 2010/11 hatte sich das Minus sogar auf umgerechnet gut zwölf Milliarden Euro summiert.

Der Unfall im AKW Fukushima im März 2011 hatte zur Folge, dass mittlerweile alle japanischen Kernkraftwerke wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet sind. Deshalb mussten Tepco und andere Energieerzeuger bei der Stromproduktion verstärkt auf fossile Brennstoffe zurückgreifen, was die Kosten weiter in die Höhe trieb.

Die Staatshilfen für Tepco summieren sich seit Beginn der Atomkrise auf mindestens 34 Milliarden Euro. Auch im neuen Geschäftsjahr dürfte Tepco nicht aus den roten Zahlen kommen. Das Management prognostiziert allerdings nur noch eine Milliarde Euro Verlust. Gewinne werden erst für das kommende Geschäftsjahr bis Ende März 2014 erwartet.

Der Sanierungsplan für Tepco sieht vor, dass das Unternehmen von April 2013 an die stillgelegten Atomreaktoren wieder hochfährt. Beobachter erwarten jedoch Widerstand aus der Bevölkerung.

dab/dpa/Reuters

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insgesamt 19 Beiträge
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1. Atomkraft! Nein Danke!
ostap 14.05.2012
Zitat von sysopREUTERSTrotz umfangreicher Staatshilfen: Mehr als ein Jahr nach dem Atomunfall von Fukushima verliert der AKW-Betreiber Tepco weiterhin Milliarden. Auch im kommenden Jahr dürfte das Unternehmen nicht aus den roten Zahlen kommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,833040,00.html
20Mrd$ Verlust ist noch nichts gegen den Verlust von 250Mrd$, die der japanische Steuerzahler wegen Fukushima zu tragen hat! Das wäre bei uns auch nicht anders, nur noch schlimmer, weil dichter besiedelt und kein Ozean so nahe am Schrottmeiler, dass man den ganzen radioaktiven Abfall einfach ins Meer leiten könnte. Deshalb: Atomkraft! Nein Danke!
2. Bestimmt
coyote38 14.05.2012
gibt es doch bei der EU auch DAFÜR irgendeinen Rettungsfonds ... irgendeine Erklärung wird sich doch wohl finden lassen, warum TEPCO sytemrelevant und die Rettung alternativlos ist ... Hier ist die Kanzlerin gefragt ...
3. Atomkraft
Wofgang 14.05.2012
So günstig kann Atomkraft sein!
4.
Thom-d 14.05.2012
Zitat von sysopREUTERSTrotz umfangreicher Staatshilfen: Mehr als ein Jahr nach dem Atomunfall von Fukushima verliert der AKW-Betreiber Tepco weiterhin Milliarden. Auch im kommenden Jahr dürfte das Unternehmen nicht aus den roten Zahlen kommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,833040,00.html
Die Schuld für diese Verluste trägt die japanische Regierung, die völlig unnötig die erstklassigen japanischen Atommeiler abgeschaltet hat. Deshalb muß auch die Regierung für die Verluste Tepcos aufkommen
5.
Thom-d 14.05.2012
Sollten die AKWs in japan noch 5 bis 10 jahre lang ausgeschaltet bleiben, steigt die Staatsverschuldung in schwindelerregende Höhen und der Untergang Japans als Industrieland wäre nicht mehr aufzuhalten
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