Erster Fall europaweit Gefährliches Virus in deutschem Mastputen-Betrieb entdeckt

Ein gefährliches Geflügelvirus ist aus Asien nach Deutschland gelangt. Der Erreger wurde in einem Mastputen-Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern entdeckt. Umfangreiche Schutzmaßnahmen wurden eingeleitet.

Geflügelpest-Schutzzone (Archivbild): In einem Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern ist ein ein gefährliches Virus ausgebrochen
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Geflügelpest-Schutzzone (Archivbild): In einem Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern ist ein ein gefährliches Virus ausgebrochen


Schwerin - In einem Betrieb für Mastputen in Mecklenburg-Vorpommern ist eine gefährliche Geflügelpest ausgebrochen, die hierzulande bislang nicht aufgetreten ist. Das hat das Landwirtschaftsministerium in Schwerin mitgeteilt. Der betroffene Geflügelhof wurde gesperrt, die Tötung der Tiere angeordnet.

Bei den Puten sei ein hochpathogenes - also besonders gefährliches - Influenzavirus vom Subtyp H5N8 festgestellt worden, erklärte Sprecher Constantin Marquardt. "Dieser bisher nur aus dem asiatischen Raum, vor allem Südkorea, bekannte Subtyp wurde damit erstmalig im Hausgeflügelbestand in Europa nachgewiesen." Auch in der Wildvogelpopulation sei der Subtyp bisher nicht festgestellt worden.

Wie viele Tiere betroffen sind, wollte Marquardt nicht sagen - damit keine Rückschlüsse auf den Betrieb gezogen werden können. Ein Sperrbezirk von mindestens drei Kilometern und ein Beobachtungsgebiet von mindestens zehn Kilometern wurden eingerichtet. Geflügel darf im Umkreis von 50 Kilometern nicht mehr draußen gehalten werden - und auch nicht in Risikogebieten in Mecklenburg-Vorpommern wie der Ostseeküste sowie an Binnenseen.

Die Tiere waren den Angaben zufolge untersucht worden, weil es in dem Betrieb sehr viele Krankheits- und Todesfälle gegeben hatte. Das Nationale Referenzzentrum für aviäre Influenza beim Friedrich-Loeffler-Institut bestätigte den Befund.

"Der Ausbruch trifft mich mit großer Sorge", erklärte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). Er rief dazu auf, unklare Krankheits- oder Todesfälle bei Geflügel schnellstmöglich auf Geflügelpest zu überprüfen. Nach derzeitigen Erkenntnissen sei eine Übertragung auf den Menschen bisher nicht festgestellt worden, hieß es.

jbe/dpa



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Holzhausbau 05.11.2014
1. Massentierhaltung
So lang es Massentierhaltung gibt, gibt es auch Tierseuchen - trotz massivstem Einsatz unzähliger Chemikalien, die auf unseren Tellern - und in unseren Körpern landen. Weiterhin guten Appetit!
lynx999 06.11.2014
2. Die Grenzen der Massentierhaltung
Die Grenzen der Massentierhaltung werden gerade erreicht. Klar werden wir in 10 Jahren nochmals doppelt so viele Tier in Ställen mästen, aber auch die Krankheiten werden in mindestens den Maß zunehmen.
Nico68 06.11.2014
3. Klassisch
Viren bei Puten sind Virionen, also heißt es GEFÄHRLICHES Virus. Außer es sind natürlich Cyborgputen. In diesem Fall wäre ich mir nicht sicher.
_unwissender 06.11.2014
4. Wie beruhigend...
"Nach derzeitigen Erkenntnissen sei eine Übertragung auf den Menschen bisher nicht festgestellt worden..." Das ist doch eine wundervolle Aussage! Blöde Frage: Wer wurde denn bisher schon zur Sammlung von Erkenntnissen eingeladen?
tobor 06.11.2014
5. Verbreitungweg
Gibt es denn Erkenntnisse, oder zumindest belastbare Theorien wie ein ein solches Virus nach Meck-Pomm gelangt? Also wie im Artikel erwähnt beispielsweise aus Südkorea?
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