Gefeuerter Konzernchef HP zahlt Apotheker Abfindung in Millionenhöhe

Léo Apotheker verlässt Hewlett-Packard mit einem goldenen Handschlag. Der IT-Konzern zahlt dem erfolglosen Konzernchef rund 13 Millionen Dollar. Seine Nachfolgerin bekommt ein Mini-Gehalt von einem Dollar - kann aber kräftig dazuverdienen. 

Ex-HP-Chef Léo Apotheker: Goldener Handschlag
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Ex-HP-Chef Léo Apotheker: Goldener Handschlag


San Francisco - Seine kurze Amtszeit gilt nicht als erfolgreich, doch für den geschassten Konzernchef Léo Apotheker hat sich das Gastspiel bei Hewlett-Packard (HP) gelohnt. Der US-Technologiekonzern zahlt dem Manager eine millionenschwere Entschädigung. Laut HP bekommt Apotheker eine Abfindung über 7,2 Millionen Dollar, Anteile in Höhe von 3,56 Millionen Dollar sowie einen Leistungsbonus von 2,4 Millionen Dollar. Zudem werden dem deutschen Manager ein erwarteter Umzug nach Frankreich oder Belgien erstattet sowie Verluste beim Verkauf seines Anwesens in Kalifornien ersetzt.

Apotheker führte HP nur für elf Monate. Seine strategischen Entscheidungen wurden harsch kritisiert, der Börsenwert des Unternehmens fiel während seiner Amtszeit als Vorstandschef um fast 40 Milliarden Dollar. Vergangene Woche wurde Apothekers Rausschmiss verkündet.

Die neue HP-Chefin Meg Whitman gibt sich in Sachen Gehalt auf den ersten Blick enorm bescheiden. Sie erhält jährlich ein Grundgehalt von einem Dollar, wie aus einer Mitteilung des Unternehmens an die Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Allerdings kann sich die frühere Ebay-Chefin einen Bonus von bis zu sechs Millionen Dollar erarbeiten.

Mit dem Mini-Grundgehalt folgt Whitman dem Beispiel einiger Managerkollegen wie Yahoo-Gründer Jerry Yang, Steve Jobs von Apple und den Google-Managern Larry Page, Eric Schmidt und Sergey Brin.

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Hewlett-Packard: Riege glückloser Chefs
Außer Details über Apothekers Abfindung gibt es auch Berichte über die Umstände seines Rauswurfs. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg wurde der Chefwechsel bei HP durch die Angst vor einem Kaufangebot des Konkurrenten Oracle beschleunigt. Demnach war der Verwaltungsrat besorgt, dass der niedrige Aktienkurs HP gegenüber einem möglichen Übernahmeangriff von Oracle schutzlos mache, berichtete die Agentur unter Berufung auf Insider.

Die beiden Konzerne konkurrieren in immer mehr Bereichen miteinander, zum Beispiel bei Server-Technik. Aus dem Oracle-Umfeld hieß es laut Bloomberg, der Software-Konzern habe zwar "informell erwogen", an HP heranzutreten, ein Angebot in absehbarer Zeit sei aber unwahrscheinlich. Oracle könne höchstens an Hewlett-Packards Geschäft mit Servern, Speichern und Netzwerk-Technik interessiert sein.

mmq/Reuters/AFP/dpa-AFX

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