Ukraine-Konflikt Gewinn von Gazprom bricht ein

Sonderkonditionen für die Ukraine und der schwache Rubel haben dem Gazprom-Konzern einen Gewinneinbruch beschert. Der Überschuss ging zwischen Januar und März um 41 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro zurück.

Russlands Präsident Putin und Gazprom-Chef Miller: Krise belastet Geschäft
AP

Russlands Präsident Putin und Gazprom-Chef Miller: Krise belastet Geschäft


Moskau - Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine drückt auf das Ergebnis bei Gazprom. Der Gewinn des russischen Konzerns ging im ersten Quartal 2014 deutlich zurück. Der Überschuss sei zwischen Januar und Ende März um 41 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro gesunken, teilte das Unternehmen mit. Im selben Zeitraum stieg der Umsatz um rund sieben Prozent auf 32,3 Milliarden Euro.

Als einen Grund nannte Gazprom Preissenkungen für Gaslieferungen an die Ukraine. Anfang des Jahres hatte Russlands Präsident Wladimir Putin den Gaspreis um ein Drittel gekürzt, nachdem sich die ukrainische Regierung unter dem damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch von einem Assoziierungsabkommen mit der EU zurückgezogen hatte. Nach dem Sturz Janukowitschs hob Gazprom dann den Preis im April wieder um 80 Prozent an.

Als weiteren Grund für das schwache erste Quartal nannte der Konzern zudem den schwächeren Rubel. Allein die Kursverluste hätten sich auf 171,9 Milliarden Rubel belaufen, hieß es.

Abzuwarten bleibt, wie sich die Geschäfte von Gazprom im zweiten Quartal entwickelt haben. Denn im Streit über den Preis und unbezahlte Rechnungen hat der Konzern im Juni die Lieferungen an die Ukraine gestoppt. Die Regierung in Kiew wirft Russland eine politisch motivierte Gaspreiserhöhung vor. Die EU vermittelt in dem Streit.

mmq/Reuters/dpa



insgesamt 34 Beiträge
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alexxa2 11.09.2014
1. wegen schlechte Zahlungsmoral
Gehen überall Firmen pleite. Und dann die Russen schimpfen weil sie nur gegen Vorkasse noch liefern möchten? Wo ist hier die Logik?
Teile1977 11.09.2014
2.
Preise um 80% erhöht! Mal eben so, nicht um die 30% die der Preis vorher gesenkt wurde, sondern als Strafe gleich um 80%. Nachdem mit Waffengewalt die Krim gestohlen wurde. Ich bin für Sanktionen gegen diesen Verbrecherstaat, und dafür das wir uns so schnell wie möglich von russischem Erdgas unabhängig machen! Dafür bezahle ich auch gerne 10 Eur mehr im Monat, ein Krieg ist deutlich Teurer.
Immanuel_Goldstein 11.09.2014
3.
Zitat von alexxa2Gehen überall Firmen pleite. Und dann die Russen schimpfen weil sie nur gegen Vorkasse noch liefern möchten? Wo ist hier die Logik?
Die Logik ist, dass Russland sich auf dem Markt als unsicherer Vertragspartner erweist. Die Folge wird sein, dass die Staaten mehr und mehr danach trachten, von russischem Gas unabhängig zu sein. Die Algerien hocken schon seit Jahren in den Startlöchern und wollen liefern. Die Polen bauen Flüssiggas-Terminals und Norwegen sowie der Nahe Osten weitet die Produktion aus. Die USA hat eh kein Problem, die fracken ihr Land zu Tode. Bis Russland das erste Gas an China liefert, vergehen noch Jahrzehnte. Die haben nicht mal die Technologie, eine ordentliche Pipeline zu bauen. Was glauben Sie, wer die Ostsee-Röhren geliefert hat?
Claes Elfszoon 11.09.2014
4. Wirklich? Jede
Zitat von alexxa2Gehen überall Firmen pleite. Und dann die Russen schimpfen weil sie nur gegen Vorkasse noch liefern möchten? Wo ist hier die Logik?
... solche Sperenzchen befehlen läßt, verdient es pleite zu gehen. Erst den Preis um ein Drittel zu senken und dann um 80% zu erhöhen ist mit keiner geschäftlichen Logik erklärbar, mit einer chronischen Erpressungspolitik des Hintermannes dieser "Firma" aber hinreichend erklärt. Der Markt wird es richten, wie man sieht und die neue "Leitwährung" der politisch Unterbelichteten geht gleich mit den Bach runter.
petrasha 11.09.2014
5. das wird noch spannend
ausserdem, wer weniger liefert, der bekommt auch weniger bezahlt.
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