Mutmaßlicher Betrüger FBI nimmt Poker-Tycoon Ray Bitar fest

Ray Bitar wird Betrug in Millionenhöhe, Geldwäsche und illegales Glücksspiel vorgeworfen - nun wurde der Poker-Tycoon verhaftet. Das FBI nahm ihn an einem Flughafen in New York fest.

Poker-Portal (Screenshot): "Ein weltweites Schneeballsystem"

Poker-Portal (Screenshot): "Ein weltweites Schneeballsystem"


New York - Seit mehr als einem Jahr ist seine Glücksspielseite Full Tilt Poker geschlossen, jetzt ist Besitzer Ray Bitar verhaftet worden. Das FBI nahm den Poker-Tycoon am JFK Flughafen in New York fest. Offenbar stellte er sich der Polizei, wie die britische Zeitung "Guardian" berichtet. Dem Zocker-König wird unter anderem vorgeworfen, seine Kunden mit einem ausgeklügelten Schneeballsystem um Millionen erleichtert zu haben.

"Bitar hat seine Kunden getäuscht", zitiert der "Guardian" den New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara. Bitar und seine Mitstreiter hätten die Kunden um rund 350 Millionen Dollar betrogen. Bitar muss sich in neun Anklagepunkten verantworten, darunter Betrug, Geldwäsche und illegales Glücksspiel. Die Staatsanwaltschaft willigte dennoch ein, Bitar gegen eine Kaution in Höhe von 2,5 Millionen Dollar freizulassen.

"Ich weiß, dass viele Leute sauer auf mich sind", ließ Bitar durch seinen Anwalt ausrichten. "Ich verstehe auch warum: Full Tilt hätte niemals in die Position kommen dürfen, in der es seine Spieler nicht mehr ausbezahlen kann." Bitar plädiert auf nicht schuldig.

Bereits im April vergangenen Jahres ermittelten US-Behörden gegen die weltweit zweitgrößte Online-Pokerseite Full Tilt Poker. Der Betrieb der Seiten in den USA wurde gestoppt, im Juni 2011 entzog die britische Glücksspielaufsicht Full Tilt Poker auch die weltweite Lizenz.

Damit Full Tilt Poker flüssig blieb, hätte der Betreiber immer neue Kunden anwerben müssen - ein klassisches Schneeballsystem, das spätestens dann scheitert, wenn nicht mehr genügend neue Kunden hinzukommen.

mal

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insgesamt 12 Beiträge
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Karim H 04.07.2012
1. Schnellballsystem?
Was bitte schön ist ein Schnellballsystem?
co2lüge 04.07.2012
2.
Zitat von Karim HWas bitte schön ist ein Schnellballsystem?
Das ist das gleiche System das das internationale verbrecherische Zentralbankenkartell benutzt - Fractional Reserve Banking. Hat die Bank 1 EUR Rücklage, darf sie 9 Euro verleihen. Angefangen bei den Zentralbanken die diesen Betrug dann bis zu den Privatbanken weiterspielen. Dieses System und der Betrug, den die Banken hier seit hunderten Jahren mit uns spielen, wird bald auffliegen, wenn der Euro crasht. Dieses mal sind die Leute aber Dank Internet besser informiert als 1929. Das kann man als Schneeballsystem beschreiben. Wir können nur hoffen, dass in Europa schnellstmöglich ein Bankrun einsetzt, damit das System auffliegt.
plo39 04.07.2012
3.
@Karim: http://lmgtfy.com/?q=Schneeballsystem
btor 04.07.2012
4. Nur eines von vielen
wenn das strafbar ist, dann können sich so einige Betreiber auf ne nette kalte Zelle freuen: Groupon, Daily Deal...und wie sie alle heißen^^
4tehlulz 04.07.2012
5. Recherchieren > Abschreiben
Wie einfach es sich pokerfremde Medien mal wieder machen... Der Hauptvorwurf ist, dass Full Tilt illegal in den USA operiert hat, obwohl es seit Jahren verboten ist. Es wurde leidglich von einem Staatsanwalt einmal sachlich falsch als ponzi scheme (schneballsystem) ähnlich beschrieben. Aufgrund der Ermittlungen wurden vom Department of Justice weltweit Firmenkonten eingefroren. Da Spielereinlagen und Geschäftsguthaben nicht getrennt wurden, wurde beides eingefroren und Full Tilt konnte die Spielereinlagen nicht mehr auszahlen. Ob Spieler um das Geld betrogen wurden, oder ob und wieviel Geld auf den eingefrorenen Konten liegt, ist noch nicht klar. Die AGCC ist auch nicht "die britische Glücksspielaufsicht".
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