Trikotwerbung: Telekom-Aktion verärgert Bundesliga-Sponsoren

Der Fußball-Bundesliga droht ein peinlicher Fehlschlag. Am 3. Spieltag sollen alle Vereine auf ihre Trikotwerbung verzichten und mit einem gemeinsamen Slogan auflaufen - für einen guten Zweck. Doch hinter der Aktion steckt der Bayern-Sponsor Telekom. Andere Konzerne reagieren vergrätzt.

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Liga-Präsident Rauball: Rolle der Telekom nicht erwähnt

Düsseldorf - Unter den Trikotsponsoren der Fußball-Bundesliga bahnt sich ein Streit an. Mehrere Unternehmen sind laut "Handelsblatt" verärgert über die Deutsche Telekom. Grund ist eine Wohltätigkeitsaktion für mehr Integration, bei der die Konzerne am 3. Spieltag auf ihre Trikotwerbung verzichten sollen. Stattdessen sollen die Mannschaften mit dem Slogan "Geh Deinen Weg" auflaufen.

Initiator ist laut einem Schreiben von Liga-Präsident Reinhard Rauball an die Vereine die Deutschlandstiftung Integration. Dahinter steht neben dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger auch die Deutsche Telekom. Der Konzern ist jedoch zugleich Trikotsponsor des FC Bayern München. Eine pikante Situation, die Rauball in seinem Brief, aus dem das "Handelsblatt" zitiert, nicht erwähnt.

Dabei ist die Telekom bei der Initiative "Geh Deinen Weg" nicht nur strategischer Partner. Sie fördert das Stipendien- und Mentorenprogramm für junge Menschen mit Migrationshintergrund auch finanziell und organisatorisch. Die übrigen Trikotsponsoren stört nun, dass sie mit ihrem Verzicht auf Werbung eine Aktion eines Unternehmens, im Falle von Düsseldorf-Sponsor Otelo sogar die eines Konkurrenten, unterstützen sollen - ohne dass sie die Chance gehabt hätten, sich selbst daran zu beteiligen.

Der chinesische Solarhersteller Suntech, Sponsor von Hoffenheim, ließ über einen Sprecher ausrichten, der Konzern habe "nicht gewusst, dass die Telekom dahinter steckt". Gazprom, der Trikotsponsor von Schalke, will seine Beteiligung nun noch einmal "kritisch überprüfen". Die TUI wolle nur teilnehmen, wenn kein Verein ausschere. Auch andere Konzerne stören sich laut "Handelsblatt" an dem Vorgehen - und an der Informationspolitik der Deutschen Fußball Liga.

Der Telekom selbst scheint die Aktion mittlerweile peinlich zu sein: Ursprünglich sollte ihr Logo als einziges unter einer Dankesanzeige des Verbandes Deutscher Zeitungsverleger stehen - doch darauf verzichtet der Konzern nun laut "Handelsblatt": "Wir werden unser Logo entfernen", sagte ein Sprecher der Zeitung.

cte

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insgesamt 7 Beiträge
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1.
DerHalbÄgypter 27.08.2012
Heutzutage wird auch aus jeder Mücke ein Elefant gemacht.Die Telekom meinte es nur gut-verzichtet ja auch darauf, erwähnt zu werden.Dass darum wieder so ein Wirbel gemacht wird war zu erwarten-Sommerloch lässt grüßen!
2. Unterm Strich
Stelzi 27.08.2012
... beschweren die sich also, dass ihnen das nicht eingefallen ist und sie sich eben nicht mit einem guten Zweck schmücken können. Lustig. Besonders wenn u.a. ein chinesisches und russisches Unternehmen zitiert werden... Ironie ist zuweilen sehr ironisch.
3. T-Error
Talan068 27.08.2012
Wau, die verzichten sogar auf iht Logo, wie großügig. Das passt voll in die T-Kampange sich billige, willige Arbietskräfte zu beschaffen. Erst die teuren, verzogenen Deutschen entlassen und Migranten für deutlich weniger Geld einstellen und das dann noch als soiales Engagement verkaufen Chapeau. Die Verbindung zur Telekom wird dann über andere Wege hergestellt, z.B. über den Presseartikel. Mich würde mal die Korrespondenz zwischen Telekom & DFL interssieren. Die anderen Sponsoren tun gut daran die Teilnahme zu verweigern, anstatt den Werbefeldzug der Telekom zu finanzieren.
4.
stdnt 27.08.2012
[QUOTE=Die Telekom meinte es nur gut-verzichtet ja auch darauf, erwähnt zu werden.[/QUOTE] Ja na klar, die Telekom meint es nur gut. Wenn sie es gut meinen würde, hätte sie die Mehrkosten durch die zusätzlichen Trikots, etc. auch einfach verzehnfachen und in die Stiftung einbringen können, aber das hätte dann ja niemand mitbekommen. So ist das ganze einfach nur eine dilettantisch angelegte PR-Nummer...
5. Geh dein(es) Weg(es)
Guderian 27.08.2012
---Zitat von Spiegel--- Der Telekom selbst scheint die Aktion mittlerweile peinlich zu sein: Ursprünglich sollte ihr Logo als einziges unter einer Dankesanzeige des Verbandes Deutscher Zeitungsverleger stehen. ---Zitatende--- Wer bedankt sich bei wem wofür? Das ist doch sehr obskur. Aber ich wäre sofort bereit, "für mehr Integration" auf Fernsehwerbung und Pay-TV zu verzichten. Wie wär's: Ab jetzt alle Fußballspiele werbefrei und in voller Länge im Free-TV!?! Und alle Werbetreibenden machen mit. Für den guten Zweck!
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