Importverbot Südkorea wehrt sich gegen Fukushima-Fisch

Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima stoppte Südkorea die Einfuhr japanischer Fischereiprodukte. Zu Unrecht, entschied jetzt die Welthandelsorganisation (WTO). Die Regierung in Seoul will sich weiter wehren.

Japanischer Fischer in der Nähe von Fukushima
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Japanischer Fischer in der Nähe von Fukushima


Südkorea will eine Entscheidung der Welthandelsorganisation anfechten, wonach das Land nicht länger die Einfuhr japanischer Fischereiprodukte unterbinden darf. Der Widerspruch diene der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit, hieß es in einer Stellungnahme der Regierung. Man werde die bestehenden Regelungen aufrechterhalten.

Im Jahr 2013 hatte Südkorea den Import sämtlicher Fischereierzeugnisse aus acht Präfekturen in der Nähe des Katastrophenreaktors Fukushima untersagt. Schon unmittelbar nach dem Unglück im Jahr 2011 waren die Auflagen verschärft worden, sodass unter anderem Inspektionszertifikate für potentiell belastete Lebensmittel verlangt werden konnten.

Die in Genf angesiedelte WTO hatte eine Beschwerde von Japan angenommen, wonach die Einschränkungen ihre Regeln verletzen und ein Handelshemmnis darstellen. Der japanische Landwirtschaftsminister bezeichnete Südkoreas Widerspruch als bedauerlich und appellierte an die Regierung in Seoul, die WTO-Entscheidung zu akzeptieren.

Auch andere Länder haben die Einfuhr von Produkten aus der Umgebung von Fukushima eingeschränkt, darunter China. Seit der Katastrophe hoben jedoch bereits 26 Länder Importverbote auf.

dab/AP

insgesamt 5 Beiträge
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makromizer 23.02.2018
1.
Man könnte stattdessen auch einfach Grenzwerte für die erlaubte Belastung aufstellen. Das regionale filtern ist wenig intelligent, nicht nur, weil es kollektivistisch ist, sondern der Zusammenhang zwischen Strahlenbelastung im Fischfang und den Regionen sehr schwach ist.
geotie 23.02.2018
2.
Bevor jetzt sich vor ausländische Produkte abgeschottet wird und deshalb mit einer Klage zu rechnen ist, warum schreibt man dann nicht das Fanggebiet 'Fukushima' auf die Ware und macht obendrein Stichproben. Dann kann der Händler/Kunde selbst entscheiden, ob er die Ware anbieten oder kaufen will. Gefahrenhinweise werden ja wohl noch erlaubt sein, besonders wenn man bei Messungen schlechte Werte entdeckt!
berlin-steffen 23.02.2018
3. Das ist Freihandel!
Das ist Freihandel und keiner darf behindert werden. Das ist Kapitalismus, da zählt das Leben einzelner nicht. Wichtiger ist, das die Fischer aus Japan ihren Strahlenfisch verkaufen können. Nun im Ernst, der Tipp mit den Grenzwerten ist realistisch. Das Aufdrucken von Fukushima kann man umgehen und außerdem ist durch die radioaktiven Abwässer ein riesiger Bereich vor der Küste betroffen.
whbuebchen 23.02.2018
4. Grenzwerte in Fikushima Fischen
Ich denke das ein Aufstellen von Grenzwerten zu kurz greift. Nicht jede Strahlenbelastung ist damit zu erfassen, von der Giftigkeit einiger Isotope die bei der Kernspaltung auftreten ganz zu schweigen. Die Giftwirkung des Plutoniums und der anderen Spaltprodukte führt genauso zu Krebserkrankungen und schädigt die Gesundheit wie die Strahlenbelastung. Mit den üblichen Überwachungsmethoden sind nichtstrahlende giftige Schwermetalle und Isotope aber nicht alle feststellbar. Der Schritt der Südkoreanischen Regierung ist daher für mich gut nachvollziehbar und keine Benachteiligung. Es ist eine Reaktion die ich für Deutschland sehr begrüßen würde. Hier wurde aber seid 1999 die zulässige Quecksilberbelastung durch Seefische von 10µg pro Kg Fisch auf Heute 2mg pro Kg Fisch angehoben. Fisch ist damit besonders für Junge Frauen im Gebärfähigen Alter, Kinder und Schwangere auf keinen Fall mehr gesund. Das wird leider nicht offen genug verbreitet. Die Warnungen des Bundesgesundheitsministeriums, vor dem Fischgenuss schwangerer ist nicht ausreichend. Es gibt zuwenig Forschungen darüber wie Quecksilber im Fisch auf das ungeborene Kind wirkt. Welche Langzeitschäden damit beim Kind ausgelöst werden. Die Methoden dafür sind nicht ausreichend durchdacht, da im gesunden menschlichen Körper nur ein Teil der aufgenommenen Schwermetalle wie Quecksilber und andere aus der Kernspaltung hauptsächlich wieder über die Nieren ausgeschieden wird, die dabei geschädigt werden. Der andere Teil wird im Körper abgelagert, wo er in dem Moment die wenigsten Schäden anrichten kann. Es wird aber auch an Nerven angedockt die damit geschädigt oder zerstört werden. Im Blut sind die Schwermetalöle damit nicht zu finden.
Ichbines2 23.02.2018
5. Woher
kommen denn so unsere Fische? Thunfisch zum Beispiel? Südchinesisches Meer steht meist drauf - so besonders genau besagt das ja auch gar nichts.
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