Daimler-Großaktionär aus China Geely verdoppelt Gewinn auf 1,7 Milliarden

Seit dem Einstieg bei Daimler steht Geely in Deutschland unter besonderer Beobachtung. Nun legt der chinesische Autohersteller Jahreszahlen vor, die selbst Branchenkenner so nicht erwartet hätten.

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Der chinesische Autobauer Geely hat im vergangenen Jahr 1,7 Milliarden Dollar Gewinn gemacht. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Vor allem das Geschäft mit Geländewagen in China lief bestens, teilte der Konzern mit. Der Umsatz legte mehr als 70 Prozent auf knapp zwölf Milliarden Euro zu. Damit übertraf der Konzern Analystenschätzungen, eine so hohe Steigerung hatten selbst Branchenkenner nicht erwartet.

Im laufenden Jahr rechnet Geely allerdings mit schärferem Konkurrenzdruck auf dem chinesischen Heimatmarkt. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge werde deshalb wohl nur noch um rund ein Viertel auf 1,58 Millionen zulegen. 2017 zog der Absatz noch um mehr als 60 Prozent an.

Die Zahlen dürften auch in Stuttgart mit Aufmerksamkeit studiert werden. Denn Ende Februar ist Geely bei Daimler Chart zeigen eingestiegen und hat für etwa 7,5 Milliarden Euro knapp zehn Prozent an dem deutschen Autohersteller erworben. Der Deal machte den chinesischen Investor und Geely-Chef Li Shufu über Nacht zum größten Daimler-Aktionär.

Geely-Gründer Li Shufu
obs/ Zhejiang Geely Holding Group

Geely-Gründer Li Shufu

Geely ist der größte private Autokonzern Chinas. Seinen ersten weltweit aufsehenerregenden Deal machte das Unternehmen 2011, als es den schwedischen Hersteller Volvo aus dem amerikanischen Ford-Konzern herauskaufte. Skeptiker zweifelten damals, ob Geely es schaffen würde, Volvo Chart zeigen wieder auf die Spur zu bringen. Doch die Absatzzahlen beider Unternehmen sind nach der Übernahme gestiegen.

Geely hatte vor dem Einstieg bei Daimler offenbar auch andere Autokonzerne im Blick. Nach SPIEGEL-Informationen hatte sich Konzernchef Li auch um eine Zusammenarbeit mit BMW bemüht. Zwischenzeitlich hatte Li auch einen Einstieg beim Autohersteller Fiat-Chrysler Chart zeigen erwogen, diesen Plan jedoch verworfen.

Geely-Chef Li hat sich ein Milliardenvermögen erwirtschaftet und verfügt über gute Kontakte zur chinesischen Führung. Der 1963 geborene Li wuchs als Bauernsohn in einfachen Verhältnissen auf und gründete 1986 Geely. (Mehr zu Li Shufu lesen Sie hier bei SPIEGEL PLUS.)

Das chinesische Unternehmen will zu einem der weltweit führenden Autokonzerne aufsteigen. Um sich die Märkte außerhalb Chinas zu erschließen, bemüht sich Gründer Li um möglichst enge Partnerschaften mit namhaften westlichen Traditionsherstellern. Davon erhofft er sich ein besseres Image, mehr technisches Know-how und Kostenersparnisse in der Produktion.

mmq/Reuters

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Sabi 21.03.2018
1. Euphemismus
Der SPON schreibt, der Großaktionär von Geely hätte gute Beziehungen zum chinesischen Staat- Ein Euphemismus: Richtiger müsste es heißen "zur Kommunistischen Partei Chinas" .
dorettflorett 21.03.2018
2. Niemand darf sich aufregen..
..., denn wenn der deutsche Aktienmuffel sein sauer verdientes Geld lieber auf Sparkonten verschimmeln lässt, steigen halt dafür ausländische Investoren ein.
paula_f 21.03.2018
3. Daimler kann bald bei Geely einkaufen!
Zu Geely gehört Volvo auch auch Proton und zu Proton gehört Lotus und überall sind deutsche Ingenieure die Drahtzieher. Beispielsweise hat man ein Thermomangementsystem für Elektroautos in Deutschland gekauft und dass wird dann bei Mercedes wohl oder übel eingesetzt weil es halt besser ist. In Deutschland sind die Autohersteller so arrogant, dass sie gute Lösungen aus dem eigenen Land nicht mal ansehen. BMW beispielsweise möchte eine Abtretung der Rechte bevor man dort eine Innovation präsentieren darf - dass lockt dann eher nur minderbemittelte, Porsche reagiert nicht mal auf Anfragen usw. usw Hochmut kommt vor dem Fall.
nadennmallos 21.03.2018
4. So, so, der deutsche Aktienmuffel ist schuld, schräge Ansicht ..
Zitat von dorettflorett..., denn wenn der deutsche Aktienmuffel sein sauer verdientes Geld lieber auf Sparkonten verschimmeln lässt, steigen halt dafür ausländische Investoren ein.
... die Sie vertreten. Warum sollte der deutsche Aktienmuffel in Unternehmen investieren, die: Betrügen, eine rehohe Rückrufquote haben, die Zukunft verpennen, zu teure Autos bauen, und, und, und ...? Bin gespannt auf Ihre Antwort. Nebenbei: Ich fuhr sechs Jahre die Marke eines sogenannten Premium-Herstellers. Unglaublich, was ich mit diesem Wagen erlebt habe.
dreamofcardboox 21.03.2018
5. Darum
Warum der deutsche Aktienmuffel dort investieren sollte? Ganz einfach: der RENDITE wegen! So wie bei JEDEM Investment. Merke eines: wenn DU nicht investierst, wird sich immer ein Chinese finden, der es statt Deiner tut. In China interessieren keine Nebenkriegsschauplätze. Es geht einzig und alleine um die Kernaufgabe eines jeden Investments. Wie hoch ist die Rendite auf das eingesetzte Kapital? *PUNKT*
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