Erfolg für die GDL Bahn scheitert in zweiter Instanz - Gericht erlaubt Streik

Neue Schlappe für die Bahn: Das Landesarbeitsgericht Hessen lehnte es am Freitag als zweite Instanz ab, den Arbeitskampf per einstweiliger Verfügung zu stoppen. Die GDL kann weiter streiken - will ihren Ausstand aber vorzeitig beenden.

GDL-Chef Weselsky (Mitte): Erfolg vor Gericht
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GDL-Chef Weselsky (Mitte): Erfolg vor Gericht


Frankfurt am Main - Das Hessische Landesarbeitsgericht hat die Berufung der Deutschen Bahn im Streit mit der Lokführergewerkschaft GDL abgewiesen. Das teilte der Vorsitzende Richter Michael Horcher am Freitag in Frankfurt am Main mit. Die Bahn hatte Berufung gegen die Entscheidung des Arbeitsgerichts Frankfurt eingelegt, das den tagelangen Streik der GDL am Donnerstag für rechtens erklärt hatte. Die Richter lehnten es damit ab, den Arbeitskampf per einstweiliger Verfügung zu beenden.

In seinem Urteil erkannte das Gericht den Streik als legal und trotz hoher wirtschaftlicher Schäden als verhältnismäßig an. Die Lokführer können ihren Arbeitskampf daher fortsetzen. GDL-Chef Weselsky kündigte am Freitag im Anschluss an das Urteil allerdings an, dass die Gewerkschaft ihren Streik bereits am Samstag um 18 Uhr beenden wolle - und damit früher als angekündigt: Der Ausstand im Güter- und Personenverkehr sollte eigentlich erst am Montagmorgen um 4 Uhr enden.

Kern des Konflikts ist, dass die GDL nicht mehr allein für die 20.000 Lokführer verhandeln will, sondern auch für rund 17.000 Zugbegleiter und Rangierführer. Die Vertretung dieser Gruppe beansprucht aber die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Die Bahn wiederum lehnt konkurrierende Gehaltsabschlüsse ab.

bos/dpa

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insgesamt 26 Beiträge
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thkarlau 07.11.2014
1. Wäre ja noch schöner
wenn ein Gericht in die Tarifauseinandersetzungen der Tarifparteien eingreifen würde. Streik als Arbeitskampf ist ein demokratisch legitimiertes Grundrecht!
ex2012 07.11.2014
2. Richtig so!
Richtig so. Und wer den streik unverhältnismäßig findet, oder sich von Boulevardmedien gegen die GDL aufhetzen lässt, der sollte sich überlegen: Die Bahn hat seit vier Monaten es abgelehnt mit der GDL Verhandlungen zu führen, wie Herr Weselsky im Morgeninterview der ARD Donnerstag ausführte. Tarifautonomie ist grundgesetzlich verbürgt und es geht hier der GDL nicht um Machtkampf, sondern einfach darum, dass die GDL auch Mitglieder die nicht Lokführer sind, vertreten möchte, was sie darf. Hierfür zu streiken ist legitim. Wieso wirft niemand der Bahn vor, dass sie am Chaos schuld ist?
ex2012 07.11.2014
3. Richtig so!
Richtig so. Und wer den streik unverhältnismäßig findet, oder sich von Boulevardmedien gegen die GDL aufhetzen lässt, der sollte sich überlegen: Die Bahn hat seit vier Monaten es abgelehnt mit der GDL Verhandlungen zu führen, wie Herr Weselsky im Morgeninterview der ARD Donnerstag ausführte. Tarifautonomie ist grundgesetzlich verbürgt und es geht hier der GDL nicht um Machtkampf, sondern einfach darum, dass die GDL auch Mitglieder die nicht Lokführer sind, vertreten möchte, was sie darf. Hierfür zu streiken ist legitim. Wieso wirft niemand der Bahn vor, dass sie am Chaos schuld ist?
ulrich g 07.11.2014
4. Freibrief
Das ist ein Freibrief für jede gewerkschaftliche Minigruppierung zur Zerstörung unserer Volkswirtschaft. Nach dem Streik kann die Bahn wahrscheinlich 50% der Lokführer und Zugbegleiter entlassen, da die Bürger das Vertrauen in die Bahn verloren haben. Adieu Industriestandort Deutschland!
sudpol 07.11.2014
5.
ich kann schon verstehen wenn manche Deutsche das Streikrecht für ein hohes gut halten. Allerdings kann es doch nicht sein das eine Gewerkschaft ein ganzes land lahm legt und sich selbst keinen Naometer bewegt um eine lösung zu finden die allen Seiten gerecht wird !
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