Streit bei der Bahn Lokführer kündigen neue Streiks an

Bahn-Kunden müssen starke Nerven haben: Die Lokführer der Gewerkschaft GDL wollen wieder streiken. Wann sie das tun, lassen sie noch offen.

Berliner Hauptbahnhof: Lokführer suchen die Konfrontation
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Berliner Hauptbahnhof: Lokführer suchen die Konfrontation


Frankfurt am Main - Die GDL kündigt neue Bahn-Streiks an, Zeitpunkt offen. Nach dem Scheitern der Tarifgespräche mit der Deutschen Bahn hat die Lokführergewerkschaft weitere Ausstände in Aussicht gestellt. "Die erneute Vorlage eines Tarifdiktats der Deutschen Bahn provoziert weitere Arbeitskämpfe", erklärte die Gewerkschaft am Montag. "Die GDL wird darüber rechtzeitig informieren."

Der letzte Streik vor rund zwei Wochen hatte mehr als 50 Stunden gedauert. Die Gewerkschaft hat ihre Arbeitskämpfe im Zuge des Tarifkonflikts immer weiter ausgedehnt. Es droht nun der längste Ausstand in der Geschichte der Deutschen Bahn.

Zuvor hatte die Bahn die GDL für das Scheitern der Gespräche verantwortlich gemacht. Sie habe einen ausgehandelten Entwurf eines Tarifvertrags, der auch ein Abkommen für Zugbegleiter umfasst hätte, kurzfristig wieder abgelehnt. Die Bahn hatte die GDL daher als unzuverlässigen Verhandlungspartner kritisiert.

Nach Angaben der Bahn stand nach mehreren Gesprächsrunden bereits der Entwurf eines Tarifvertrags, der auch ein eigenständiges Abkommen für die Zugbegleiter umfasst hätte.

Kritik aus der SPD an der GDL

Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Lohn im Jahr bei kürzeren Arbeitszeiten. Kern des Konflikts ist aber, dass die Gewerkschaft dies nicht mehr allein für die 20.000 Lokführer fordert, sondern auch für rund 17.000 Zugbegleiter und Rangierführer.

SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi kritisierte am Montag in Berlin, die GDL tue der Gewerkschaftsbewegung in Deutschland "keinen Gefallen" und begebe sich "in eine schwierige Ecke". Das Verhalten der Lokführerorganisation sei für sie "nicht mehr nachvollziehbar", sagte Fahimi.

yes/Reuters/dpa



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insgesamt 78 Beiträge
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Soletan 03.11.2014
1. Entspannt reisen ...
... mit dem Auto ... es gibt keinen Stau, der 91 Stunden dauern kann.
Humboldt 03.11.2014
2. Nun,
wenn die Bahn über die geheimen Verhandlungen und dem Grund des Scheiterns der Verhandlungen mit der GDL genauso aufrichtig und wahrheitsgemäß berichtet wie über Stuttgart21 und ihrer Verspätungsstatistik, dann ist dem erfahrenen Bahnkunden sehr klar, wer hier ein Schmierfentheater aufführt. Die GDL jedenfalls nicht!
willibrand 03.11.2014
3. DB Wasserkopf
vielleicht sollt die Bahn ihren Wasserkopf reduzieren und nicht aufblähen (mir fällt spontan ein MdB ein) und dafür ihre Lokführer anständig bezahlen dann gibts auch keinen Streik.
leser75 03.11.2014
4. Wer kann diesen
Mini-Gewerkschaftsführer stoppen? Mir scheint, er macht dies zu einer Privatfehde mit dem Bahnunternehmen, ohne Rücksicht auf Verluste.
bernd.stromberg 03.11.2014
5.
Zitat von willibrandvielleicht sollt die Bahn ihren Wasserkopf reduzieren und nicht aufblähen (mir fällt spontan ein MdB ein) und dafür ihre Lokführer anständig bezahlen dann gibts auch keinen Streik.
Guten Mooorgen, dass es in diesem Fall nicht um die Bezahlung der Lokführer geht hat Weselsky ja schon mehrmals offen zugegeben. Aber Sie haben offensichtlich die letzten Wochen geschlafen, anders kann ich mir solch ein Posting kaum erklären.
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