Schadensersatzprozess Gazprom verliert Milliardenstreit gegen ukrainische Naftogaz

Gazprom muss einem ukrainischen Staatskonzern Schadensersatz in Milliardenhöhe zahlen. Einem Schiedsspruch zufolge hat der Konzern weniger Gas durch das Land geliefert als vereinbart.

Gas-Transitstation in der Ukraine (Archiv)
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Gas-Transitstation in der Ukraine (Archiv)


Der russische Energiekonzern Gazprom hat einen milliardenschweren Schadensersatzprozess gegen den ukrainischen Staatskonzern Naftogaz verloren.

Das Schiedsgericht der schwedischen Handelskammer in Stockholm sprach Naftogaz umgerechnet knapp 3,8 Milliarden Euro Kompensation zu, weil Gazprom weniger Gas durch die Ukraine geliefert habe als vereinbart. "Das ist ein wirklicher Sieg", sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko nach dem Urteil.

Die Konzerne der beiden verfeindeten Länder hatten einander 2014 auf Dutzende Milliarden US-Dollar verklagt. Es ging um einen Vertrag von 2009 mit zehn Jahren Laufzeit.

Naftogaz transportiert weiterhin russisches ErdgasRichtung EU, kauft aber selbst seit November 2015 kein russisches Gas mehr. Als Sieg der russischen Seite hob Gazprom hervor, dass die von Kiewangestrebte Transitpreiserhöhung in dem Schiedsspruch abgelehnt worden sei.

Von der Summe werden 1,6 Milliarden Euro abgezogen, die Naftogaz einem vorhergehenden Urteil zufolge zahlen muss. Damit ist Gazprom noch mehr als zwei Milliarden Euro schuldig.

brt/dpa

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