Eklat beim G7-Gipfel Trump verunsichert deutsche Wirtschaft "erheblich"

Wie weiter mit dem Welthandel? Das fragen sich nach dem Streit mit US-Präsident Trump nicht nur G7-Politiker. Der Wirtschaftsverband DIHK berichtet von nervösen Unternehmen und bereits spürbaren Auswirkungen.

Donald Trump beim G7-Gipfel
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Donald Trump beim G7-Gipfel


Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnt vor den Auswirkungen des Streits von US-Präsident Donald Trump mit den übrigen G7-Ländern. "Die handelspolitischen Konflikte führen aktuell zu einer erheblichen Verunsicherung der deutschen Unternehmen im Auslandsgeschäft", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Der Eklat habe gezeigt, wie tief der politische Riss sei und welche Gefahren noch lauerten.

Die US-Importzölle auf Stahl und Aluminium und mögliche weitere - etwa auf Automobile - verstoßen Treier zufolge gegen internationale Regeln. Auch die US-Sanktionen gegen Russland und den Iran belasteten zunehmend die deutsche Wirtschaft: "Viele Geschäfte werden aktuell abgewickelt, neue Beziehungen weniger eingegangen, da exterritoriale Strafen seitens der USA drohen."

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Im US-Geschäft sind diese Irritationen laut DIHK bereits spürbar. Die deutschen Exporte in die USA seien in diesem Jahr bereits leicht rückläufig. "Die DIHK-Exportprognose von mehr als fünf Prozent deutsche Ausfuhrzuwächse in die USA ist angesichts der deutlichen Verstimmung bereits jetzt schon mehr als fraglich", so Treier.

Trump hatte am Wochenende nach einer gemeinsam vereinbarten G7-Erklärung einen Rückzieher gemacht. Er könne es nicht mehr zulassen, dass Freunde oder Feinde die USA beim Handel ausnutzten, sagte der US-Präsident. Zudem kritisierte er Deutschland erneut scharf wegen angeblich zu niedriger Verteidigungsausgaben.

Deutsche Politiker äußerten die Befürchtung, dass nun kaum noch etwas an der Ausweitung von US-Importzöllen auf Autos vorbeiführe. Ab Juli treten EU-Gegenmaßnahmen zu den von Trump verfügten Importzöllen auf Stahl und Aluminium in Kraft.

dab/Reuters

insgesamt 26 Beiträge
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Seite 1
gunnarqr 11.06.2018
1. Es wäre ja zu schön um wahr zu sein...
wenn alle europäischen Bürger mal zusammenhalten und für ein paar Monate gar keine amerikanischen Waren mehr kaufen, keinen USA ( Neusprech: Ugly States Of Amerca) Urlaub mehr machen... Liebe Mitbürger, das würde mehr bewirken als alle Maßnahmen unserer Politiker. Peng! Aufgewacht, der schöne Traum ist wohl geplatzt... Oder geht da doch was ?
karlsiegfried 11.06.2018
2. Wen wundert es?
Das ist doch sein Ziel. Er will mehr amerikanische Produkte verkaufen können und zwar im eigenen Land. Dazu braucht er Beschäftigung, sonst wird nichts mit dem kaufen. Zugegeben, bei diesem Handelsdefizit würde ich im Namen 'meines Volkes' nicht anders handeln. First ...., later....!
nic 11.06.2018
3.
Zitat von gunnarqrwenn alle europäischen Bürger mal zusammenhalten und für ein paar Monate gar keine amerikanischen Waren mehr kaufen, keinen USA ( Neusprech: Ugly States Of Amerca) Urlaub mehr machen... Liebe Mitbürger, das würde mehr bewirken als alle Maßnahmen unserer Politiker. Peng! Aufgewacht, der schöne Traum ist wohl geplatzt... Oder geht da doch was ?
Deutscher Export basiert hauptsächlich darauf, dass die Löhne in Deutschland niedrig sind und bleiben. Ich finde die Aktion von Trump gut. Zwingt er doch deutsche Unternehmen indirekt dazu die Löhne anzuheben, damit auch der Binnenmarkt wieder floriert.
karlsiegfried 11.06.2018
4. Äh, bitte
Zitat von gunnarqrwenn alle europäischen Bürger mal zusammenhalten und für ein paar Monate gar keine amerikanischen Waren mehr kaufen, keinen USA ( Neusprech: Ugly States Of Amerca) Urlaub mehr machen... Liebe Mitbürger, das würde mehr bewirken als alle Maßnahmen unserer Politiker. Peng! Aufgewacht, der schöne Traum ist wohl geplatzt... Oder geht da doch was ?
Von welchen US-Produkten sprechen Sie, die ich nicht mehr kaufen soll? ? Meinen Sie die US-Wochen bei Aldi oder Lidl mit Popcorn und Marsmallows? Oder meinen Sie die Fernostprodukte jeder Art von denen rund 80% und mehr jeden deutschen Haushalt füllen? Von der Unterhose bis zum Kühlschrank und so weiter. Und das mal am Rande erwähnt, die gehören auch gewaltig mit Zoll belastet, damit die mal wieder in Deutschland hergestellt werden. Das schafft nämlich deutsche und keine Fernost-Arbeitsplätze. Falls Sie das wissen.
bstendig 11.06.2018
5. Es wäre schön, wenn die Löhne
Zitat von nicDeutscher Export basiert hauptsächlich darauf, dass die Löhne in Deutschland niedrig sind und bleiben. Ich finde die Aktion von Trump gut. Zwingt er doch deutsche Unternehmen indirekt dazu die Löhne anzuheben, damit auch der Binnenmarkt wieder floriert.
angehoben wurden. Da gehe ich mit Ihnen. Aber das mit den niedrigen Löhnen und Export stimmt einfach nicht. Wir exportieren ja nicht Billigartikel, sondern schweine teures technisches Equipment. Und da ist der Abnahmemarkt in DE selbst sehr begrenzt. Egal, was Sie als Arbeiter verdienen, Sie kaufen keine High-Tech-Maschine bei Trumpf. Und Ihrem Mehrverdienst hauen Sie auch nicht gleich unbedingt bis zum letzten Cent auf den Kopf. Und schon gar nicht für irgendwelchen Schrott aus den USA (entweder echter Schrott oder heillos überteuert, wie z.B. Apple Produkte, Kitchen Aid, General Electric Kühlschränke etc.)
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