Gastgewerbe Höhere Preise, mehr Umsatz

Jubel in der Gastrobranche: 2015 stieg der Umsatz so stark wie seit Jahren nicht. Trotz des Mindestlohns fanden auch mehr Menschen Arbeit.

Darauf einen Schnaps: Die Gastrobranche kann sich über kräftige Zuwächse freuen
DPA

Darauf einen Schnaps: Die Gastrobranche kann sich über kräftige Zuwächse freuen


Im vergangenen Jahr haben Gastwirte und Hoteliers ihre Umsätze so stark steigern können wie seit Jahren nicht. Besonders stark profitierte das Gastgewerbe vom guten Wetter in den Sommermonaten Juni und Juli. "Die Freiluft-Gastronomie war der Gewinner der heißen Tage", sagte der Präsident des Branchenverbandes Dehoga, Ernst Fischer.

Nominal lagen die Umsätze um 4,2 Prozent über dem Vorjahreswert, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das war die höchste jährliche Zuwachsrate seit 1994. Preisbereinigt (real) setzten die Betriebe 1,7 Prozent mehr um als ein Jahr zuvor - die größte Steigerung seit 2011.

Garant für das gute Geschäft war, dass die Branche ihre Preise mit 2,5 Prozent so stark erhöhte wie seit 2007 nicht mehr. Der Branchenverband Dehoga begründet die höheren Preis mit den Folgen des Mindestlohns, der die Betriebe belaste.

Mehr Beschäftigte trotz Mindestlohn

Der befürchtete Jobabbau durch die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro blieb jedoch aus. Die Zahl der Beschäftigten stieg vielmehr weiter. Sie legte den Statistikern zufolge um 1,7 Prozent zu.

Der Branchenverband Dehoga kritisierte allerdings, der Anfang 2015 eingeführte Mindestlohn habe zu höheren Personalkosten, bürokratischen Mehrbelastungen und Ertragseinbußen geführt.

Handlungsbedarf gebe es auch "beim unflexiblen Arbeitszeitgesetz mit den starren Höchstgrenzen von täglich zehn Stunden". Der Verband plädiert für eine wöchentliche Höchstarbeitszeit.

Allerdings profitieren Kneipen und Hotels von der Rekordbeschäftigung sowie der steigenden Kaufkraft der Verbraucher durch höhere Löhne und geringe Inflation.

Gute Stimmung in der Branche

Für dieses Jahr erwartet die Branche ein nominales Umsatzplus zwischen 2,0 bis 2,5 Prozent. "Zum Jahresauftakt ist die Stimmung in der Branche überwiegend gut, aber nicht euphorisch", sagte Fischer. Die Statistik erfasst Unternehmen mit mindestens 150.000 Euro Jahresumsatz.

Das vergangene Jahr hatte dem Deutschland-Tourismus auch einen Übernachtungsrekord gebracht - den sechsten in Folge. Das Statische Bundesamt zählte 436,4 Millionen Übernachtungen von Reisenden aus dem In- und Ausland, teilte die Behörde vergangene Woche mit.

brt/dpa/Reuters

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